{"id":146171,"date":"2015-12-07T05:16:48","date_gmt":"2015-12-07T04:16:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=146171"},"modified":"2015-12-07T05:16:48","modified_gmt":"2015-12-07T04:16:48","slug":"gesetzlich-vorgeschriebene-planungsverfahren-beim-netzausbau-werden-durch-aenderungsantrag-der-grossen-koalition-ausser-kraft-gesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=146171","title":{"rendered":"Gesetzlich vorgeschriebene Planungsverfahren beim Netzausbau werden durch \u00c4nderungsantrag der gro\u00dfen Koalition au\u00dfer Kraft gesetzt!"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesverband der B\u00fcrgerinitiativen gegen SuedLink vertritt B\u00fcrgerinitiativen der Bundesl\u00e4nder Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Seit Monaten k\u00e4mpfen wir gegen einen \u00fcberdimensionierten Stromnetzausbau, der sich haupts\u00e4chlich am Europ\u00e4ischen Stromhandel orientiert. Dem massiven Protest der \u00d6ffentlichkeit geschuldet sah man sich auf politischer Ebene gezwungen den Vorrang f\u00fcr Erdverkabelung bei Gleichstromtrassen gesetzlich zu verankern und erhoffte sich dadurch eine erh\u00f6hte Akzeptanz f\u00fcr den angestrebten \u00dcbertragungsnetzausbau. Der Bedarf an HG\u00dc-Trassen f\u00fcr die Versorgungssicherheit in Deutschland wurde jedoch immer noch nicht \u00fcberzeugend nachgewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Laut aktuellem Entwurf zum Netzentwicklungsplan soll der Zuwachs an installierter Leistung beim Stromtransit, also dem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Stromhandel, bis zum Jahr 2025 genau die 8 GW betragen, die durch die HG\u00dc-Leitungen installiert werden k\u00f6nnen. Dies legt erneut den Verdacht nahe, dass die Gleichstromtrassen einzig diesem Stromhandel geschuldet sind und nichts mit der viel zitierten Energiewende oder Stromengp\u00e4ssen in Bayern zu tun haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die finanziellen Belastungen eines \u00fcberdimensionierten \u00dcbertragungsnetzausbaus werden den B\u00fcrgern, den Kommunen, den kleinen und mittelst\u00e4ndischen Betrieben entlang der HG\u00dc-Strecken aufgeb\u00fcrdet. Nutznie\u00dfer sind hingegen die \u00dcbertragungsnetzbetreiber mit Aussicht auf eine lukrative Rendite, die von Netzentgelten nahezu befreite Gro\u00dfindustrie und die Stromkonzerne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Befremden stellen wir fest, dass die gro\u00dfe Koalition zwischenzeitlich die Bem\u00fchungen der B\u00fcrgerinitiativen um einen fairen Dialog in den Verhandlungen zu einem bedarfsgerechten Stromnetzausbau untergr\u00e4bt. Die gro\u00dfe Koalition hat kurzfristig vor den abschlie\u00dfenden Beratungen im Bundestag einen \u00c4nderungsantrag zum Gesetzentwurf Energieleitungsbau eingebracht. Darin enthalten sind offenbar Festlegungen zu Stromtrassen ohne das gesetzlich vorgeschriebene Planungsverfahren einzuhalten.<\/p>\n<p>Wir kritisieren diese Vorgehensweise auf das Sch\u00e4rfste, da neue Leitungsbau-Vorhaben auf diese Art bereits Gesetzesrang erhalten, ohne ordnungsgem\u00e4\u00dfe Konsultationsverfahren und ohne \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung. Wir wehren uns gegen eine weitere systematische Einschr\u00e4nkung von B\u00fcrgerrechten. Wenn gesetzlich vorgeschriebene Planungsverfahren ignoriert werden und alle Bem\u00fchungen zur L\u00f6sung des Zielkonfliktes Leitungsbau versus B\u00fcrgerinteressen unbeachtet bleiben, ist keine Akzeptanz seitens der Bev\u00f6lkerung zu einem \u00fcberdimensionierten Netzausbau zu erwarten. Der B\u00fcrgerdialog ist somit erneut gescheitert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Bundesverband der B\u00fcrgerinitiativen gegen SuedLink vertritt B\u00fcrgerinitiativen der Bundesl\u00e4nder Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Seit Monaten k\u00e4mpfen wir gegen einen \u00fcberdimensionierten Stromnetzausbau, der sich haupts\u00e4chlich am Europ\u00e4ischen Stromhandel orientiert. 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