{"id":145298,"date":"2015-11-12T09:43:08","date_gmt":"2015-11-12T08:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=145298"},"modified":"2015-11-12T09:43:08","modified_gmt":"2015-11-12T08:43:08","slug":"tk-in-hessen-gegen-onlinesucht-neue-virtuelle-selbsthilfegruppe-bei-webcre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=145298","title":{"rendered":"TK in Hessen gegen Onlinesucht: Neue virtuelle Selbsthilfegruppe bei webC@RE"},"content":{"rendered":"<p>Die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen und die Hessische Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen (HLS) kooperieren in dem bundesweit einmaligen Projekt &#8220;webC@RE&#8221; gegen Internetsucht. Das Besondere daran: Es ist ein virtuelles Selbsthilfeangebot, das onlines\u00fcchtige Menschen direkt dort erreicht, wo sie sich die meiste Zeit aufhalten \u2013 im Netz. Ab sofort erm\u00f6glicht webC@RE Menschen, die von Onlinesucht betroffen sind, sich jeden Dienstag um 19 Uhr an einer neuen virtuellen Selbsthilfegruppe zu beteiligen. Auch Menschen, die sich nicht sicher sind, ob ihr Medienkonsum noch ein gesundes Ma\u00df hat, erhalten in dieser Gruppe Rat.<\/p>\n<p>Die Betroffenen tauschen sich derzeit via Skype im &#8220;Voice-Chat&#8221; aus &#8211; also ohne Kamera. &#8220;Ob wir schreiben, sprechen oder gar mit Kamera sprechen, entscheiden die Teilnehmer. Die Dokumentation umfasst lediglich statistische Gr\u00f6\u00dfen, die Anonymit\u00e4t ist also gew\u00e4hrt, wenn gew\u00fcnscht&#8221;, sagt Patrick Durner, Medienp\u00e4dagoge bei der HLS. Er ist Projektleiter von webC@RE, unterst\u00fctzt die Menschen, die sich bei webC@RE melden und moderiert die Selbsthilfegruppe. Neue\u00c2\u00a0 Gruppenmitglieder stellen sich kurz vor und dann beginnt bereits der Austausch zur jeweiligen individuellen Situation. Die Teilnehmer geben sich untereinander Tipps, erz\u00e4hlen, was sie die Woche \u00fcber erlebt haben oder diskutieren \u00fcber allgemeine Fragen zur Mediensucht. Die Gruppe er\u00f6rtert auch gesellschaftliche Fragen zum Thema Medien.<\/p>\n<p>Ansprechpartner f\u00fcr den Erstkontakt ist ebenfalls Patrick Durner, der per E-Mail unter pd@hls-online.org erreichbar ist. Ein Besuch auf der Website hls-webcare.org zeigt die Facetten der Projektarbeit. Des Weiteren erm\u00f6glicht ein Schnelltest eine erste Einsch\u00e4tzung, inwieweit der Anwender gef\u00e4hrdet ist oder bereits Suchtsymptome zeigt. Ziel des Projektes ist es, exzessive Mediennutzer und mediens\u00fcchtige Menschen zun\u00e4chst in eine virtuelle Selbsthilfegruppe zu integrieren und gegebenenfalls bei weiterf\u00fchrenden Absichten, wie z.B. der Gr\u00fcndung einer realen Selbsthilfegruppe, zu unterst\u00fctzen. WebC@RE ist auch auf Facebook www.facebook.com\/webcarehls und Twitter twitter.com\/webCARE_HLS anzutreffen.<\/p>\n<p>Derzeit existieren deutschlandweit weniger als zehn Selbsthilfeangebote f\u00fcr onlines\u00fcchtige Menschen. Um diese zu nutzen, m\u00fcssen sich die Betroffenen &#8220;ganz real&#8221; auf den Weg zum Therapieort begeben. Das passt vielfach nicht zu deren Bed\u00fcrfnissen, denn die meisten Betroffenen schaffen es nicht, einen festen Termin regelm\u00e4\u00dfig und zuverl\u00e4ssig wahrzunehmen, da oft soziale \u00c4ngste ein Teil ihrer Problematik sind.\u00c2\u00a0 Aber auch ganz praktische Dinge, wie rechtzeitig den Bus zu erreichen oder fr\u00fchzeitig mit dem Auto loszufahren, gelingen vielen nicht, weil sie sich kaum vom PC l\u00f6sen k\u00f6nnen. &#8220;Diese Menschen brauchen f\u00fcr den ersten Kontakt ein Angebot, das h\u00f6chstens einen Klick entfernt ist. Durch Webcare gehen wir, gemeinsam mit der HLS, direkt in das Wohnzimmer der Hilfsbed\u00fcrftigen, die dann in Ruhe w\u00e4hlen k\u00f6nnen, ob sie das Angebot annehmen m\u00f6chten oder nicht\u201c, sagt Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der Landesvertretung der TK in Hessen.<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nIn Deutschland gelten offiziell bislang etwa 560.000 Menschen als internetabh\u00e4ngig. Experten vermuten eine deutlich h\u00f6here Dunkelziffer. Ursachen f\u00fcr Mediensucht sind oft soziale Probleme und die Suche nach einer Welt, in der die Betroffenen erfolgreich und anerkannt sind und in der sie frustrierende Alltagserlebnisse kompensieren. Begleitet wird die Mediensucht h\u00e4ufig von anderen stofflichen S\u00fcchten oder psychischen St\u00f6rungen. Wenn der Leidensdruck ein gewisses Ma\u00df \u00fcberschreitet, sp\u00fcren Betroffene durchaus, dass sie Hilfe ben\u00f6tigen, sie k\u00f6nnen jedoch dem Teufelskreis der Sucht nicht entrinnen. Das moderne Medium bindet sie zu stark und die Au\u00dfenwelt erscheint ihnen zu fern. Bei der 5. Berliner Mediensucht-Konferenz am kommenden Freitag, den 13. November, ist webC@RE vertreten. In dem Vortrag \u201eVirtuelle Selbsthilfe bei Mediensucht \u2013 ein Widerspruch oder besonders sinnvoll?\u201c, stellt Patrick Durner Erfahrungswerte aus dem Projekt webC@RE vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen und die Hessische Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen (HLS) kooperieren in dem bundesweit einmaligen Projekt &#8220;webC@RE&#8221; gegen Internetsucht. Das Besondere daran: Es ist ein virtuelles Selbsthilfeangebot, das onlines\u00fcchtige Menschen direkt dort erreicht, wo sie sich die meiste Zeit aufhalten \u2013 im Netz. 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