{"id":143011,"date":"2015-09-14T17:37:40","date_gmt":"2015-09-14T15:37:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=143011"},"modified":"2015-09-14T17:37:40","modified_gmt":"2015-09-14T15:37:40","slug":"praesident-des-wilmingtoner-partnerschaftsvereins-sister-cities-war-auf-spurensuche-nach-den-historischen-wurzeln-seiner-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=143011","title":{"rendered":"Pr\u00e4sident des Wilmingtoner Partnerschaftsvereins \u201eSister Cities\u201c war auf Spurensuche nach den historischen Wurzeln seiner Familie"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch bin ein Hesse.\u201c Dennis Sheer l\u00e4chelt bei diesem Satz. So als ob er sagen m\u00f6chte: \u201eEndlich geschafft! Ich wei\u00df nun definitiv, woher meine Vorfahren stammen.\u201c Und so ist es auch. Denn der Pr\u00e4sident des Partnerschaftsverbands \u201eSister Cities\u201c aus dem amerikanischen Wilmington hatte sich w\u00e4hrend seines Deutschland-Aufenthalts auf Spurensuche nach den Wurzeln seiner Familie begeben. Im nordhessischen Wanfried ist Sheer schlie\u00dflich f\u00fcndig geworden. Von dort stammt Vorfahr Johann Philipp R\u00fcbenkam, dessen Witwe 1726 mit f\u00fcnf Kindern in die USA ausgewandert ist.<\/p>\n<p>Genealogisches Magazin<\/p>\n<p>Sheers Name verr\u00e4t unschwer seine englische Wurzeln. Zumindest auf v\u00e4terlicher Seite. Und m\u00fctterlicherseits? Zu Hause sei so gut wie gar nicht dar\u00fcber gesprochen worden, erinnert sich der Partnerschaftsvereins-Pr\u00e4sident. Bis zu jenem Augenblick, als Dennis Sheer in ihrem Nachlass eine kleine, h\u00f6lzerne Box entdeckt hat, in der sich ein schmaler, blauer Band des \u201ePennsylvania Genealogical Magazine\u201c aus dem Jahr 1961 fand. Darin taucht der Name R\u00fcbenkam oder \u201eRubencame\u201c in englischer Schreibweise erstmals auf. \u00dcber die Geschichte der Familie hatte in diesem gut erhaltenen Heft ein Ahnenforscher gleichen Namens einen ausf\u00fchrlichen Artikel mit vielen historischen Fakten ver\u00f6ffentlicht. \u201eI never know this before\u201c, r\u00e4umt Dennis Sheer ein. Dieser \u00dcberraschungsfund befl\u00fcgelt ihn jedoch, mehr zu erfahren. Inzwischen wei\u00df er, dass der 1707 noch im Hessischen geborene Karl Wilhelm R\u00fcbenkam Stammvater der m\u00fctterlichen Linie seiner Familie gewesen ist. Nachdem dessen Mutter nur ein Jahr nach der Ankunft in Philadelphia gestorben war, siedelt sich Karl Wilhelm im amerikanischen Bundesstaat Delaware an, wo auch das heutige Wilmington liegt.<\/p>\n<p>Orte der Vergangenheit<\/p>\n<p>Als Begleiter des Wilmingtoner Children\u00c2\u00b4s Chorus ist Dennis Sheer mit nach Fulda gereist. Seinen Besuch in der Partnerstadt hat er nur zu gerne genutzt, um mit Unterst\u00fctzung von Yvonne Winter im Norden Hessens auf die Suche nach wichtigen Orten auch f\u00fcr die eigene Vergangenheit zu gehen. Historische Fotos haben dabei geholfen. \u201eIch bin das erste Mitglied des amerikanischen Zweigs meiner Familie, das nach fast 300 Jahren wieder in Wanfried war\u201c, sagt Dennis Sheer ger\u00fchrt und nicht ohne Stolz. Warum die Familie vor beinahe drei Jahrhunderten Hessen verlassen hat, l\u00e4sst sich nicht mehr hundertprozentig nachvollziehen. Sheer indes vermutet, dass es an der religi\u00f6sen Ausrichtung seines Vorfahren, des Predigers R\u00fcbenkam, gelegen habe. Denn der wechselte zum Pietismus \u00fcber und predigte in diesem Sinne, was als Bediensteter des Landesherrn nicht mit dessen religi\u00f6ser Grundhaltung vereinbar gewesen war. Das Anwerben von Siedlern auch im Hessischen durch den Qu\u00e4ker und Gr\u00fcnder Pennsylvanias, den Engl\u00e4nder William Penn, mag vermutlich dazu gef\u00fchrt haben, dass die Familie R\u00fcbenkam in Nordamerika, genauer gesagt in Philadelphia, der Hauptstadt\u00c2\u00a0 des neuen Bundesstaates, ihr Gl\u00fcck gesucht hat.<\/p>\n<p>Viele Vorteile<\/p>\n<p>So gesehen, res\u00fcmiert Sheer, habe eine St\u00e4dtepartnerschaft viele Vorteile, wie das eigene pers\u00f6nliche Beispiel anschaulich zeigt. \u201eSie hat mir viele neue Erfahrungen beschert. Ich habe viel hinzu gelernt und viele neue Freunde gefunden.\u201c F\u00fcnf Mal schon ist Dennis Sheer in Fulda gewesen. Sein Eindruck: Fulda punktet mit dem Dom, seiner eindrucksvollen historischen Architektur und dem nahen Schloss Fasanerie. Au\u00dferdem, so meint der amerikanische Gast: \u201eThe people are pretty nice too.\u201c Also, die Fuldaer seien sehr nett. \u00dcberhaupt z\u00e4hlt f\u00fcr den Wilmingtoner \u201eSister Cities\u201c-Pr\u00e4sidenten die Verbindung zu Fulda zu den aktivsten, die seine Heimatstadt weltweit unterh\u00e4lt. Ob das Kammerorchester der Jugend oder der Partnerschaftsverein GABACA (German American Cultural Association) und weitere Vereine \u2013 all diese Kontakte erleichtern laut Sheer den transatlantischen Dialog trotz gro\u00dfer Entfernung. Unmittelbarer Ansprechpartner f\u00fcr Fulda innerhalb des amerikanischen Vereins ist Keith Crispin. Seine Frau Annette stammt \u00fcbrigens aus H\u00fcnfeld. Gemeinsam mit dem deutschen S\u00e4ngerbund bereitet Crispin vor Ort\u00c2\u00a0 Programme vor, um auf diesem Weg in Wilmington ein St\u00fcck weit f\u00fcr die deutsche Kultur zu werben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eIch bin ein Hesse.\u201c Dennis Sheer l\u00e4chelt bei diesem Satz. So als ob er sagen m\u00f6chte: \u201eEndlich geschafft! Ich wei\u00df nun definitiv, woher meine Vorfahren stammen.\u201c Und so ist es auch. 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