{"id":145459,"date":"2015-11-18T17:08:31","date_gmt":"2015-11-18T16:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=145459"},"modified":"2015-11-18T17:08:31","modified_gmt":"2015-11-18T16:08:31","slug":"der-breitenbach-bei-michelsrombach-eines-der-am-besten-untersuchten-fliessgewaesser-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=145459","title":{"rendered":"Der Breitenbach bei Michelsrombach \u2013 eines der am besten untersuchten Flie\u00dfgew\u00e4sser in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Seit Ende der 60er Jahre bis 2006 stellte der Breitenbach das wichtigste Untersuchungsobjekt der Limnologischen Flussstation in Schlitz, einer ehemaligen Au\u00dfenstelle der Max-Planck-Gesellschaft, dar. Die vielf\u00e4ltigen Untersuchungen zusammen mit der intensiven Bearbeitung der Flora und Fauna haben dieses \u00d6kosystem zu einem der am besten untersuchten Flie\u00dfgew\u00e4sser europaweit gemacht. Ziel der wissenschaftlichen Grundlagenforschung war es, die Funktionen eines intakten Flie\u00dfgew\u00e4ssers exemplarisch verstehen zu lernen.<\/p>\n<p>Abgesehen von einer ausgesprochen gro\u00dfen Artenvielfalt wurden im Bereich dieses Mittelgebirgsbachs einige neue Arten und sogar Gattungen erstmals gefunden, wissenschaftlich beschrieben und dokumentiert. Auch hat die relative Abgelegenheit des Gebiets eine intensive Nutzung verhindert, so dass sich eine Lebensgemeinschaft ziemlich ungest\u00f6rt und damit weitgehend naturnah erhalten konnte. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Gew\u00e4sser und das begleitende Tal unter Schutz gestellt wurden.<\/p>\n<p>Das seit 1990 bestehende, rund 610 Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet \u201eBreitenbachtal bei Michelsrombach\u201c befindet sich acht Kilometer westlich von H\u00fcnfeld und vier Kilometer \u00f6stlich von Schlitz im Osthessischen Bergland und erstreckt sich \u00fcber eine H\u00f6he von 230 bis 440 Meter. Es handelt sich um das Wiesental des Breitenbachs und die naturnahen Waldbest\u00e4nde seines Einzugsbereichs. Dabei ist der gr\u00f6\u00dfte Teil des Schutzgebiets von Hainsimsen-Buchenwald gepr\u00e4gt. Im Breitenbach-Aspegraben-Talboden sind Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald und bachbegleitender Erlenwald anzutreffen. In einem Areal mit feuchtem Buchen-Eichenwald befinden sich ausgesprochen nasse Stellen mit hochmoorartigen Pflanzengesellschaften sowie kleinfl\u00e4chig vorhandener Moorbirkenwald. Da dieser im hiesigen Naturraum sehr selten ist, gilt er als besonders schutzw\u00fcrdig. Auch Bereiche mit Kiefernbewuchs sind vertreten.<\/p>\n<p>Der Charakter des Aspegraben-Breitenbach-Tals wird durch Wiesen bestimmt. Rotschwingel-Rotstrau\u00dfgras-Wiesen wechseln mit n\u00e4hrstoffreichen Frischwiesen, die dem Glatthaferwiesen- sowie Goldhaferwiesentyp zuzurechnen sind. Auch gibt\u00e2\u20ac\u2122s es unter den Feuchtwiesen M\u00e4des\u00fc\u00dffl\u00e4chen mit einem \u00fcppigen Vorkommen von M\u00e4des\u00fc\u00df, Gro\u00dfem Wiesenknopf, Sumpf-Schafgarbe und Wald-Engelwurz. Zudem kommen Nasswiesen in Form von Waldbinsenwiesen vor. Sie sind bevorzugt entlang des Breitenbachs zu finden und zwar an solchen Stellen, an denen vom Talboden Wasser zusickert. Im Aspegraben sowie an den Ufern des Breitenbachs sind Schilf-, Rohrglanzgras-, Binsen- und Seggenbest\u00e4nde vorhanden. Dar\u00fcber hinaus tragen Heckenz\u00fcge, M\u00e4ntel und S\u00e4ume zum abwechslungsreichen Biotopmosaik dieses Gebiets bei. Hinzu kommen Gr\u00fcnlandbrachen.<\/p>\n<p>Neben dem floristischen Reichtum, der durch das Vorkommen einer Vielzahl von Algen und Moosen erg\u00e4nzt wird, sind die mehrzelligen Tiere hier sehr zahlreich vertreten; seien es Schmetterlinge, K\u00e4fer, Wanzen, Schwebfliegen, Libellen, Muscheln und Schnecken sowie Amphibien, Reptilien, Fische, S\u00e4ugetiere und V\u00f6gel. Insgesamt handelt es sich um ein Gebiet von herausragender Bedeutung, das mittlerweile den Status eines FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiets hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Seit Ende der 60er Jahre bis 2006 stellte der Breitenbach das wichtigste Untersuchungsobjekt der Limnologischen Flussstation in Schlitz, einer ehemaligen Au\u00dfenstelle der Max-Planck-Gesellschaft, dar. 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