{"id":145638,"date":"2015-11-24T10:37:42","date_gmt":"2015-11-24T09:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=145638"},"modified":"2015-11-24T10:37:42","modified_gmt":"2015-11-24T09:37:42","slug":"zwei-von-drei-maedchen-in-hessen-nehmen-antibabypille-mit-hoeherem-thrombose-risiko-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=145638","title":{"rendered":"Zwei von drei M\u00e4dchen in Hessen nehmen Antibabypille mit h\u00f6herem Thrombose-Risiko ein"},"content":{"rendered":"<p>Moderne Antibabypillen der sogenannten 3. und 4. Generation haben h\u00e4ufig ein wesentlich gr\u00f6\u00dferes Risiko f\u00fcr die Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln) als die Pillen der 1. und 2. Generation. Trotzdem werden die moderneren Pillen als vermeintlich besser angesehen und wesentlich h\u00e4ufiger verschrieben. In Hessen nehmen fast zwei von drei M\u00e4dchen (61 Prozent) zwischen elf und 19 Jahren, die die Antibabypille verordnet bekommen, eine Pille der 3. oder 4. Generation ein. Lediglich jede dritte junge Frau erh\u00e4lt eine Pille der 1. oder 2. Generation. Darauf weist die TK in Hessen hin und bezieht sich auf eigene Verordnungsdaten aus dem Jahr 2014.<\/p>\n<p>&#8220;Die Pille ist ein hochwirksames Arzneimittel zur sicheren Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung, das t\u00e4glich von gesunden Frauen zur Verh\u00fctung eingenommen wird. Da die verf\u00fcgbaren Antibabypillen unterschiedlich hohe Risiken f\u00fcr Thrombosen haben, sollten sich Frauen, die die Pille einnehmen, gut \u00fcber Nebenwirkungen informieren&#8221;, sagt Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen. Die Entscheidung f\u00fcr eine Pille wird h\u00e4ufig im Teenageralter getroffen. Meist bleiben die M\u00e4dchen dann \u00fcber viele Jahre beim gleichen Pr\u00e4parat. Bis zur Vollendung des 20. Lebensjahrs ist die Pille auch zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsf\u00e4hig. Aus diesen Gr\u00fcnden umwirbt die Pharmaindustrie gerade die jungen Frauen.<\/p>\n<p>In Deutschland ist die Werbung f\u00fcr verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Verbrauchern durch das Heilmittelwerbegesetz (HWG) verboten. Dennoch k\u00f6nnen Arzneimittelhersteller in Internetportalen, auf Facebook-Seiten oder bei Youtube M\u00e4dchen und junge Frauen ganz allgemein \u00fcber Verh\u00fctung und die Pille informieren. Zwar wird bei den Angeboten auch auf das Thromboserisiko hingewiesen, aber im Vordergrund steht neben der Verh\u00fctung meist ein Bild der Pille als Lifestylepr\u00e4parat mit vermeintlich positiven Auswirkungen beispielsweise auf Haut oder Haare. Dass ein Pharmaunternehmen die Inhalte verantwortet, ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen.<\/p>\n<p>Frauen, die sich f\u00fcr die Pille entscheiden, r\u00e4t die TK, gemeinsam mit den \u00c4rzten hinter die Marketingbotschaften der Pharmaindustrie zu schauen und eine sorgf\u00e4ltige Wahl f\u00fcr die Pille treffen, die f\u00fcr sie am besten geeignet ist. Dar\u00fcber hinaus stellt die TK insbesondere jungen Frauen die Internetseite pille.tk.de zur Verf\u00fcgung. Sie informiert \u00fcber die verschiedenen Pr\u00e4parate und kann bei der Wahl der richtigen Pille helfen.<\/p>\n<p>Hintergrund<br \/>\nDer aktuell ver\u00f6ffentlichte &#8220;Pillenreport&#8221; der TK widmet sich der Frage, ob die neuen und modernen Pillen der 3. und 4. Generation wirklich ein medizinischer Fortschritt sind. Der Report geht auf Nutzen und Risiken der neueren Gestagene ein und untersucht Verordnungscharakteristika genauer. Er ist ein Ableger des diesj\u00e4hrigen Innovationsreports der TK und des SOCIUM, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, an der Universit\u00e4t Bremen. Die TK erstellt den Innovationsreport j\u00e4hrlich mit der Universit\u00e4t Bremen, um die Arzneimittelinnovationen eines Jahrgangs zu bewerten. Der Innovationsreport 2015 ist auf www.tk.de unter dem Webcode 747512 verf\u00fcgbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Moderne Antibabypillen der sogenannten 3. und 4. Generation haben h\u00e4ufig ein wesentlich gr\u00f6\u00dferes Risiko f\u00fcr die Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln) als die Pillen der 1. und 2. Generation. Trotzdem werden die moderneren Pillen als vermeintlich besser angesehen und wesentlich h\u00e4ufiger verschrieben. 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