{"id":144979,"date":"2015-11-02T09:53:02","date_gmt":"2015-11-02T08:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=144979"},"modified":"2015-11-02T09:53:02","modified_gmt":"2015-11-02T08:53:02","slug":"komfortable-situation-mit-kehrseite-137-stellen-auf-100-bewerber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=144979","title":{"rendered":"Komfortable Situation mit Kehrseite 137 Stellen auf 100 Bewerber"},"content":{"rendered":"<p>Eine immer komfortablere Situation bietet sich den Schulabg\u00e4ngerinnen und \u2013abg\u00e4ngern in der Region Fulda bei der Suche nach Ausbildungsstellen: W\u00e4hrend f\u00fcr den Ausbildungsbeginn im August\/September dieses Jahres insgesamt 2.184 Stellen zur Verf\u00fcgung standen \u2013 110 mehr als im Vorjahr -, beschr\u00e4nkte sich die Zahl der jungen Menschen auf Lehrstellensuche auf 1.562. Auf einen Bewerber kamen somit 1,4 Ausbildungsstellen.<br \/>\n\u201eDass die zahlenm\u00e4\u00dfige Differenz nicht noch gr\u00f6\u00dfer ausf\u00e4llt, ist vor allem den Aktivit\u00e4ten der Berufsberatung und den Bem\u00fchungen der Netzwerkpartner zu verdanken. Denn es ist gelungen, trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Schulabg\u00e4ngerzahlen 50 junge Frauen und M\u00e4nner mehr f\u00fcr eine Ausbildung zu gewinnen als im vergangenen Jahr\u201c, kommentierte Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, der bei der Zusammenkunft gemeinsam mit den regionalen Netzwerkpartnern das abgelaufene Ausbildungsjahr 2014\/15 analysierte. Zweimal j\u00e4hrlich treffen sich Vertreter von Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, Stadt und Landkreis, Arbeitgeberverband, Schulamt und Gewerkschaften, um Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt zu er\u00f6rtern.<br \/>\nIn nahezu allen Bereichen \u00fcberstieg die Zahl der Stellen die der Bewerber deutlich. So kamen beispielsweise in der Baubranche 209 Stellen auf 80 Bewerber, auch bei den kaufm\u00e4nnischen Dienstleistungen (483 Stellen auf 341 Bewerber) und im Bereich Metall (276 Stellen auf 175 Bewerber) war die Differenz auff\u00e4llig. Bei den Ern\u00e4hrungsberufen, bei denen der Bewerbermangel bereits seit Jahren vorherrscht, waren rund viermal so viele Stellen wie Bewerber gemeldet.<br \/>\nBesonders gro\u00df war das Interesse an einer Ausbildung im kaufm\u00e4nnischen Bereich (Einzelhandel, Industrie, B\u00fcro). Bei M\u00e4dchen waren unter den Wunschberufen auch Medizinische Fachangestellte oder Kauffrau f\u00fcr B\u00fcromanagement bzw. im Einzelhandel, der auch bei Jungen seit Jahren neben dem Kfz-Mechatroniker hoch im Kurs steht.<br \/>\nUnter den Bewerberinnen und Bewerbern hatten 113 einen ausl\u00e4ndischen Pass. Bemerkenswert ist, dass davon nahezu ein Drittel aus Asylzugangsl\u00e4ndern stammt.<br \/>\n\u201eSo g\u00fcnstig sich die Lage f\u00fcr die jungen Menschen in\u00c2\u00a0 unserer Region darstellt, so gilt es auch zu konstatieren, dass zahlreiche Ausbildungsbetriebe keine Nachwuchskr\u00e4fte finden\u201c, nennt Agenturchef die Kehrseite der Lage. Denn: 245 Ausbildungsstellen sind zum 30. September unbesetzt geblieben, und diese potenziellen Fachkr\u00e4fte werden den Unternehmen in nicht allzu ferner Zukunft fehlen.\u00c2\u00a0 Deshalb gilt es m\u00f6glichst alle Personengruppen f\u00fcr eine Ausbildung oder Umschulung zu aktivieren.<br \/>\nZum 30. September sind 28 Bewerberinnen und Bewerber ohne Lehrstelle oder eine schulische Alternative geblieben. \u201eDie Betriebe machen Kompromisse bei der Wahl ihrer Auszubildenden und haben in den letzten Jahren ihre Anforderungen zur\u00fcckgeschraubt\u201c, wei\u00df Stefan Wess, stellvertretender Teamleiter der Berufsberatung. So falle die Entscheidung f\u00fcr einen Kandidaten oftmals weniger auf der Basis von Schulnoten und Zeugnissen, sondern eher auf dem Eindruck, den dieser im Bewerbungsgespr\u00e4ch hinterlasse.<br \/>\nIm Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz wurden drei heimische Betriebe f\u00fcr ihr besonderes Engagement im Rahmen der Ausbildung ausgezeichnet: die Stiftung Mutter Theresa (Neuhof), die Stefan Ebert GmbH (Burghaun) sowie die Jumo GmbH&amp;Co.KG (Fulda).<\/p>\n<p>Die Bilanz der Daten zur Ausbildungsvermittlung bedeutet nicht das Ende der Vermittlungsaktivit\u00e4ten. Jugendliche, die bislang weder einen Ausbildungsplatz, noch eine tragf\u00e4hige Alternative gefunden haben, k\u00f6nnen sich zur Nachvermittlung bei der Agentur f\u00fcr Arbeit melden. Eine Terminvereinbarung bei der Berufsberatung der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Hersfeld-Fulda ist m\u00f6glich unter der Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 (kostenfrei).<\/p>\n<p>Statements:<br \/>\nIHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Schunck:<br \/>\n\u201eDie Ausbildungsbetriebe im Verantwortungsbereich der Industrie- und Handelskammer Fulda haben im Jahr 2015 mehr Ausbildungsvertr\u00e4ge abgeschlossen als ein Jahr zuvor. Uns liegen derzeit 1151 Vertr\u00e4ge vor. Mit einem Plus von 2,5 Prozent liegen wir damit leicht \u00fcber dem Niveau des vergangenen Jahres. Gerade in den letzten Wochen vor Ausbildungsbeginn sind noch eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Vertr\u00e4gen bei uns eingereicht worden. Das zeigt uns, dass die Unternehmen alles versucht haben, noch offene Ausbildungspl\u00e4tze zu besetzen. Dennoch konnten auch 2015 nicht alle Ausbildungspl\u00e4tze unserer Mitgliedsunternehmen besetzt werden, das gilt insbesondere f\u00fcr die Berufe im Hotel- und Gastst\u00e4ttensektor oder auch f\u00fcr die Berufskraftfahrer. Der Wettbewerb der Ausbildungsbetriebe um die Gunst der Schulabg\u00e4ngerinnen und Schulabg\u00e4nger hat auch in diesem Jahr deutlich zugenommen, wobei die Qualit\u00e4t der Ausbildung bei den Betrieben an oberster Stelle steht. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, waren f\u00fcr junge Menschen selten so gut wie aktuell. Nach wie vor ist unser Ziel, die Berufswahlorientierung in den abgebenden Schulen deutlich zu verst\u00e4rken, so auch in den Gymnasien. Gerade hier muss noch mehr \u00fcber die gro\u00dfen Chancen informiert werden, die eine duale Berufsausbildung auch f\u00fcr Abiturienten mit sich bringt.\u201c<\/p>\n<p>Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt:<br \/>\n\u201eAuch wenn das Handwerk in diesem Jahr die Ausbildungszahlen gegen\u00fcber dem Vorjahr halten konnte, ist ein deutlich sch\u00e4rferer Wettbewerb in unserer Region um die Auszubildenden zu sp\u00fcren. Auch jetzt nach mehr als zwei Monaten Ausbildungsbeginn werden uns in fast allen Ausbildungsberufen noch freie Ausbildungsstellen gemeldet.\u00c2\u00a0 Vor allem zwei Dinge betrachten wir mit gro\u00dfer Sorge. Zum einen kann vor allem der kleine Betrieb mit der \u201eMaterialschlacht\u201c der gr\u00f6\u00dferen Betriebe um die Auszubildenden nicht mithalten. Zum anderen haben es die Betriebe im l\u00e4ndlichen Raum aufgrund der demografischen Entwicklung und der mangelnden Mobilit\u00e4t junger Leute deutlich schwerer, Bewerber zu finden.<br \/>\nNeue Chancen sehen wir als Handwerk in der Zuwanderung junger Fl\u00fcchtlinge. Gefordert ist hier der Gesetzgeber, unn\u00f6tige b\u00fcrokratische Hemmnisse abzubauen und daf\u00fcr zu sorgen, dass nach erfolgreicher Ausbildung junge Fl\u00fcchtlinge bleiben d\u00fcrfen.<br \/>\nUnsere Berufsorientierungsangebote f\u00fcr die regionalen Schulen werden wir weiter ausbauen und optimieren. Junge Leute sind am ehesten f\u00fcr eine duale Ausbildung zu begeistern, wenn sie selber Hand anlegen und Berufe praktisch ausprobieren d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine immer komfortablere Situation bietet sich den Schulabg\u00e4ngerinnen und \u2013abg\u00e4ngern in der Region Fulda bei der Suche nach Ausbildungsstellen: W\u00e4hrend f\u00fcr den Ausbildungsbeginn im August\/September dieses Jahres insgesamt 2.184 Stellen zur Verf\u00fcgung standen \u2013 110 mehr als im Vorjahr -, beschr\u00e4nkte sich die Zahl der jungen Menschen auf Lehrstellensuche auf 1.562. 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