{"id":143084,"date":"2015-09-15T19:19:35","date_gmt":"2015-09-15T17:19:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143084"},"modified":"2015-09-15T19:19:35","modified_gmt":"2015-09-15T17:19:35","slug":"ich-kann-mit-konfliktsituationen-jetzt-%e2%80%a8besser-umgehen-und-darauf-bin-ich-stolz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143084","title":{"rendered":"\u201eIch kann mit Konfliktsituationen jetzt \u00e2\u20ac\u00a8besser umgehen  \u2013 und darauf bin ich stolz\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Freude ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Nach ihren erfolgreichen Pr\u00fcfungen haben Sarah G\u00f6rlich (29) und Daniel Genau (21) im ehemaligen Refektorium der Propstei Johannesberg gerade ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Sie sind die ersten Absolventen der 2012 bei der Gr\u00fcmel gGmbH gestarteten Ausbildung 3.5. Der Fuldaer Bildungstr\u00e4ger hatte das von der Agentur f\u00fcr Arbeit Fulda finanzierte Angebot, das sich an Rehabilitanden mit h\u00f6herem F\u00f6rderbedarf richtet, unter Federf\u00fchrung von Sozialp\u00e4dagogin Jutta Dehler entwickelt und speziell auf Jugendliche und junge Erwachsene abgestimmt, die aufgrund unterschiedlicher psychischer Beeintr\u00e4chtigungen Schwierigkeiten hatten, im Berufsleben Fu\u00df zu fassen. Im Gespr\u00e4ch blicken die beiden Absolventen zur\u00fcck auf ihre Ausbildung und berichten \u00fcber ihre vielf\u00e4ltigen Erfahrungen.<\/p>\n<p>\u201eIch will jungen Menschen, die mit psychischen Problemen zu k\u00e4mpfen haben, Mut machen, sich Hilfe und Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Start ins Berufsleben zu suchen \u2013 ich habe sie bei Gr\u00fcmel gefunden\u201c, erkl\u00e4rt Sarah G\u00f6rlich den Hintergrund, warum sie sich spontan f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Ausbildung 3.5 bereit erkl\u00e4rt hat. Die heute 29-J\u00e4hrige hatte vor Jahren eine Ausbildung in einem Hotel begonnen, die sie aber im zweiten Ausbildungsjahr unterbrechen musste. \u00dcber drei Jahre war sie berufsunf\u00e4hig. \u201eDamals hatte ich Angst vor allem, hatte massive gesundheitliche Probleme. Ich konnte das Haus nicht mehr verlassen.\u201c Sie erhielt psychologische Unterst\u00fctzung, kam mit Gr\u00fcmel in Kontakt, wagte die Wiedereingliederung.  \u201eMit drei Stunden habe ich damals angefangen und mich nach und nach gesteigert. Nach einem eineinhalbj\u00e4hrigen Praktikum in der Jugendwerkstatt im Bereich Service startete sie in die Ausbildung 3.5 und ist jetzt Hauswirtschaftshelferin. Als besonders hilfreich habe sie die w\u00f6chentliche Sozialp\u00e4dagogische Gruppenarbeit empfunden. \u201eWir haben uns jeden Freitag in der Gruppe getroffen. Ich war immer froh, dass ich dabei sein konnte. Jeder in der kleinen Gruppe hatte sein eigenes P\u00e4ckchen zu tragen, aber im gesch\u00fctzten Raum konnte ich offen \u00fcber alles sprechen. Jeder konnte frei erz\u00e4hlen, was ihn \u00e4rgert, bewegt, umtreibt. Und das hat gut getan und mein Selbstbewusstsein gest\u00e4rkt.\u201c <\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht das Daniel Genau, der in der Gruppenarbeit gelernt habe, auch mal nein sagen zu k\u00f6nnen und Grenzen zu ziehen. \u201eIch habe vorher eine Lehre in einer Tischlerei angefangen, kam aber mit dem Betriebsklima nicht zurecht und f\u00fchlte mich auch in der Berufsschule mit den Lehrern und den vielen Mitsch\u00fclern \u00fcberfordert. W\u00e4hrend der Ausbildung 3.5 zum Holzbearbeiter bei  Gr\u00fcmel und in der Berufsschule hatten wir immer nur kleine Klassen, das hat mir sehr geholfen\u201c, sagt der 21-J\u00e4hrige, der zudem den St\u00fctz- und F\u00f6rderunterricht hervorhebt, der vor Klassenarbeiten und Pr\u00fcfungen gute Hilfestellung gegeben hat. Und auch in der Tischlerei als Ausbildungsabteilung habe man sich sehr um ihn gek\u00fcmmert. \u201eIch habe viel gezeigt bekommen, viel Handwerkliches von Abteilungsleiter Thomas Uth gelernt. Ich denke, ich habe jetzt gute Voraussetzungen, in einem anderen Betrieb Fu\u00df zu fassen. Jetzt mache ich erstmal ein Praktikum in einer Tischlerei und werde mich dann bewerben\u201c, erkl\u00e4rt Daniel Genau selbstbewusst seine Zukunftspl\u00e4ne. Speziell die Arbeit an Maschinen mache ihm Spa\u00df, aber auch die Behandlung von Oberfl\u00e4chen, besonders das \u00d6len von Holz.<\/p>\n<p>Und was macht die angehende Hauswirtschaftshelferin in ihrem Beruf am liebsten? \u201eIch liebe die Arbeit in der K\u00fcche, besonders wenn es um die Bearbeitung von Fleisch geht\u201c, sagt die 29-J\u00e4hrige ganz spontan. Sechs Kilogramm Fleisch zu Gyros zu verarbeiten, klein zu schneiden und sachgerecht zu marinieren, geh\u00f6rt zu ihren leichtesten \u00dcbungen. \u201eIch esse auch unheimlich gerne Fleisch \u2013 besonders Sauerbraten\u201c, l\u00e4chelt die junge Frau und dabei leuchten ihre Augen. \u00dcber die Ausbildungsk\u00fcche Bistro Casino schw\u00e4rmt sie mindestens genauso: \u201eMarkus Gramberg war meine absolute Bezugsperson, er hat immer gesp\u00fcrt, wenn ich mal durch den Wind war, und dann hat er sich Zeit genommen und mit mir geredet. Ich habe ihm viel zu verdanken.\u201c <\/p>\n<p>Positiv im Angebot der Ausbildung 3.5 findet Daniel Genau den angeschlossenen medizinisch-psychologischen Dienst: \u201eFrau Bug-Sippel, die Psychologin, hat mir am Anfang geholfen und Tipps gegeben, wie ich mit der einen oder anderen schwierigen Situation besser klar kommen kann, wie ich mich durchsetzen und mein Selbstbewusstsein st\u00e4rken kann.\u201c<\/p>\n<p>Bildunterschrift: Jutta Dehler (Mitte), Leiterin des Teams der Ausbildung 3.5 bei Gr\u00fcmel, ist stolz auf die Leistung von Daniel Genau und Sarah G\u00f6rlich, die nach erfolgreicher Pr\u00fcfung nun beste Voraussetzungen f\u00fcr ihren Start in die Berufswelt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Freude ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Nach ihren erfolgreichen Pr\u00fcfungen haben Sarah G\u00f6rlich (29) und Daniel Genau (21) im ehemaligen Refektorium der Propstei Johannesberg gerade ihre Abschlusszeugnisse erhalten. 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