{"id":144411,"date":"2015-10-17T08:07:36","date_gmt":"2015-10-17T06:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=144411"},"modified":"2015-10-17T08:07:36","modified_gmt":"2015-10-17T06:07:36","slug":"ein-abgelegenes-moor-mit-einzigartiger-flora-und-fauna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=144411","title":{"rendered":"Ein abgelegenes Moor mit einzigartiger Flora und Fauna"},"content":{"rendered":"<p>Das Naturschutzgebiet \u201eGro\u00dfes Moor bei Gro\u00dfenmoor\u201c liegt im Norden des Landkreises Fulda in der Gemeinde Burghaun, etwa acht Kilometer nordwestlich von H\u00fcnfeld. Es wurde 1973 unter Schutz gestellt und hat heute eine Gr\u00f6\u00dfe von knapp 24 Hektar. <\/p>\n<p>Nach der letzten Eiszeit vor rund 12.500 Jahren begann sich dieses Moor in einer Senke zu entwickeln, die durch die Auslaugung von im Untergrund befindlichen Zechsteinsalzen entstanden war. Durch stetige Ablagerung von Torf und Mudde bildete sich zun\u00e4chst ein Niedermoor. Sp\u00e4ter kam es zur Entwicklung eines Hochmoores, das \u00fcber Jahrtausende existierte, durch das weitere Absinken des Gebiets und dem damit einhergehenden Wiederanschluss an das Grundwasser dann aber wieder verschwand.<\/p>\n<p>1830 wurde das genannte Moor erstmals urkundlich erw\u00e4hnt, als es vom Kurf\u00fcrstentum Hessen erworben wurde, um Torf f\u00fcr Heizzwecke sowie sp\u00e4ter zur Einstreu f\u00fcr die umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe abzubauen. Trotz der \u00fcber mehr als 50 Jahre andauernden Eingriffe in den Moork\u00f6rper in Form von Entw\u00e4sserung und Torfabbau weist das Gebiet noch eine ganze Reihe seltener und hochgradig gef\u00e4hrdeter Pflanzengesellschaften auf. Auch ist das Spektrum der vorhandenen Gesellschaften aufgrund unterschiedlicher Standortverh\u00e4ltnisse und Bewirtschaftungsintensit\u00e4ten vergleichsweise gro\u00df, obwohl das betreffende Gebiet nur eine geringe Fl\u00e4chenausdehnung aufweist.<\/p>\n<p>So ist vor allem im Westen und Norden im Anschluss an einen geschlossenen Moorbirkenbestand eine typische Moorvegetation auf nahezu baumfreien Arealen anzutreffen. Diese an eine extreme N\u00e4hrstoffarmut angepasste Vegetation findet sich ferner in allen anderen baumfreien oder nur mit vereinzelten Geh\u00f6lzen bestandenen Standorten. Dabei kommen am Westrand des Birkenwalds auf grundwasserfernen Bereichen bisweilen hochmoorartige Pflanzengesellschaften mit charakteristischen Torfmoosen sowie Moosbeere, Sonnentau, Rosmarinheide und Wollgras vor.<\/p>\n<p>An diese n\u00e4hrstoff\u00e4rmsten Teilfl\u00e4chen grenzt g\u00fcrtelf\u00f6rmig ein Vegetationskomplex an, der wegen seiner geringf\u00fcgig besseren N\u00e4hrstoffversorgung bereits als Zwischenmoor anzusehen ist. An die Zwischen- und Niedermoorgesellschaften schlie\u00dfen sich verschiedene Einheiten von Gro\u00dfseggenriedern an, die haupts\u00e4chlich durch das Vorkommen von Rohrkolben und Teichschachtelhalm gekennzeichnet sind. Bei dieser Vegetationsabfolge ist tendenziell zu beobachten, dass Arten ausgesprochen n\u00e4hrstoffarmer Standorte immer mehr zur\u00fccktreten, w\u00e4hrend anspruchsvoller Arten vermehrt gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>In den Randbereichen schlie\u00dflich haben sich Feuchtwiesen-Brachegesellschaften ausgebildet. Zu dem ebenfalls vorkommenden Wirtschaftsgr\u00fcnland z\u00e4hlen Feucht- und Frischwiesen. W\u00e4hrend die Feuchtwiesenbest\u00e4nde jedoch nur recht kleinfl\u00e4chig ausgepr\u00e4gt sind, nehmen die Frischwiesen gr\u00f6\u00dfere Bereiche ein. Die f\u00fcr gem\u00e4htes Gr\u00fcnland in tiefen bis mittleren Lagen typische Glatthaferwiese ist lediglich am Nordrand des Gebiets zu finden. Alle \u00fcbrigen gem\u00e4hten Fl\u00e4chen sind der Goldhaferwiese zuzuordnen, die die typische Gr\u00fcnlandgesellschaft submontaner Lagen darstellt.<\/p>\n<p>Insgesamt ist das Naturschutzgebiet als ein einzigartiger Biotopkomplex anzusehen, bei dem insbesondere der zentrale Moorbereich mit seinem wertvollen hochmoor\u00e4hnlichen Areal und den umgebenden Zwischen- und Niedermoorzonen einer Reihe von seltenen und schutzw\u00fcrdigen Pflanzenarten und Vegetationseinheiten einen angemessenen Lebensraum bietet. Dieser aus floristischer und vegetationskundlicher Sicht besondere Biotop ist aber auch im Hinblick auf die Fauna, zum Beispiel f\u00fcr Amphibien, Reptilien und verschiedene Vogelarten sowie vermutlich auch f\u00fcr eine Vielzahl von Wirbellosen, von gro\u00dfer Bedeutung. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Naturschutzgebiet \u201eGro\u00dfes Moor bei Gro\u00dfenmoor\u201c liegt im Norden des Landkreises Fulda in der Gemeinde Burghaun, etwa acht Kilometer nordwestlich von H\u00fcnfeld. Es wurde 1973 unter Schutz gestellt und hat heute eine Gr\u00f6\u00dfe von knapp 24 Hektar. Nach der letzten Eiszeit vor rund 12.500 Jahren begann sich dieses Moor in einer Senke zu entwickeln, die &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":144412,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-144411","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=144411"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144411\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":144413,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/144411\/revisions\/144413"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/144412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=144411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=144411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=144411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}