{"id":143955,"date":"2015-10-03T06:44:32","date_gmt":"2015-10-03T04:44:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143955"},"modified":"2015-10-03T06:44:32","modified_gmt":"2015-10-03T04:44:32","slug":"musikalische-werke-abseits-des-gewohnten-domkonzert-am-14-november-2015-19-uhr-im-hohen-dom-zu-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143955","title":{"rendered":"MUSIKALISCHE WERKE ABSEITS DES GEWOHNTEN Domkonzert am 14. November 2015 19 Uhr im Hohen Dom zu Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Eine renommierte Berliner Zeitung k\u00fcndigt ein Konzert in der Philharmonie Berlin an, in dem auch, wie bei uns, der 47. Psalm von Florent Schmitt aufgef\u00fchrt wird. Erste Textzeile dort: \u201eWer Lust hat, mal was zu h\u00f6ren, was man nicht immer h\u00f6rt, kann hier etwas ganz Besonderes erleben!\u201c<br \/>\nMit der Auff\u00fchrung von Werken franz\u00f6sischer Komponisten werden die Ch\u00f6re am Fuldaer Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber erneut einen &#8211; wie schon h\u00e4ufig in den Herbstkonzerten &#8211;  \u201efrischen\u201c, unkonventionellen und besonderen Akzent setzen. Das gilt besonders f\u00fcr \u201ePsalm 47\u201c von Florent Schmitt. Der Komponist aus der Jahrhundertwende fordert von den Musikern dabei alle Kr\u00e4fte; Orchester, Chor und Sopranistin m\u00fcssen alles geben.<br \/>\nMit seinem Geburtsjahr 1870 liegt Florent Schmitt genau zwischen Debussy und Ravel, doch ein \u201efranz\u00f6sischer Impressionist\u201c wurde er nicht. Vor allem Richard Wagner und Richard Strauss, aber auch der Komponist Gabriel Faur\u00e9 beeinflussten ihn. \u201eGloire au Seigneur!\u201c &#8211; \u201eEhre sei dem Herrn!\u201c beginnt der 47. Psalm (Urauff\u00fchrung 1906); und so gestaltet Schmitt auch seinen gesamten \u201eK\u00f6nigspsalm\u201c: wie ein monumentales Triumphlied zur Ehre Gottes, das neben  sensiblen Passagen immer wieder in einen \u201eunb\u00e4ndigen\u201c, faszinierenden Klangrausch m\u00fcndet. Eine solche pr\u00e4chtige Klanggewalt wird der Fuldaer Dom nur selten erlebt haben.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wird das Konzert mit der Vertonung des 137.  Psalms \u201eAn den Str\u00f6men von Babel, da sa\u00dfen wir und weinten\u201c von Joseph Guy Ropartz, ein Komponist, der im Fuldaer Dom kein Unbekannter ist. Der Psalm 137 geh\u00f6rt zu den gro\u00dfartigsten Klagepsalmen, er wurde immer wieder von bedeutenden Komponisten vertont. Bei Ropartz ist die \u201eKlage der Exilanten\u201c, das \u201eHeimweh nach dem Zion\u201c eine Komposition f\u00fcr Chor, gro\u00df besetztes Orchester  und Orgel. Es ist ein Werk von erhabenem Ernst mit starken dramatischen Momenten. Die farbreiche Harmonik mit einer bevorzugten Chromatikpr\u00e4gung erinnert an Ropartz\u00e2\u20ac\u2122 Lehrer C\u00e9sar Franck. St\u00e4ndige Kontraste in der Chorkomposition \u2013 ausdrucksstarke Fugati, Unisono-Teile und eine harmonisch kompakte oder differenzierte Mehrstimmigkeit &#8211; sind Mittel,  Niedergedr\u00fccktheit, Wehklagen oder verzweifeltes Wut-Aufschreien der ins Exil Verbannten \u00fcber die Zerst\u00f6rung \u201eihres\u201c Jerusalems zu beschreiben. Ganz sicher werden diese auch die heutigen Zuh\u00f6rer stark ber\u00fchren.<\/p>\n<p>Zwischen den beiden Werken von Schmitt und Ropartz wird das \u201eStabat mater\u201c von Francis Poulenc aufgef\u00fchrt. Der Stabat-mater-Text m\u00f6chte einem Beter die uns\u00e4glichen Schmerzen der unter dem Kreuz ihres Sohnes stehenden Gottesmutter Maria bewusst machen. Da die Dichtung fast ausschlie\u00dflich auf den Ausdruck von Klage, Schmerz und flehentliches Bitten bezogen ist, steht jeder Komponist eines Stabat maters vor dem Problem, dennoch eine Vielfalt an musikalischen Ausdruckscharakteren zu entwickeln. Im Vergleich mit zahlreichen bedeutenden Stabat-mater-Kompositionen w\u00e4hlt Poulenc eine absolut unkonventionelle Ausdruckwelt f\u00fcr sein Werk, das im Jahr 1950 entstand. Die zw\u00f6lf S\u00e4tze f\u00fcr Solosopran, f\u00fcnfstimmigen Chor und Orchester pr\u00e4sentieren ein buntes Gemisch verschiedener Stimmungen von bedr\u00fcckender Ernsthaftigkeit \u00fcber zorniges Stampfen bis hin zu versonnenem Entz\u00fccken und beschwingter Freude. Poulenc bedient sich auch in diesem Werk seiner typischen Stilmittel: die Harmonien sind mit dissonanten Intervallen, Elementen der Jazz-Harmonik und Mitteln aus der \u201eUnterhaltungsmusik\u201c versehen. Poulenc r\u00fcttelt gerne die Zuh\u00f6rer durch scharfe Kontraste auf, er m\u00f6chte sie \u201ebetroffen\u201c machen. Vor allem aber auch  Jugendliche will er durch seine mitrei\u00dfende Musik gewinnen.<br \/>\nGro\u00dfartigste Musik f\u00fcr Jung und Alt, hier und in den beiden anderen Werken!<\/p>\n<p>KMD Martin Bartsch <\/p>\n<p>\fDomkonzert 2015 \t\u201ePsaume 136\u201c von Guy Ropartz<br \/>\n\t\t\t\u201eStabat Mater\u201c von Francis Poulenc<br \/>\n\t\t\t\u201ePsaume 47\u201c von Florent Schmitt<\/p>\n<p>Heidrun Kordes, Sopran<br \/>\n\t\t\tJenaer Philharmonie<br \/>\n\t\t\tDomchor Fulda<br \/>\n\t\t\tJugendKathedralChor Fulda<\/p>\n<p>\t\t\tLeitung: DKM Franz-Peter Huber<\/p>\n<p>Vorverkauf: \tCh\u00f6re am Fuldaer Dom, Eduard-Schick-Platz 3, 36037 Fulda<br \/>\n\t\tTel: 0661-87-390; choere-am-dom@bistum-fulda.de    www.domchor-fulda.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine renommierte Berliner Zeitung k\u00fcndigt ein Konzert in der Philharmonie Berlin an, in dem auch, wie bei uns, der 47. Psalm von Florent Schmitt aufgef\u00fchrt wird. 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