{"id":144111,"date":"2015-10-08T08:57:49","date_gmt":"2015-10-08T06:57:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=144111"},"modified":"2015-10-08T08:57:49","modified_gmt":"2015-10-08T06:57:49","slug":"junge-asylbewerber-helfen-bei-der-apfelernte-im-biosphaerenreservat-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=144111","title":{"rendered":"Junge Asylbewerber helfen bei der Apfelernte im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p>Sie sind Syrer, Afghanen und Eritreer: Gut 50 Jugendliche und junge M\u00e4nner, die ohne Familie nach Deutschland gekommen sind, leben derzeit auf der Wasserkuppe. Um den Fl\u00fcchtlingen einen Weg aus der Eint\u00f6nigkeit ihres Alltags zu erm\u00f6glichen, haben das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und der Jugendhilfeverbund St. Elisabeth der Caritas Fulda ein Projekt gestartet, das derzeit in vollem Gange ist: Die Ernte von \u00c4pfeln und Birnen auf den Streuobstwiesen in der Rh\u00f6n.<\/p>\n<p>Ideengeber f\u00fcr das Gemeinschaftsprojekt sind die Rh\u00f6ner Apfelinitiative, das Biosph\u00e4renreservat Hessische Rh\u00f6n und der Jugendhilfeverbund der Caritas in Fulda. Ranger Arnold Will vom Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und Christof Schneider vom Jugendhilfeverbund der Caritas, der als Fachbereichsleiter auch als Koordinator f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Jugendlichen auf der Wasserkuppe zust\u00e4ndig ist, zeichnen f\u00fcr die Umsetzung verantwortlich. <\/p>\n<p>\u201eWir haben schon in diversen Projekten zusammengearbeitet und so kam uns die \u00dcberlegung, welche Besch\u00e4ftigung f\u00fcr die jungen Menschen m\u00f6glich sein k\u00f6nnte, da sie ja w\u00e4hrend des Asylverfahrens keiner Arbeit nachgehen d\u00fcrfen\u201c, erkl\u00e4rt der Bereichsleiter. \u201eDa wir mitten in der Apfelernte sind, war es naheliegend, die Migranten mit einzubinden, und sie tun dies mit gro\u00dfem Elan und Begeisterung\u201c, f\u00fcgt Ranger Will hinzu.<\/p>\n<p>Das an der Fohlenweide geerntete Obst wird an eine Kelterei geliefert, die f\u00fcr die Caritas-Werkstatt Haselstein in N\u00fcsttal im Rahmen von &#8220;Rh\u00f6ner Fruchtgenuss&#8221; keltert. Ein Teil des Apfelmosts soll als Getr\u00e4nk f\u00fcr die Asylbewerber in allen Teilen der Region genutzt werden, finanzielle \u00dcbersch\u00fcsse aus dem Verkauf von Saft durch die Caritas sollen in Projekte f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskinder flie\u00dfen.  <\/p>\n<p>&#8220;Es gibt viele Streuobstwiesen im Biosph\u00e4renreservat, die nicht alle bewirtschaftet werden k\u00f6nnen, weil es an Mitarbeitern fehlt&#8221;, erkl\u00e4rt Arnold Will. &#8220;Durch die Aktion Obsternte, die derzeit im Bereich der Fohlenweide l\u00e4uft, sind wir in der Lage, den Jugendlichen Abwechslung in den Alltag zu bringen, den Teamgeist innerhalb der Gruppe zu st\u00e4rken und Kontakte zu Menschen aus der Region herzustellen&#8221;, erl\u00e4utert der Ranger die vorrangigen Ziele des Projekts.<\/p>\n<p>Will und Schneider haben ehrgeizige Pl\u00e4ne. &#8220;Wenn wir durchhalten und in Absprache mit Hessenforst, dem gro\u00dfe Areale in der Rh\u00f6n geh\u00f6ren, die Streuobstwiesen abernten d\u00fcrfen, sind wir in der Lage, ziemliche Mengen an Obst an die Keltereien in der Region zu liefern und so einige tausend Liter Saft produzieren zu lassen. In dem Projekt steckt ein riesiges Potential f\u00fcr die Betreuung von unbegleiteten Minderj\u00e4hrigen&#8221;, sagt der Ranger. <\/p>\n<p>F\u00fcr Christof Schneider und Arnold Will ist es durchaus denkbar, die Fl\u00fcchtlinge auch bei Pflegeschnitten auf den Streuobstwiesen einzusetzen oder bei Privatleuten, die selbst nicht in der Lage sind, ihr Obst abzuernten, als Erntehelfer zu fungieren. &#8220;Wenn neben der Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit auch die Kommunikation zwischen den Menschen aus der Region und den jugendlichen Fl\u00fcchtlingen in Gang kommt, w\u00e4re das auch beim \u00dcberwinden von beiderseitigen Ber\u00fchrungs\u00e4ngsten hilfreich&#8221;, sagt Arnold Will.<\/p>\n<p>F\u00fcr die beiden Projektverantwortlichen und ihre Sch\u00fctzlinge ist es schon jetzt eine gelungene Aktion. Die freiwilligen und vor allem eifrigen Erntehelfer aus Afghanistan, Syrien und Eritrea hatten bei ihrem ersten Einsatz an der Fohlenweide viel Spa\u00df an dieser besonderen Art der Freizeitgestaltung.<\/p>\n<p>Info<br \/>\nWer das Projekt unterst\u00fctzen und sein Obst ernten lassen m\u00f6chte, kann sich bis Freitag, 9. Oktober, 12 Uhr bei der hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats melden. Mindestens f\u00fcnf Obstb\u00e4ume sollte der Einsatz umfassen. Kontaktaufnahme per Telefon unter (06654)96120 oder per E-Mail an vwst@brrhoen.de.<\/p>\n<p>Bild: Der erste Ernteeinsatz auf einer Streuobstwiese an der Fohlenweide war ein voller Erfolg. Die jungen Fl\u00fcchtlinge freuten sich \u00fcber die Abwechslung und hatten unter Anleitung von Christoph Schneider (links) und Ranger Arnold Will (3. von links) in k\u00fcrzester Zeit gro\u00dfe Mengen an Obst eingebracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sie sind Syrer, Afghanen und Eritreer: Gut 50 Jugendliche und junge M\u00e4nner, die ohne Familie nach Deutschland gekommen sind, leben derzeit auf der Wasserkuppe. 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