{"id":143808,"date":"2015-09-29T11:11:59","date_gmt":"2015-09-29T09:11:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143808"},"modified":"2015-09-29T11:11:59","modified_gmt":"2015-09-29T09:11:59","slug":"das-stadtarchiv-macht-einen-teil-seiner-bestaende-im-internet-zugaenglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143808","title":{"rendered":"Das Stadtarchiv macht einen Teil seiner Best\u00e4nde im Internet zug\u00e4nglich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Stadtarchiv_Fulda.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-143822\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Stadtarchiv_Fulda-265x177.jpg\" alt=\"Stadtarchiv_Fulda\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Stadtarchiv_Fulda-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Stadtarchiv_Fulda-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Stadtarchiv_Fulda.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Auf rund vier Kilometern Regalbodenl\u00e4nge verwahrt das Fuldaer Stadtarchiv eine bis in das 13. Jahrhundert zur\u00fcckreichende historische \u00dcberlieferung. In diesem \u201eGed\u00e4chtnis der Stadt\u201c werden all jene Unterlagen dauerhaft archiviert, die f\u00fcr die Arbeit der Verwaltung oder f\u00fcr die historische Forschung von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung sind. Es kann sich dabei um eine mittelalterliche Urkunde der L\u00f6herzunft, ein Ratsprotokoll aus dem 16. Jahrhundert oder eine Akte des 19. Jahrhunderts \u00fcber die Errichtung des Bonifatiusdenkmals handeln, sie alle lassen vergangene Zeiten anhand des Originals wieder aufleben.<\/p>\n<p>Doch nicht nur die langfristig bedeutsamen Unterlagen der Verwaltung sind f\u00fcr das Archiv von Interesse. Als herausragende Anlaufstelle f\u00fcr alle Fragen im Zusammenhang mit der Geschichte Fuldas und seiner Umgebung werden im Stadtarchiv auch Dokumente aus Privatbesitz gesammelt, sei es von Vereinen, Verb\u00e4nden, Parteien, Firmen oder Einzelpersonen. Wichtig ist allein, dass die Akten, Bilder, Tageb\u00fccher, Schallplatten oder sonstigen St\u00fccke einen Bezug zu Fulda haben. Dabei kann eine Speisekarte von 1970, ein Poesiealbum aus den Zwanziger Jahren oder eine \u201eReichskleiderkarte\u201c des Jahres 1940 f\u00fcr sp\u00e4tere Generationen weitaus interessanter sein als eine Akte der Stadtverwaltung. Die privaten Zeugnisse tragen dazu bei, die regionale Geschichte nicht nur aus der Perspektive der Herrschenden und der Verwaltung zu betrachten, sondern die Geschichte der \u201ekleinen Leute\u201c in den Blick zu nehmen. Die Dokumentation der Alltagsgeschichte ist somit neben der Sicherung der rechtserheblichen Verwaltungsdokumente ein wichtiges Anliegen des Fuldaer Stadtarchivs.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hirsch_Wertheim.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-143821\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hirsch_Wertheim-265x374.jpg\" alt=\"Hirsch_Wertheim\" width=\"265\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hirsch_Wertheim-265x374.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hirsch_Wertheim-188x265.jpg 188w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hirsch_Wertheim-425x600.jpg 425w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hirsch_Wertheim.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>W\u00e4hrend die Archive bis weit in das 19. Jahrhundert hinein nur ihren jeweiligen Tr\u00e4gern dienten und die \u00d6ffentlichkeit keinen Zugang zu den Dokumenten erhielt, hat sich dieser Zustand inzwischen grundlegend gewandelt. Die Nutzung der \u00f6ffentlich unterhaltenen Staats-, Stadt- und Kirchenarchive steht jedem Interessierten zu. Einschr\u00e4nkungen gibt es lediglich im Hinblick auf die Wahrung des Daten- und Urheberrechtsschutzes. Wer auch immer eine Fragestellung zur fuldischen Geschichte hat, Familien- oder Ortsforschung im Fuldaer Land betreibt oder seine Vorfahren in Fulda sucht, kann im Stadtarchiv nachfragen, ob zu seinem Thema etwas vorhanden ist. Bisher konnte man mit seiner Suche nur im Lesesaal des Archivs im Palais Buttlar an den dort vorhandenen Computern beginnen oder sich vom Archivpersonal bei der Recherche beraten lassen. Online zug\u00e4nglich war nur eine \u00dcbersicht der vorhandenen Best\u00e4nde.<\/p>\n<p>Seit kurzem hat das Archiv einen umfangreichen Teil seiner Findb\u00fccher und Datenbanken zur Recherche ins Netz gestellt (www.fulda.de\/kultur\/stadtarchiv.html). Online abgefragt werden k\u00f6nnen nun die gesamten Aktenbest\u00e4nde vom Sp\u00e4tmittelalter bis ins 20. Jahrhundert, Teile des Sammlungsguts, die Karten- und Planbest\u00e4nde, die Bibliothek und die audiovisuellen Medien sowie mehrere Datensammlungen zur Personengeschichte. Als besonderer Service weist der Bibliothekskatalog nicht nur vorhandene B\u00fcchertitel nach, sondern erfasst auch nahezu alle Zeitschriftenbeitr\u00e4ge aus den f\u00fcr die Region Fulda einschl\u00e4gigen Reihen wie etwa den \u201eBuchenbl\u00e4ttern\u201c oder der \u201eRh\u00f6nwacht\u201c. Recherchierbar ist auch der bibliographische Nachweis zu ca. 45.000 Artikeln aus der \u201eFuldaer Zeitung\u201c sowie den sonstigen regionalen Druck- und online-Medien seit 1998.<\/p>\n<p>Die im Internet zu einem Thema gefundenen Unterlagen k\u00f6nnen mit der Warenkorb-Funktion zur Einsichtnahme in den Lesesaal des Stadtarchivs bestellt werden. Dieser Service ist f\u00fcr schulische, heimatkundliche und einfache personengeschichtliche Fragestellungen kostenfrei.<\/p>\n<p>Das besonders gefragte Bildarchiv steht nun ebenfalls \u00f6ffentlich zur Verf\u00fcgung. Es werden allerdings noch einige Jahre ins Land gehen, bis der weit mehr als eine Million Negative und Abz\u00fcge umfassende Bildbestand online zu sehen ist. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind nicht nur der gewaltige finanzielle und personelle Aufwand, der f\u00fcr die Digitalisierung und Beschreibung der Fotos zu leisten ist, sondern auch Einschr\u00e4nkungen durch das Urheber- und Pers\u00f6nlichkeitsschutzrecht. Viele Bilder k\u00f6nnen erst nach Ablauf relativ langer Schutzfristen ins Netz gestellt werden. Mit der Freischaltung des Bestandes ist nun immerhin ein Anfang gemacht.<\/p>\n<p>Das neue Angebot des Stadtarchivs ist in dieser Form auf der Ebene der kommunalen Archive bundesweit mit nur wenigen anderen Archiven wie etwa in Frankfurt am Main, N\u00fcrnberg, Mannheim, Mainz oder Bamberg vergleichbar. \u201eVor dem Hintergrund der bedeutenden Geschichte Fuldas ist das Bestreben, mit den ,Gro\u00dfen\u00e2\u20ac\u02dc mithalten zu wollen, aber durchaus gerechtfertigt\u201c, gibt Kulturamtsleiter und Stadtarchivar Dr. Thomas Heiler zu bedenken. \u201eWir erhoffen uns von diesem weiteren Schritt an die \u00d6ffentlichkeit eine verst\u00e4rkte und vor allem quellengest\u00fctzte Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Es muss niemand mehr eine Schwellenangst vor dem Besuch eines Archivs haben.\u201c<\/p>\n<p>Eine Datenbank erinnert an die j\u00fcdischen Bewohner Fuldas<\/p>\n<p>Im Zuge der Freischaltung der Archivbest\u00e4nde zur online-Recherche bietet das Stadtarchiv einen weiteren Service an. W\u00e4hrend die Nachforschung im Netz in der Regel nur den Hinweis auf das Vorhandensein einer Akte erbringt, sollen nach und nach auch die Akteninhalte digitalisiert und ver\u00f6ffentlicht werden. Bei insgesamt etwa 40 Millionen zu digitalisierenden Seiten, die das Archiv umfasst, versteht es sich von selbst, dass zun\u00e4chst nur die bedeutendsten Quellen auf diese Weise pr\u00e4sentiert werden k\u00f6nnen. Den Anfang macht die sogenannte \u201eJ\u00fcdische Meldekartei\u201c. Sie enth\u00e4lt die Meldekarten aller j\u00fcdischen B\u00fcrger Fuldas, die zwischen 1895 und 1945 hier gelebt haben. Die im Netz in hoch aufgel\u00f6sten Scans gezeigten Karten, deren Inhalte \u00fcber mehrere Suchfunktionen recherchiert werden k\u00f6nnen, erlauben einen bisher nicht m\u00f6glich gewesenen Gesamtblick auf die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung der Stadt. Sowohl die Herkunftsorte der Zugezogenen wie die Wegzugs-, Emigrations- und Deportationsorte werden auf einen Blick sichtbar. Die Liste der Wohnadressen gibt einen sofortigen \u00dcberblick, wo in Fulda j\u00fcdische B\u00fcrger wohnten.<\/p>\n<p>Die nunmehr frei zug\u00e4ngliche Datenbank (http:\/\/fulda-meldekartei.ifaust-online.de) soll der Anfang einer ganzen Reihe von Quellenpr\u00e4sentationen zur j\u00fcdischen Geschichte Fuldas werden. Geplant ist als n\u00e4chstes die Online-Edition der j\u00fcdischen Personenstandsregister.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Auf rund vier Kilometern Regalbodenl\u00e4nge verwahrt das Fuldaer Stadtarchiv eine bis in das 13. 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