{"id":144936,"date":"2015-10-30T23:15:20","date_gmt":"2015-10-30T22:15:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=144936"},"modified":"2015-10-30T23:15:20","modified_gmt":"2015-10-30T22:15:20","slug":"zur-diskussion-um-fleischverzehr-und-darmkrebsrisiko-priv-doz-dr-dominik-faust-informiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=144936","title":{"rendered":"Zur Diskussion um Fleischverzehr und Darmkrebsrisiko &#8211; Priv.-Doz. Dr. Dominik Faust informiert"},"content":{"rendered":"<p>Viele Menschen stellen sich nach den kritischen Ver\u00f6ffentlichungen der vergangenen Tage zum Thema Fleischverzehr und Darmkrebsrisiko die bange Frage: Wieviel Fleisch darf ich noch essen? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Die Entstehung von Darmkrebs l\u00e4sst sich nicht auf einen Faktor reduzieren, sondern sie hat viele verschiedene Ursachen. Eine Einsch\u00e4tzung dazu gibt Priv. &#8211; Doz. Dr. Dominik Faust. Er ist Chefarzt an der Asklepios Klinik Langen und leitet dort eines der gr\u00f6\u00dften gastroenterologischen Zentren innerhalb des Asklepios Gesundheitskonzerns.<\/p>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte k\u00fcrzlich vor dem t\u00e4glichen Verzehr von rotem Fleisch. Der Genuss von t\u00e4glich mehr als 100 Gramm rotem Fleisch oder 50 Gramm weiterverarbeitetem Fleisch wie Schinken, Wurst, oder ger\u00e4ucherte Produkte steigere das Darmkrebsrisiko um 17 bzw. 18 Prozent. Die Expertengruppe bezieht sich dabei auf die aktuelle wissenschaftliche Studienlage.<\/p>\n<p>&#8220;Dies sollte uns zum Nachdenken anregen, wenngleich eine falsche Panikmache sicher fehl am Platz ist. F\u00fcr die Entstehung von Dickdarmkrebs ist nicht ausschlie\u00dflich die Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t des Fleischverzehrs ausschlaggebend. Zweifelsfrei sind Fleischprodukte auch wichtige Quellen f\u00fcr die Versorgung des K\u00f6rpers mit Vitaminen und Eisen. Dennoch sollte jeder Einzelne aufgrund der aktuellen Daten seine pers\u00f6nlichen Ern\u00e4hrungsgewohnheiten \u00fcberdenken&#8221; sagt Dr. Faust.<\/p>\n<p>Schon lange empfehlen Ern\u00e4hrungsmediziner eine ausgewogene Kost, bei der die Zufuhr von Fleisch und Fleischprodukten jedoch deutlich beschr\u00e4nkt sein sollte. H\u00f6chstens zwei Mal pro Woche sollten rotes Fleisch oder daraus hergestellt Produkte auf dem Speiseplan stehen. Dar\u00fcber hinaus geh\u00f6rt zu einem gesunden Lebensstil neben der Ern\u00e4hrung auch ausreichende Bewegung und die Reduktion von \u00dcbergewicht.<\/p>\n<p>Das individuelle Darmkrebsrisiko durch Vorsorge senken<\/p>\n<p>Da die Entstehung von Dickdarmkrebs zweifelsfrei ein multifaktorielles Geschehen ist, entbindet eine w\u00fcnschenswerte fleischarme Kost jedoch nicht davon, die klassische Ma\u00dfnahme zur Dickdarmkrebsvorsorge einzuhalten: die Dickdarmspiegelung. Denn in 90 Prozent der F\u00e4lle l\u00e4sst sich Darmkrebs vermeiden, wenn zum Beispiel Darmpolypen im Rahmen einer Darmspiegelung fr\u00fchzeitig entdeckt und bereits w\u00e4hrend der Untersuchung endoskopisch schmerzfrei entfernt werden.<\/p>\n<p>&#8220;Heute wissen wir, dass nur die komplette Dickdarmspiegelung (Koloskopie) die einzige sinnvolle Vorsorgeuntersuchung ist. Die Dickdarmspiegelung wird in der Regel von ambulant t\u00e4tigen Fach\u00e4rzten (Gastroenterologen) durchgef\u00fchrt und ist ein sehr risikoarmes Untersuchungsverfahren. Es kann auf Wunsch auch unter einer so genannten Kurzsedierung (\u201eSchlafspritze\u201c) durchgef\u00fchrt werden&#8221;, so Dr. Faust.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: In Deutschland erkranken pro Jahr \u00fcber 62.000 Menschen an Darmkrebs. Rund 26.000 sterben daran. Damit ist Darmkrebs die zweith\u00e4ufigste Krebserkrankung und die dritth\u00e4ufigste Todesursache bei b\u00f6sartigen Tumoren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Viele Menschen stellen sich nach den kritischen Ver\u00f6ffentlichungen der vergangenen Tage zum Thema Fleischverzehr und Darmkrebsrisiko die bange Frage: Wieviel Fleisch darf ich noch essen? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Die Entstehung von Darmkrebs l\u00e4sst sich nicht auf einen Faktor reduzieren, sondern sie hat viele verschiedene Ursachen. 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