{"id":143351,"date":"2015-09-19T09:42:06","date_gmt":"2015-09-19T07:42:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143351"},"modified":"2015-09-19T09:42:06","modified_gmt":"2015-09-19T07:42:06","slug":"kkv-fuer-eine-neue-internetkultur-statt-zensur-im-netz-auch-facebook-ist-kein-rechtsfreier-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143351","title":{"rendered":"KKV: F\u00fcr eine neue Internetkultur statt Zensur im Netz &#8211;  \u201eAuch Facebook ist kein rechtsfreier Raum\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eOb es eine L\u00f6sung ist, mit gesetzlichen Verboten Hasstiraden oder Schm\u00e4hungen bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken zu ahnden, wie es Justizminister Heiko Maas plant, scheint uns sehr zweifelhaft. Hier d\u00fcrfte die Interpretation, was Hass oder Schm\u00e4hungen im Netz sind, kaum umsetzbar sein. Und vor allem, wer soll dar\u00fcber entscheiden?\u201c Mit diesen Worten stellt der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) die Initiative des Justizministers in Frage. Das Hauptproblem bei einer solchen Ma\u00dfnahme sei letztlich, wer die \u201eOberhoheit\u201c habe, zu entscheiden, welcher Beitrag unter die Kategorie Hass oder Beleidigung falle. Der subjektiven Beurteilung sei damit T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. \u201eWie die Vergangenheit gezeigt hat, wurden beispielsweise Hasstiraden gegen die Kirche und den Papst meist mit dem Argument, es handele sich hierbei um Kunst oder Satire, die bekanntlich alles d\u00fcrfe, vom Tisch gewischt\u201c, gibt der geb\u00fcrtige Fuldaer KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner zu bedenken.<\/p>\n<p>Gleichzeitig weist der katholische Sozialverband darauf hin, dass er bereits seit l\u00e4ngerem die Verrohung der Sitten im digitalen Netz beklagt und deshalb f\u00fcr eine neue Internetkultur pl\u00e4diert habe, weil offenbar viele Menschen im Netz jegliche Form von Anstand vermissen lie\u00dfen und Wertsch\u00e4tzung anderer f\u00fcr sie ein Fremdwort sei. \u201eOffenbar glauben die Schreiber, dass im Internet alles erlaubt und die Achtung vor der Meinung des Anderen \u00fcberfl\u00fcssig ist\u201c, so der KKV-Bundesvorsitzende. Dank der Anonymit\u00e4t, die das Netz gew\u00e4hrleiste, werde ein solches Verhalten nat\u00fcrlich gef\u00f6rdert. Deshalb pl\u00e4diere man als katholischer Sozialverband daf\u00fcr, dass k\u00fcnftig Kommentare usw. in Diskussionsforen nicht mehr anonym erfolgen d\u00fcrften. Wenn man schon seine Meinung \u00e4u\u00dfert, sollte man auch mit seinem Namen daf\u00fcr stehen\u201c, so der KKV-Bundesvorsitzende, schlie\u00dflich seien Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke ja kein rechtsfreier Raum.<\/p>\n<p>So sehr der KKV eine offene Diskussion im Netz begr\u00fc\u00dft, so sehr appelliert er erneut an die Internetnutzer, sich bei ihren Beitr\u00e4gen immer zu fragen: Wie w\u00fcrde ich selbst auf eine solche Antwort reagieren? Tr\u00e4gt sie zur Aufkl\u00e4rung und Versachlichung des Themas bei oder dient sie nur dazu, meinem Unmut Luft zu machen? Wie hat es Wilhelm Busch so treffend formuliert: \u201eEin jeder ist f\u00fcr Toleranz, nur wenn\u00e2\u20ac\u2122s drauf ankommt, nicht so ganz.\u201c<\/p>\n<p>Gleichzeitig appelliert der KKV an die Medien, bei ihrer Berichterstattung nicht auch noch solche verbalen Entgleisungen zu zitieren. Letztlich w\u00fcrden durch solche Ver\u00f6ffentlichungen die Verfasser noch darin best\u00e4rkt, sich in dieser vielfach miesen Form weiter zu \u00e4u\u00dfern, frei nach der Devise: Mein Beitrag wurde sogar vom Medium XY f\u00fcr ver\u00f6ffentlichungsw\u00fcrdig betrachtet.<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923-0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eOb es eine L\u00f6sung ist, mit gesetzlichen Verboten Hasstiraden oder Schm\u00e4hungen bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken zu ahnden, wie es Justizminister Heiko Maas plant, scheint uns sehr zweifelhaft. Hier d\u00fcrfte die Interpretation, was Hass oder Schm\u00e4hungen im Netz sind, kaum umsetzbar sein. 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