{"id":146331,"date":"2015-12-12T13:51:48","date_gmt":"2015-12-12T12:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146331"},"modified":"2015-12-12T13:51:48","modified_gmt":"2015-12-12T12:51:48","slug":"vor-fuenf-jahren-wurde-trauerseelsorge-im-bistum-fulda-etabliert-stete-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146331","title":{"rendered":"Vor f\u00fcnf Jahren wurde Trauerseelsorge im Bistum Fulda etabliert \u2013 Stete Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Wenn bei Werner Gutheil das Telefon klingelt, dann ist es meistens kein fr\u00f6hlicher Grund. In der Regel hofft der Anrufer auf seinen Beistand und Trost. Oder ehrenamtliche Mitarbeiter erbitten Unterst\u00fctzung. Pfarrer Werner Gutheil ist Di\u00f6zesanseelsorger f\u00fcr Trauernde im Bistum Fulda und rund um die Uhr erreichbar.<\/p>\n<p>\u201eGute Trauer \u2013 heilende Zeit\u201c, so hei\u00dft das Motto der Trauerarbeit im Bistum. Dass dazu auch Bewusstseinsbildung nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen, sondern in der ganzen Gemeinde bedeutet, ist ein wichtiges Anliegen Gutheils. \u201eTrauer war fr\u00fcher mehr ein \u00f6ffentlicher Prozess. Heute ist es doch meistens so, dass es als Privatangelegenheit aufgefasst wird\u201c, so Gutheil. Als Beispiel nennt er zum Beispiel die Zeit, in der Trauernde heute in der Regel schwarze Kleidung tragen, um ihr Leid \u00f6ffentlich sichtbar zu machen. \u201eHeute sieht man das bestenfalls noch bei den Beisetzungsfeiern. Aber durch diese Verbannung der sichtbaren Trauerzeichen kommen auch immer weniger junge Menschen mit Trauer und Tod in Ber\u00fchrung oder frage nach\u201c, so sein Befund.<\/p>\n<p>Genau da setzt die Arbeit an, die Pfarrer Gutheil sowie seine ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten. \u201eUnsere Begleit- und Gespr\u00e4chsangebote sind wichtige Br\u00fccken zwischen Menschen in einer besonders schwierigen Situation. Denn das Sprechen \u00fcber Trauer ist wichtig, aber es ist auch nicht einfach. Denn das Thema Trauer wird in unserer Gesellschaft meistens verdr\u00e4ngt. Aber auch die Trauernden m\u00fcssen erstmal lernen, \u00fcber ihre Trauer zu sprechen\u201c, sagt der Geistliche. Dabei ist die Trauerarbeit in einem steten Entwicklungsprozess. \u201eWir passen unsere Angebote an die Notwendigkeiten der Menschen an und sind bereit, neue Wege zu gehen, um auch die Menschen zu erreichen und f\u00fcr sie da zu sein, die der Kirche eher fern stehen\u201c, erl\u00e4utert er. Konfessionelle Grenzen gibt es keine, das Angebot richtet sich an jedermann und ist auch f\u00fcr jeden erreichbar, betont der Geistliche.<\/p>\n<p>Am 2. Oktober 2010 wurde Gutheil, der bis 2009 Klinikseelsorger in Hanau war, durch Weihbischof Karlheinz Diez als Di\u00f6zesanseelsorger f\u00fcr Trauernde eingef\u00fchrt. Personalreferent Pr\u00e4lat Christof Steinert hatte dabei die Entwicklung des neuen Angebotes besonders unterst\u00fctzt. Seitdem hat sich viel getan im Bereich der Trauerbegleitung im Bistum. Trauerseelsorge ist nichts Neues. \u201eTrauer hat im Christentum schon immer einen festen Platz\u201c, formulierte es Pr\u00e4lat Steinert. Keimzellen des neuen, besonderen Form der Arbeit, wie sie Gutheil und sein Team anbietet, waren dessen erste Angebote f\u00fcr Trauernde im Raum Hanau im Jahre 1999. diese weitete er schon bald zunehmend auf den \u00fcbrigen Main-Kinzig-Kreis aus. Die ersten Schritte ging Gutheil gemeinsam mit der \u00f6kumenischen Regenbogengruppe um Christel Korn. Das damalige Konzept hat sich auf das Trauerzentrum in der Rh\u00f6nstra\u00dfe \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Schon im Jahre 2005 entstand in Hanau das erste Trauercaf\u00e9 \u201eHoffnungsschimmer\u201c, dem gleiche einrichtungen in Bad Soden-Salm\u00fcnster und Schl\u00fcchtern folgten. So hei\u00dfen auch die danach in vielen anderen St\u00e4dten und Gemeinden inzwischen entstandenen Trauercaf\u00e9s. \u201eSeit der ersten Gr\u00fcndung in Hanau vor zehn Jahren haben inzwischen \u00fcber 12 300 Personen in diesen Einrichtungen Hilfe und Unterst\u00fctzung erfahren\u201c, so Gutheil. Eine eindrucksvolle Zahl, aber auch eine weitere beeindruckt: Seit Gr\u00fcndung des Trauerb\u00fcros in der Hanauer Rh\u00f6nstra\u00dfe 8 haben \u00fcber 10 730 Menschen das B\u00fcro besucht oder an Gruppenangeboten teilgenommen. \u201eDavon alleine konnten in den drei bestehenden Trauercaf\u00e9s um Fulda (seit 2011, Leitung Eva Maria Bott und Gisela Jahn), Bad Orb (Romy Bott), Freigericht-Hasselroth (Elisabeth Weber) und Homberg\/Efze (Christine Foerster) \u00fcber 1250 Besuche gez\u00e4hlt werden\u201c, stellt Gutheil heraus.<\/p>\n<p>Das pers\u00f6nliche Schicksal der Eheleute Dieter und Tatjana Kuske \u2013 ihre gemeinsame 19-j\u00e4hrige Tochter Genevieve starb 2009 w\u00e4hrend einer Klassenfahrt in Spanien an einem allergischen Schock \u2013 f\u00fchrte im Jahre 2010 durch die Kontakte mit Pfarrer Gutheil zur Gr\u00fcndung des Vereins \u201eTrauernde Eltern und Kinder\u201c \u2013 ein Novum auf diesem Gebiet. Tatjana Kuske leitet eine Elterngruppe, ihre Ehemann Dieter eine M\u00e4nnergruppe. \u201eZwischenzeitlich gab es auch durch Maria Moreth zwei Etappen mit Kindergruppenangeboten. Bis zum heute sind insgesamt 600 Kontakte trauender Eltern und Kinder zustande gekommen\u201c, so Gutheil. Zurzeit allerdings gebe es eine st\u00e4rkere Entwicklung hin zur Einzelbegleitung von Eltern, Elternteilen du Kindern. Seit Herbst 2014 sind so schon \u00fcber drei Dutzend Einzelbegleitungen durch Ehrenamtliche geleistet worden.<br \/>\nDie Eheleute Kuske haben \u2013 wie viele andere Ehrenamtliche auch \u2013 bei Pfarrer Gutheil ihr R\u00fcstzeug in Trauerkursen erhalten. Das Konzept Gutheils f\u00fcr die Trauerseelsorge im Bistum war von Beginn an abgestellt auf die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Das beinhaltet auch die Ausbildung in Basis- und weiterf\u00fchrenden Kursen. \u201eAktuell bereiten wir den sechsten Basiskurs in sechs Abschnitten vor, der am Wochenende 6.\/7. Februar 2016 beginnt und im Fuldaer Priesterseminar stattfindet\u201c, informiert Gutheil. \u00dcber 40 Frauen und M\u00e4nner wurden bislang durch Pfarrer Gutheil und weitere Referenten wie Jutta Beil oder Dr. Valentina Veneto Scheib. Zwei Mal im Jahr finden ein \u201eTag der Begegnung der Ehrenamtlichen\u201c als Fortbildungsma\u00dfnahme statt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde ein F\u00f6rderverein Trauerarbeit gegr\u00fcndet. \u201eHier unterst\u00fctzen bereits \u00fcber 40 Mitglieder die Arbeit in der Trauerseelsorge durch ihren finanziellen Beitrag\u201c, berichtet Pfarrer Gutheil. Au\u00dferdem gibt es Kooperationen, so mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Freigericht-Neuses. Mit der KAB ist die Trauerarbeit \u201eIn Freundschaft unterwegs\u201c, ein Reiseprogramm, in das Trauernde geschwisterlich aufgenommen werden bei Tagesfahrten und Kurzreisen.<\/p>\n<p>\u201eDie Trauerarbeit ist ein st\u00e4ndiger Entwicklungsprozess und passt sich den Bed\u00fcrfnissen trauernder Menschen an\u201c, betont Gutheil. Stand zu Beginn die Gruppenarbeit im Zentrum, so hat sich im Laufe der Zeit sich der Schwerpunkt zur Einzelbegleitung entwickelt. Seit dem Jahre 2010 sind knapp 1850 Einzelgespr\u00e4che gef\u00fchrt worden, seit Ende 2014 im Raum Hanau auch durch Ehrenamtliche, erl\u00e4utert der Seelsorger. Einzelgespr\u00e4che werden von Gutheil auch in Bad Soden-Salm\u00fcnster und im Fuldaer Priesterseminar gef\u00fchrt.<br \/>\nHauptamtlich stehen Gutheil im B\u00fcro des Trauerzentrums in der Rh\u00f6nstra\u00dfe 8 in Hanau Elisabeth Weber (seit 2004) und Susanne (seit 2010) zur Seite.<\/p>\n<p>Kommunikation ist einwichtiger Aktivposten in der Arbeit des Trauerzentrums. Die Internetseite wird zurzeit \u00fcberarbeitet. Gutheil hat bereits seit Beginn seiner T\u00e4tigkeit als Di\u00f6zesanseelsorger f\u00fcr Trauernde acht B\u00fccher zu Themen wie Trauerbew\u00e4ltigung, Patientenverf\u00fcgung oder Geschichtenb\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, daneben eine Trauerkartenserie. Und auch als Kolumnist bet\u00e4tigt sich Gutheil, um trauernde Menschen Impulse und Unterst\u00fctzung zuteil werden zu lassen.<\/p>\n<p>Gutheil ist mit dem bisher erreichten zufrieden. \u201eH\u00e4tte Personalchef Pr\u00e4lat Steinert nicht den Mut zur Schaffung einer Di\u00f6zesanstelle Trauerseelsorger gehabt, dann waren wir im Horizont lokalen Daseins geblieben\u201c, ist er sich sicher. Die Trauerarbeit werde sich dynamisch weiterentwickeln, um Menschen am Rand der Lebenssituation beizustehen. \u201eDeshalb ist die Hoffnung, dass nach f\u00fcnf Jahren eine Perspektive auf Weiterentwicklung besteht und mehrere Generationen von Trauernden wieder ins Leben gefundne haben. Denn das sei ein Ziel der Arbeit. Ein anderes sei, neue Kontakte zu kn\u00fcpfen, so Gutheil.<\/p>\n<p>Zentrum f\u00fcr Trauernde<br \/>\nRh\u00f6nstra\u00dfe 8, 63450 Hanau<br \/>\nTelefon 06181 \/ 4 28 98 44 \u00e2\u20ac\u00a2 Fax: 06181 \/ 4 28 98 55<br \/>\nE-Mail: info@trauern-warum-allein.de<\/p>\n<p>Zitiert<br \/>\n\u201eBei der Trauerarbeit geht es zun\u00e4chst um das Tr\u00f6sten mit innerer Festigkeit, Treue und Vertrauen. Dieser Trost kann nicht im Vor\u00fcbergehen als fl\u00fcchtige Geste gegeben werden, sondern nur in der konkreten Begegnung, im Aufeinanderzugehen. Den Verlust, der durch den Tod eines Menschen entstanden ist, gilt es \u00f6ffentlich zu machen. Nur so haben Menschen die Chance, das Leid des anderen zu erkennen, es mitzutragen durch Trost, Verst\u00e4ndnis und R\u00fccksichtnahme.\u201c<br \/>\nWeihbischof Karlheinz Diez bei der Einf\u00fchrung von Pfarrer Werner Gutheil als Di\u00f6zesanseelsorger f\u00fcr Trauernde im Jahre 2010.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wenn bei Werner Gutheil das Telefon klingelt, dann ist es meistens kein fr\u00f6hlicher Grund. In der Regel hofft der Anrufer auf seinen Beistand und Trost. Oder ehrenamtliche Mitarbeiter erbitten Unterst\u00fctzung. 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