{"id":144582,"date":"2015-10-21T11:37:40","date_gmt":"2015-10-21T09:37:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=144582"},"modified":"2015-10-21T11:37:40","modified_gmt":"2015-10-21T09:37:40","slug":"jeder-dritte-arbeitslosengeld-ii-empfaenger-in-hessen-hat-einen-job","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=144582","title":{"rendered":"Jeder dritte Arbeitslosengeld II-Empf\u00e4nger in Hessen hat einen Job"},"content":{"rendered":"<p>Etwa jede dritte Person, die in Hessen Leistungen aus der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitslose bezieht, geht einer Besch\u00e4ftigung nach. Zu diesem Ergebnis kam die neue Studie des IAB Hessen, die die Entwicklung erwerbst\u00e4tiger Arbeitslosengeld II \u2013 Empf\u00e4nger im Zeitraum 2007 bis 2014 beleuchtet.<\/p>\n<p>Insgesamt waren 2014 in Hessen mehr Arbeitslosengeld II-Bezieher erwerbst\u00e4tig (85.300) als langzeitarbeitslos (61.100).<\/p>\n<p>Die Zahl der erwerbst\u00e4tigen Arbeitslosengeld II \u2013 Empf\u00e4nger  erh\u00f6hte sich von 73.800 im Jahr 2007 auf 85.300 im Jahr 2014. Die Zunahme fiel mit 15,5 Prozent nur wenig h\u00f6her aus als der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung (11,2 Prozent). Die Zahl der Selbstst\u00e4ndigen, die Leistungen aus der Grundsicherung beziehen hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p>Von den 85.300 Personen in 2014, \u00fcbten 93 Prozent eine abh\u00e4ngige Besch\u00e4ftigung aus. Knapp die H\u00e4lfte arbeitete in einem 450 \u00e2\u201a\u00ac-Job. 6.200 ALG II-Bezieher gingen einer selbstst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit nach.<br \/>\n2014 waren rund 30 Prozent aller erwerbst\u00e4tigen Leistungsbezieher arbeitslos gemeldet, das hei\u00dft sie gingen einer T\u00e4tigkeit von maximal 15 Wochenstunden nach. Bei den Selbstst\u00e4ndigen lag der Anteil nur bei knapp 20 Prozent. Das bedeutet gleichzeitig, dass f\u00fcr 70 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen und 80 Prozent der Selbstst\u00e4ndigen das erzielte Einkommen zur Existenzsicherung nicht ausreichte, obwohl sie mehr als 15 Wochenstunden arbeiteten. Knapp 80 Prozent waren 2014 auf der Suche nach einer anderen, h\u00f6her bezahlten T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Soziodemografische Unterschiede: Frauen verst\u00e4rkt betroffen<\/p>\n<p>In den letzten Jahren wurden h\u00e4ufig Frauen zu erwerbst\u00e4tigen Leistungsempf\u00e4ngerinnen. Ihr Zuwachs fiel seit 2007 eineinhalbmal so hoch aus wie bei den M\u00e4nnern. Besonders stark war in diesem Zeitraum auch der Anstieg der \u00e4lteren Personen \u00fcber 55 Jahren und der Ausl\u00e4nder. 2014 waren etwas mehr als die H\u00e4lfte aller erwerbst\u00e4tigen Leistungsempf\u00e4nger Frauen (53 Prozent). \u00c4ltere waren mit knapp 15 Prozent vertreten, rund 37 Prozent besa\u00dfen keine deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit. <\/p>\n<p>Regionale Unterschiede: Mehr erwerbst\u00e4tige Leistungsbezieher im Rhein-Main-Gebiet<\/p>\n<p>Im betrachteten Zeitraum stieg die Zahl der erwerbst\u00e4tigen Leistungsbezieher in S\u00fcdhessen an, w\u00e4hrend sie insbesondere im n\u00f6rdlichen Hessen sank. Den deutlichsten Anstieg mussten der Main-Taunus-Kreis (+75 Prozent), der Kreis Gro\u00df-Gerau (+26,4 Prozent) und die Stadt Frankfurt(+16,8 Prozent) verzeichnen.<\/p>\n<p>Warum dies so ist, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler des IAB Hessen mit der gegens\u00e4tzlichen Entwicklung des Arbeitsangebotes bei gleichzeitig steigender Arbeitsnachfrage. Bedingt durch mehrere Faktoren wie den anhaltenden Trend zum Zuzug in gro\u00dfst\u00e4dtische Regionen expandiert in S\u00fcdhessen das Arbeitsangebot st\u00e4rker als die Arbeitsnachfrage. Die Arbeitslosigkeit sinkt in geringerem Umfang und die L\u00f6hne entwickeln sich weniger vorteilhaft. Infolgedessen nehmen hier die erwerbst\u00e4tigen Leistungsbezieher zu. Auch das hohe Mietniveau im Rhein-Main-Gebiet vergr\u00f6\u00dfert die M\u00f6glichkeiten des Leistungsanspruchs. Im n\u00f6rdlicheren Hessen dagegen geht die eher r\u00fcckl\u00e4ufige Erwerbsbev\u00f6lkerung mit st\u00e4rker sinkender Arbeitslosigkeit und schneller wachsenden L\u00f6hnen einher. Dies l\u00e4sst dort die Zahl zur\u00fcckgehen.\u201c<\/p>\n<p>Hintergrundinformation<br \/>\nPersonen, die erwerbst\u00e4tig sind und gleichzeitig Leistungen aus dem SGB II (Hartz IV) beziehen und somit ihr Einkommen damit erh\u00f6hen (aufstocken), werden in diesem IAB-Regional als Aufstocker bezeichnet. Diese Begriffsdefinition schlie\u00dft sich an die umgangssprachliche an und weicht von der Definition der Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ab, die Personen als \u201eAufstocker\u201c  bezeichnet, deren Arbeitslosengeldbez\u00fcge nach SGB III um Leistungen aus der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitslose erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Etwa jede dritte Person, die in Hessen Leistungen aus der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitslose bezieht, geht einer Besch\u00e4ftigung nach. Zu diesem Ergebnis kam die neue Studie des IAB Hessen, die die Entwicklung erwerbst\u00e4tiger Arbeitslosengeld II \u2013 Empf\u00e4nger im Zeitraum 2007 bis 2014 beleuchtet. 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