{"id":143492,"date":"2015-09-22T11:07:10","date_gmt":"2015-09-22T09:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143492"},"modified":"2015-09-22T11:07:10","modified_gmt":"2015-09-22T09:07:10","slug":"du-bist-mir-vor-mitternacht-daheim-aok-hessen-regeln-und-prinzipien-sinnvoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143492","title":{"rendered":"\u201eDu bist mir vor Mitternacht daheim\u201c &#8211; AOK Hessen: Regeln und Prinzipien sinnvoll"},"content":{"rendered":"<p>Die Pubert\u00e4t wird \u00fcbersch\u00e4tzt, und zwar von Eltern und erst recht den eifrigen Produzenten von Ratgeber-Literatur. Sie ist eine Phase, die nicht von langer Dauer ist. Eine Zeit des \u00dcbergangs. Ein h\u00e4ufiger Streitpunkt ist der Zeitpunkt des Nachhausekommens. Soll man genaue Regeln festlegen? Vor dem Club stehen und Taxi spielen?<\/p>\n<p>Regeln helfen immer. Das Kleinkind h\u00e4lt sie noch mit gro\u00dfem Eifer ein. Doch sobald zweistellige Alterszahlen erreicht werden, k\u00f6nnen sich Regelbr\u00fcche h\u00e4ufen. Denn Kinder in der Pubert\u00e4t suchen zuweilen den Konflikt, w\u00fcnschen sich aber \u2013 mag das auch selten ausgesprochen werden \u2013 F\u00fcrsorgesignale der Eltern. \u201eAuch 16-j\u00e4hrige bewegen sich nicht losgel\u00f6st von jeglichen Absprachen\u201c, meint AOK-Diplompsychologin Ursula Kohlmann. Anders gesagt: Ja, man sollte verbindlich festlegen, wann der Jugendliche wieder heimischen Boden betritt. Zumal es sich immer lohnt, vorab zu besprechen, wie der Teenager \u00fcberhaupt nach Hause kommt. Wird er oder sie gefahren? Von wem? Gibt es \u00f6ffentliche Verkehrsmittel? Soll man Taxigeld mitgeben? Ob man junge Partyg\u00e4nger wirklich regelm\u00e4\u00dfig pers\u00f6nlich abholen muss, da scheiden sich die Geister. Eine generelle, allgemein g\u00fcltige Auffassung hierzu gibt es nicht. \u201eIm Zweifel kann das nicht falsch sein. Die Frage ist, ob man seinem Kind zutraut, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Dazu geh\u00f6rt auch, die Fahrt\u00fcchtigkeit von anderen Personen einzusch\u00e4tzen\u201c, so Kohlmann.<\/p>\n<p>\u201eVern\u00fcnftig\u201c muss man definieren<br \/>\nDoch was kann als \u201evern\u00fcnftige Ausgehzeit\u201c gelten? Die AOK Hessen macht einen Vorschlag zur Orientierung, der zu Schulzeiten freitags und samstags gilt, somit wenn kein Schul- oder Arbeitstag folgt:<\/p>\n<p>13 Jahre: bis 21 Uhr,<br \/>\n14 Jahre: bis 22 Uhr,<br \/>\n15 Jahre: bis 23 Uhr,<br \/>\n16 Jahre: bis 0 Uhr,<br \/>\n17 Jahre: nach Ermessen des Jugendlichen,<\/p>\n<p>denn dazu m\u00fcsste er in diesem Alter auf jeden Fall in der Lage sein, wobei es immer \u2013 unabh\u00e4ngig vom Alter \u2013 darauf ankommt, wo sich der Jugendliche aufh\u00e4lt. So ist im Jugendschutzgesetz zum Beispiel geregelt, dass \u201edie Anwesenheit bei \u00f6ffentlichen Tanzveranstaltungen ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht und Jugendlichen ab 16 Jahren l\u00e4ngstens bis 24 Uhr gestattet werden\u201c darf. Die Aufsichtspflicht liegt freilich immer bei den Eltern, zu jeder Uhrzeit. Dabei sollte man die zunehmende Eigenverantwortung der Kinder ber\u00fccksichtigen und st\u00e4rken, aber auch Ihre \u00c4ngste und Bef\u00fcrchtungen diskutieren. Zudem sollten Eltern in der Aus\u00fcbung des Sorgerechts darauf Wert legen, dass sie m\u00f6glichst immer dar\u00fcber informiert sind, wo sich das Kind aufh\u00e4lt und die Kontrolle \u00fcber Aufenthalt und das Heimkommen behalten.<\/p>\n<p>Prinzipien und auf ihnen reiten<br \/>\nHalten sich die Kids nicht daran, m\u00fcssen Konsequenzen erfolgen.\u00c2\u00a0 \u201eEltern sollten hier keine Konflikte scheuen und ihre Motive offen legen. Denn schlie\u00dflich geht es darum, dass sie sich sorgen und wissen wollen, wo sich das Kind aufh\u00e4lt\u201c, best\u00e4tigt Kohlmann. So eine Konsequenz k\u00f6nnte lauten: \u201eBeim n\u00e4chsten Mal kommst Du eine Stunde fr\u00fcher heim.\u201c Oder es wird f\u00fcr eine begrenzte Zeit ein generelles Ausgehverbot ausgesprochen, wenn sich dieses Fehlverhalten absichtsvoll wiederholt. Wobei derartige Sanktionen vorher genau abgesprochen sein m\u00fcssen, nicht willk\u00fcrlich \u201everh\u00e4ngt\u201c werden d\u00fcrfen. Und wo Prinzipien walten, sollte Prinzipienreiterei vermieden werden. Wenn das Kind sich praktisch durchg\u00e4ngig an Absprachen h\u00e4lt, und trotzdem mal 20 Minuten sp\u00e4ter eintrifft, ist das nicht zwangsl\u00e4ufig ein Regelbruch. Und es muss gelegentlich und je nach Alter und Reifegrad auch m\u00f6glich sein, dass ein Kind l\u00e4nger auf bleiben darf \u2013 nicht nur an Silvester.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Pubert\u00e4t wird \u00fcbersch\u00e4tzt, und zwar von Eltern und erst recht den eifrigen Produzenten von Ratgeber-Literatur. Sie ist eine Phase, die nicht von langer Dauer ist. Eine Zeit des \u00dcbergangs. Ein h\u00e4ufiger Streitpunkt ist der Zeitpunkt des Nachhausekommens. Soll man genaue Regeln festlegen? Vor dem Club stehen und Taxi spielen? Regeln helfen immer. 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