{"id":144370,"date":"2015-10-15T11:22:49","date_gmt":"2015-10-15T09:22:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=144370"},"modified":"2015-10-15T11:22:49","modified_gmt":"2015-10-15T09:22:49","slug":"berufseinstieg-und-lebensplanung-fuer-junge-leute-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=144370","title":{"rendered":"Berufseinstieg und Lebensplanung f\u00fcr junge Leute verbessern"},"content":{"rendered":"<p>CDA Fulda: Keine sachgrundlosen Befristungen! Es gibt eine klare Entwicklung: der Trend geht zum Lebensabschnittsjob. Stellen mit Verfallsdatum sind zum Normalfall geworden \u2013 zumindest und besonders f\u00fcr junge Leute. Und mit schlechtem Beispiel gehen ausgerechnet auch \u00f6ffentliche Arbeitgeber voran. Dabei steuert der Arbeitsmarkt in Deutschland, ganz vorn die Region Fulda, auf Vollbesch\u00e4ftigung zu. <\/p>\n<p>Und dennoch sieht der CDA-Kreisvorstand Handlungsbedarf: Aktuell sind etwa 10 Prozent aller Besch\u00e4ftigten befristet eingestellt. Etwa 40 Prozent aller neuen Arbeitsverh\u00e4ltnisse werden befristet abgeschlossen. Das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung spricht sogar von einer Verfestigung bei 45 Prozent. Betroffen ist hier besonders die junge Generation. Unter Hochschulabsolventen geht diese Quote je nach Fachrichtung sogar bis zu 80 Prozent, stellt der Fuldaer CDA-Kreisvorsitzende Hubert Schulte fest.<br \/>\nRechtlich wird von den h\u00f6chsten deutschen und Europ\u00e4ischen Gerichten (BAG, BVerfG und EuGH) das unbefristete Arbeitsverh\u00e4ltnis als \u201edie sozialrechtlich privilegierte und daher sozialstaatlich gesehen erw\u00fcnschtere Regelung\u201c betrachtet. Aus dem verfassungsrechtlich verbrieften Grundrecht der freien Berufswahl und Berufsaus\u00fcbung ist die Verpflichtung des Gesetzgebers abzuleiten, diese Grundrechte der Arbeitnehmer nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einzuschr\u00e4nken, so Hubert Schulte weiter. Auch in den kirchlichen Sozialenzykliken werden verschiedentlich auf gerechte Bedingungen der Erwerbsarbeit und auf das Recht der Arbeitnehmer auf sichere Arbeit f\u00fcr sich und f\u00fcr ihre Familien hingewiesen.<\/p>\n<p>Dabei sei zu unterscheiden: Bei einer Schwangerschafts-, Elternzeit- oder Krankheitsvertretung ist von einer &#8220;Befristung mit Sachgrund&#8221; die Rede, dies ist rechtlich wie ethisch unstreitig. Arbeitgeber weichen bei Ersteinstellungen nach Meinung von Kritikern aber immer h\u00e4ufiger ohne konkrete Begr\u00fcndung auf Zeit-Vertr\u00e4ge aus, hier handelt es sich dann um \u201esachgrundlose\u201c Befristungen. Eine solche sachgrundlose Befristung darf beim selben Arbeitgeber h\u00f6chstens f\u00fcr zwei Jahre vereinbart werden. Vertr\u00e4ge mit k\u00fcrzerer Laufzeit k\u00f6nnen dreimal verl\u00e4ngert werden, bis die zwei Jahre ausgesch\u00f6pft sind, so das Teilzeit- und Befristungsgesetz.<\/p>\n<p>Besonders \u00e4rgerlich findet es der CDA-Kreisvorstand, dass bei zahlreichen Stellenausschreibungen in unserer Region eine sachgrundlose Besch\u00e4ftigung angeboten wird mit einem erg\u00e4nzenden Zusatz \u201eWeiterbesch\u00e4ftigung im Anschluss m\u00f6glich\u201c. Hier entsteht der feste Eindruck, dass Arbeitgeber mit einer solchen bis zu zweij\u00e4hrigen Befristung lediglich die i. d. R. sechsmonatige Probezeit nach BGB oder Tarifvertrag verl\u00e4ngern und die Besch\u00e4ftigten in Abh\u00e4ngigkeit halten wollen. Wer in dieser Zeit auff\u00e4llt, Kritik \u00fcbt, keine H\u00f6chstleistungen erbringt oder als Frau nur schwanger wird, d\u00fcrfte wohl kaum Chancen auf Weiterbesch\u00e4ftigung haben. \u201eWie sollen junge Leute, die nicht wissen, ob und wo und in welchem Umfang sie nach Ablauf einer Befristung eine Anschlussbesch\u00e4ftigung finden und die damit auf keine wirtschaftliche Sicherheit setzen k\u00f6nnen, Verantwortung f\u00fcr Kinder, f\u00fcr eine Familie \u00fcbernehmen oder auch nur eine Bleibe\/Wohnung auf Dauer einrichten?\u201c \u2013 fragt CDA-Kreisvorsitzender Hubert Schulte. Auch und besonders junge Leute brauchen eine stabile Planungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr ihr weiteres Leben. Mit Bezug auf die bekannte demografische Entwicklung komme auf die junge Generation eine immer gr\u00f6\u00dfere Verantwortung f\u00fcr die Gesellschaft als Ganze zu. Um dieser Entwicklung eher entsprechen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen vermeidbare Belastungen wie die Unsicherheit des Arbeitsplatzes  auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden. Dies sei auch eine Frage der Generationengerechtigkeit und letztlich auch der W\u00fcrde des Einzelnen. Schulte teilt daher die Auffassung des Sachverst\u00e4ndigenrates im Jahresgutachten 2013\/14, dass \u201edie Anreize, Zeitarbeit und Befristungsm\u00f6glichkeiten zu nutzen, so gering wie m\u00f6glich gehalten werden m\u00fcssen.\u201c Der Gesetzgeber habe \u2013 auch vor dem Hintergrund des Sozialstaatsgebotes in Art. 20 Grundgesetz &#8211; die Pflicht, das als Ausnahme vorgesehene befristete Arbeitsverh\u00e4ltnis regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen.  F\u00fcr die CDA im Kreis Fulda ist daher zur Vermeidung von Belastungen und Nachteilen f\u00fcr die betroffenen Besch\u00e4ftigten klar:\u201eSachgrundlose Befristungen geh\u00f6ren abgeschafft!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>CDA Fulda: Keine sachgrundlosen Befristungen! Es gibt eine klare Entwicklung: der Trend geht zum Lebensabschnittsjob. Stellen mit Verfallsdatum sind zum Normalfall geworden \u2013 zumindest und besonders f\u00fcr junge Leute. Und mit schlechtem Beispiel gehen ausgerechnet auch \u00f6ffentliche Arbeitgeber voran. Dabei steuert der Arbeitsmarkt in Deutschland, ganz vorn die Region Fulda, auf Vollbesch\u00e4ftigung zu. 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