{"id":143285,"date":"2015-09-18T16:56:55","date_gmt":"2015-09-18T14:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143285"},"modified":"2015-09-18T16:56:55","modified_gmt":"2015-09-18T14:56:55","slug":"die-agenda-arbeitsgruppe-faires-fulda-lud-zu-oekumenischer-andacht-modenschau-und-lesung-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143285","title":{"rendered":"Die Agenda Arbeitsgruppe \u201eFaires Fulda\u00e2\u20ac\u009d lud zu \u00f6kumenischer Andacht, Modenschau und Lesung ein"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der diesj\u00e4hrigen \u201eFairen Woche\u201c lud die Agenda-Arbeitsgruppe \u201eFaires Fulda\u201c unter dem Motto \u201eFairer Handel schafft Transparenz\u201c ein. Rund 130 Besucher besch\u00e4ftigten sich mit der Problematik der Textilproduktion am Beispiel von Bangladesh im Fuldaer \u201eKanzlerpalais\u201c. Mit einem Vortrag von Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET e.V., einer Modenschau mit \u00f6ko-fairer Kleidung und ein \u00f6kumenischer Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche wurde die Frage um \u201emenschenw\u00fcrdige Arbeit\u201c sehr unterschiedlich beleuchtet.<\/p>\n<p>Gisela Burkhardt lies anhand ihres Buches \u201eTodschick &#8211; Edle Labels, billige Mode \u2013 unmenschlich produziert\u201c einen tiefen Einblick in die \u201eTextilszenerie\u201c Bangladeshs zu. Sie skizzierte vor allem die Arbeitsbedingungen der in der Textilveredelung besch\u00e4ftigten Frauen und bezeichnete diese in weiten Teilen als \u201eZwangsarbeit\u201c. Am Beispiel der Arbeitszeiten und angeordneter \u00dcberstunden belegte sie dies. \u201eWer sich weigert, diese \u00dcberstunden zu leisten\u201c ist in k\u00fcrzester Zeit seine Besch\u00e4ftigung los\u201c so Burckhardt. Beim Versuch sich in Gewerkschaften zu organisieren m\u00fcssen die Arbeiterinnen ebenfalls mit Entlassung rechnen.<br \/>\nBurkhardt, die kurz vor der Veranstaltung erst wieder Bangladesh besuchte, r\u00e4umte mit dem Mythos auf, dass hochpreisige Textillabels unter w\u00fcrdigeren Bedingungen veredelt werden als Massenware f\u00fcr Billigmodeanbieter und Discounter. \u201eVor Ort musste ich h\u00e4ufig feststellen, dass Billigkleidung in den selben Fabriken hergestellt wird, wie teure Markenware\u201c.<br \/>\nBreiten Raum nahm in ihren Ausf\u00fchrungen auch die Arbeitssicherheit ein. Am Beispiel des Einsturzes des Rana Plaza, einem neungeschossigen Geb\u00e4ude, das 5 verschiedene Textilfabriken beherbergte waren 2013 \u00fcber 1.100 Menschen get\u00f6tet und ann\u00e4hernd 2.500 verletzt worden. Diese, meist Arbeiterinnen, waren gezwungen worden zu arbeiten, obwohl am Vortag die Beh\u00f6rden das Geb\u00e4ude als einsturzgef\u00e4hrdet gesperrt hatten. Erst im Sommer diesen Jahres war ein Hilfsfonds \u00fcber 30 Millionen US Dollar komplett eingezahlt und entsprechende Entsch\u00e4digungen an die Opfer k\u00f6nnen nunmehr ausgezahlt werden. \u201eDies h\u00f6rt sich gut an\u201c so Burckhardt, aber sie verweist darauf, dass dies eine \u201efreiwillige Leistung\u201c war, an denen sich auch nicht alle Auftraggeber, darunter 3 deutsche Firmen, beteiligt haben. Infolge dieses und anderer Ungl\u00fccksf\u00e4lle, insbesondere durch Brand verursacht, gibt es zwischenzeitlich ein Brand- und Geb\u00e4udeschutzabkommen, dessen Einhaltung die Frauenrechtlerin allerdings bezweifelte.<br \/>\nAuf R\u00fcckfrage aus dem Publikum, wie solche Zust\u00e4nde verhindert bzw. verbessert werden k\u00f6nnen, erwiderte sie, dass die Verbraucher zwar schon Einfluss nehmen k\u00f6nnen, indem sie \u00f6ko-fair ausgezeichnete Textilien kaufen, aber ohne staatlichen Einfluss mittelfristig wohl kaum Verbesserungen zu erwarten seien. \u201eHier ist auch unsere europ\u00e4ische Politik in der Pflicht. Es ist dringend notwendig, dass eine Unternehmerhaftung qua Gesetz eingef\u00fchrt wird\u201c so Burckhardt.<\/p>\n<p>Vor dem Vortrag stellten 16 Hobby-Models in einer \u00f6ko-fairen Modenschau Alltagskleidung vor. Beteiligt waren hier die Fuldaer Firmen \u201esch\u00f6n &amp; gut \u2013 fairtrade eco fashion\u201c und \u201eNullSechsSechsEins\u201c sowie der Fuldaer Kleidertauschladen\/N\u00e4hbar. Diese, wie auch weitere Beteiligte, darunter der Weltladen Fulda, eine Projektgruppe der Hochschule Fulda, das Tuchl\u00e4dchen, die Verbraucherzentrale Hessen, Beratungsstelle Fulda und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Di\u00f6zesanverband Fulda informierten an entsprechenden Informationsst\u00e4nden rund um die Frage von Textilien und menschenw\u00fcrdiger Arbeit.<\/p>\n<p>Begonnen hatte der Veranstaltungsreigen mit einem \u00f6kumenischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Der Pfarrer der Lutherkirchengemeinde, Matti Fischer und der Petersberger Diakon Thorstein Thomann stellten die Frage um menschenw\u00fcrdige Arbeit unter das Motto \u201eSehen und Licht\u201c. Fischer in seiner Ansprache: \u201eAuch wenn ich die Menschen, die f\u00fcr meine Alltag arbeiten selbst nicht sehe, so hilft mir Gott, den Blick auf sie zu werfen\u201c. Wir m\u00fcssten uns viel mehr bewusst machen, unter welchen Umst\u00e4nden Bedarfs- wie auch Luxusartikel, die Selbstverst\u00e4ndlichkeit in unserem Alltag sind, hergestellt werden.<\/p>\n<p>Monika Bracht, Leiterin der Verbraucherzentrale Hessen in Fulda und Gr\u00fcndungsmitglied der Agenda AG begr\u00fc\u00dfte die Besucher und erl\u00e4uterte, dass der Empfang mit \u00f6ko-Snacks sowie \u00d6kowein und Sekt dem Anlass des 10-j\u00e4hrigen Bestehens der Agenda Arbeitsgruppe faires Fulda geschuldet sei. Getragen von 7 Tr\u00e4gern hat sich die Gruppe bis heute deutlich verst\u00e4rkt. \u201eDies ist ein Zeichen, dass wir gute Arbeit geleistet haben\u201c so Bracht und verwies darauf, dass mittlerweile auch Einzelh\u00e4ndler mitarbeiten, die sich dem Fairen Handel verschrieben haben. Sie verwies dabei auch auf den Einkaufsratgeber f\u00fcr Textilien, den die Arbeitsgruppe 2014 herausgegeben hatte und der nunmehr, aufgrund der gro\u00dfen Nachfrage, ein zweites mal aufgelegt wurde.<br \/>\nBevor der Journalist Steffen Reith die Moderation des Abends \u00fcbernahm sprach das Fuldaer Magistratsmitglied Christa Sporer ein Gru\u00dfwort und richtete auch gute W\u00fcnsche des Fuldaer Stadtbaurats Daniel Schreiner aus.<\/p>\n<p>\u00dcber die Agenda Arbeitsgruppe \u201eFaires Fulda\u201c:<br \/>\nSeit 2005 haben sich in der Agenda-Gruppe \u201eFaires Fulda\u201c verschiedene Organisationen, Einrichtungen und Firmen zusammengeschlossen, um sich f\u00fcr die F\u00f6rderung des Fairen Handels in der Region Fulda einzusetzen.<\/p>\n<p>Mitglieder seit der Gr\u00fcndung sind:<br \/>\nStadt Fulda, Agenda-B\u00fcro<br \/>\nVerbraucherzentrale Hessen \u2013 Beratungsstelle Fulda<br \/>\ntegut \u00e2\u20ac\u00a6 gute Lebensmittel (vorher IG F\u00fcR)<br \/>\nKatholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Fulda<br \/>\nKolpingwerk Fulda,<br \/>\nKatholische Frauengemeinschaft (kfd) Fulda<br \/>\nWeltladen Fulda<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich erweitert um:<br \/>\nUnicef Fulda<br \/>\nUmweltzentrum Fulda<br \/>\nVHS Stadt Fulda<br \/>\nSchulen wie Marianum, Marienschule und Eduard-Stiehler Schule, Heinrich von Bibra Schule, Loheland<br \/>\nBlumen Link, Eichenzell<br \/>\nWalter Rammler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Im Rahmen der diesj\u00e4hrigen \u201eFairen Woche\u201c lud die Agenda-Arbeitsgruppe \u201eFaires Fulda\u201c unter dem Motto \u201eFairer Handel schafft Transparenz\u201c ein. 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