{"id":142899,"date":"2015-09-11T09:53:40","date_gmt":"2015-09-11T07:53:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=142899"},"modified":"2015-09-11T09:53:40","modified_gmt":"2015-09-11T07:53:40","slug":"kunstwerk-feld-von-martin-woehrl-in-fulda-mit-festakt-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=142899","title":{"rendered":"Kunstwerk \u201eFeld\u201c von Martin W\u00f6hrl in Fulda mit Festakt er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie zw\u00f6lf \u00fcbergro\u00dfen \u00c4hren sind \u00e4sthetisch sch\u00f6n, sprechen sicher viele Menschen an, bewirken aber auch ein Nachdenken, denn die Menschen fragen sich, was dahintersteckt\u201c, beschreibt der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag seinen ersten Eindruck von dem j\u00fcngst auf einer Wiese am Domplatz installierten Kunstwerk \u201eFeld\u201c des M\u00fcnchener Bildhauers Martin W\u00f6hrl. Das Kunstprojekt der Deutschen Bischofskonferenz strebe als Ganzes an, \u201ein die \u00d6ffentlichkeit hineinzuwirken, Menschen anzusprechen und dort abzuholen, wo sie stehen\u201c, betonte der Oberhirte beim Festakt zur Er\u00f6ffnung des Kunstprojekts im Auditorium maximum der Theologischen Fakult\u00e4t Fulda. Das Kunstwerk in Fulda ist eine von elf k\u00fcnstlerischen Installationen oder Darbietungen, die die Bischofskonferenz deutschlandweit aus Anlass des 50. Jahrestags des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils in Auftrag gegeben hat. \u201eDas Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) kann als das bedeutendste Ereignis in der Geschichte der Kirche im 20. Jahrhundert bezeichnet werden.\u201c Es habe die Kultur und die Gesellschaft vor 50 Jahren nachhaltig gepr\u00e4gt und dabei nicht nur der Kirche bleibende Aufgaben hinterlassen.<\/p>\n<p>Ausgehend von den einleitenden Worten der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils \u201eFreude und Hoffnung, Trauer und Angst\u201c sollte laut Algermissen auf dem Fuldaer Domplatz ein eigener Akzent gesetzt werden. Das Kunstwerk von Martin W\u00f6hrl setze sich in dem Bild der Weizen\u00e4hren mit der Begegnung von Kirche und Welt auseinander. Der W\u00fcrzburger Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, ausgewiesener Kenner der modernen Kunst und Mitinitiator des Gesamtprojekts, stellte in seiner Einf\u00fchrung heraus, dass die Pastoralkonstitution des Konzils auf die besondere Bedeutung der Kultur f\u00fcr das Wohl der Menschen hingewiesen habe. Alle Menschen h\u00e4tten n\u00e4mlich ein Recht auf Kultur. \u201eDieses Kunstprojekt ist konfessions\u00fcbergreifend angelegt und richtet sich an alle, Glaubende wie Nichtglaubende.\u201c F\u00fcnf der elf Teilprojekte seien bereits er\u00f6ffnet worden, darunter das Kunstwerk in Fulda, das die \u00d6ffnung der Kirche zur Welt hin thematisiere.<\/p>\n<p>Zum zweiten Mal nach Lorsch mache das bundesweite Kunstprojekt der Deutschen Bischofskonferenz Station in Hessen, stellte der hessische Kultusminister Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz in seinem Gru\u00dfwort heraus. \u201eIch freue mich, heute hier in Fulda an dem Ort zu sein, der nicht nur ein besonderes Flair, sondern eine ganz besondere Bedeutung f\u00fcr die Katholische Kirche in Deutschland besitzt, und erneut die Ehre zu haben, als Vertreter des Landes Hessen und der Hessischen Landesregierung an der Er\u00f6ffnung eines solchen von uns finanziell gef\u00f6rderten bzw. unterst\u00fctzen Teilprojekts mitzuwirken.\u201c Das zweite Vatikanische Konzil sei ohne Zweifel ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert und dar\u00fcber hinaus ein weltgeschichtliches Geschehen ersten Ranges, das die Kultur und Gesellschaft nachhaltig gepr\u00e4gt habe. Den Gedanken, zu Ehren des 50. Jubil\u00e4ums ein Kunstprojekt auf dem Domplatz zu installieren, bezeichnete der Kultusminister als eine \u00fcberaus gelungene Idee. \u201eDas Projekt verbindet Kirche und Kunst und zeigt f\u00fcr jeden B\u00fcrger die vor 50 Jahren beschlossene \u00d6ffnung der Kirche f\u00fcr die Welt mit k\u00fcnstlerischen Mitteln.\u201c Prof. Lorz unterstrich, dass ohne den Beitrag von Christentum und Kirche der Kulturstaat Bundesrepublik Deutschland mit seiner Werteordnung nicht verstanden werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Kuratorin des Kunstwerks \u201eFeld\u201c, Dr. Angelika Nollert (M\u00fcnchen), stellte das Kunstwerk W\u00f6hrls vor. Martin W\u00f6hrl, Jahrgang 1974, sei ein mehrfach ausgezeichneter Bildhauer, der in seinen Werken nach den Einfl\u00fcssen schaue, von denen die Menschen umgeben seien und die sie pr\u00e4gten. Seine aus gel\u00e4ufigen Motiven und Materialien hergestellten Werke br\u00e4chten Kunst an die Menschen heran und Menschen an die Kunst. \u201eDie \u00c4hre in ihrem von Gott geschenkten Reichtum ist eine Ikone, ein Symbol f\u00fcr das Leben, aber auch f\u00fcr den Alltag\u201c, unterstrich die Kuratorin. Dass es ausgerechnet zw\u00f6lf \u00c4hrenskulpturen seien, die das Kunstwerk umfassten, habe mit der Bedeutung der Zahl 12 im Christentum zu tun (zw\u00f6lf J\u00fcnger Jesu, zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels), aber auch mit dem Allt\u00e4glichen (12-Stunden-Rhythmus des Tages, 12 Monate). Wenn Menschen diese gro\u00dfen \u00c4hren in ihren verschiedenen Stadien vom Aufbl\u00fchen bis zum Verwelken und in den unterschiedlichen Farben auf einer gr\u00fcnen Wiese bei Dom und Michaelskirche s\u00e4hen, bewirke das zun\u00e4chst Irritation, dann Nachdenken. \u201eDie Kunst ist das Gegen\u00fcber des Kunstbetrachters.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Festakt wurden die G\u00e4ste von den Musikern Ib und Ruben Hausmann (Klarinette und Horn), die den Festakt musikalisch umrahmt hatten, und dem Ensemble \u201etanzBlick\u201c zum Domplatz geleitet, wo zwei T\u00e4nzerinnen (Verena Piwonka und Doroth\u00e9e Bretz) und zwei T\u00e4nzer (Florian Bull und Timo Uehlinger) eine Tanzperformance in zwei Sets vorf\u00fchrten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eDie zw\u00f6lf \u00fcbergro\u00dfen \u00c4hren sind \u00e4sthetisch sch\u00f6n, sprechen sicher viele Menschen an, bewirken aber auch ein Nachdenken, denn die Menschen fragen sich, was dahintersteckt\u201c, beschreibt der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag seinen ersten Eindruck von dem j\u00fcngst auf einer Wiese am Domplatz installierten Kunstwerk \u201eFeld\u201c des M\u00fcnchener Bildhauers Martin W\u00f6hrl. 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