{"id":146514,"date":"2015-12-16T14:57:09","date_gmt":"2015-12-16T13:57:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146514"},"modified":"2015-12-16T14:57:19","modified_gmt":"2015-12-16T13:57:19","slug":"risikoreiche-moderne-antibabypillen-werden-in-hessen-haeufiger-verordnet-als-aeltere-praeparate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146514","title":{"rendered":"Risikoreiche moderne Antibabypillen werden in Hessen h\u00e4ufiger verordnet als \u00e4ltere Pr\u00e4parate"},"content":{"rendered":"<p>In Hessen nehmen zwei von drei M\u00e4dchen und jungen Frauen (61 Prozent) zwischen elf und 19 Jahren, die die Antibabypille verordnet bekommen, eine moderne Pille der 3. oder 4. Generation ein. Jedes 15. M\u00e4dchen (6,7 Prozent) in diesem Alter bekommt eine Pillen-Verordnung mit dem Wirkstoff Drospirenon. Die neueren Pillen-Generationen stehen in der Kritik, weil sie bei gleicher Wirksamkeit ein ungekl\u00e4rtes oder h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Thrombosen (Blutgerinnsel) haben als \u00e4ltere Antibabypillen. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen hin und bezieht sich auf eigene Verordnungsdaten aus dem Jahr 2014. Am morgigen Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen der erste Prozess in Deutschland gegen einen Hersteller von drospirenonhaltigen Antibabypillen.<\/p>\n<p>&#8220;Die Pille ist ein hochwirksames Arzneimittel zur sicheren Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung. Da die verf\u00fcgbaren Antibabypillen unterschiedlich hohe Risiken f\u00fcr Thrombosen haben, raten wir M\u00e4dchen und jungen Frauen, sorgf\u00e4ltig mit ihrem Arzt zu besprechen, welche Nebenwirkungen die einzelnen Pr\u00e4parate haben und welche Pille f\u00fcr sie am besten geeignet ist&#8221;, sagt Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen. Die Entscheidung f\u00fcr eine Pille wird h\u00e4ufig im Teenageralter getroffen. Meist bleiben die jungen Frauen dann \u00fcber viele Jahre beim gleichen Pr\u00e4parat.<\/p>\n<p>Thrombosen sind schwerwiegende Nebenwirkungen, die selten auftreten, aber lebensbedrohliche Folgen haben k\u00f6nnen. Das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt f\u00fcr M\u00e4dchen und junge Frauen unter 30 Jahren die Verordnung einer Pille mit einem niedrigen Risiko f\u00fcr Thrombosen. Rauchen oder \u00dcbergewicht sind Faktoren, die das Thromboserisiko zus\u00e4tzlich erh\u00f6hen; sie m\u00fcssen bei der Wahl der Pille ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Kritisch betrachtet die TK Informationen, mit denen die Arzneimittelhersteller M\u00e4dchen und junge Frauen in Internetportalen, auf Facebook-Seiten oder bei Youtube zum Thema Pille und Verh\u00fctung ansprechen. Zwar wird bei diesen Angeboten auch auf das Thromboserisiko hingewiesen. Neben der Verh\u00fctung steht aber meist ein Bild der Pille als Lifestylepr\u00e4parat mit vermeintlich positiven Auswirkungen beispielsweise auf Haut oder Haare im Vordergrund. Um M\u00e4dchen zu erm\u00f6glichen, eine informierte Entscheidung zu treffen, hat die TK daher unter pille.tk.de eine Internetseite geschaltet, die \u00fcber die verschiedenen Pr\u00e4parate und ihre Wirkungen und Nebenwirkungen informiert.<\/p>\n<p>Hintergrund<br \/>\nWeitere Informationen zum Nutzen und zu den Risiken der Antibabypillen sind im &#8220;Pillenreport&#8221; der TK ver\u00f6ffentlicht, den das SOCIUM, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universit\u00e4t Bremen, und die TK herausgegeben haben. Er widmet sich der Frage, ob die neuen und modernen Pillen der 3. und 4. Generation wirklich ein medizinischer Fortschritt sind. Der Pillenreport ist unter www.tk.de (Webcode 770798) verf\u00fcgbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In Hessen nehmen zwei von drei M\u00e4dchen und jungen Frauen (61 Prozent) zwischen elf und 19 Jahren, die die Antibabypille verordnet bekommen, eine moderne Pille der 3. oder 4. 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