{"id":142792,"date":"2015-09-08T22:03:17","date_gmt":"2015-09-08T20:03:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=142792"},"modified":"2015-09-08T22:03:17","modified_gmt":"2015-09-08T20:03:17","slug":"95-jahre-buechel-eine-erfolgsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=142792","title":{"rendered":"95 Jahre B\u00fcchel \u2013 eine Erfolgsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Was haben Stimmgabeln mit Speichen, Fahrrad-Gep\u00e4cktr\u00e4gern oder Felgen zu tun? Auf den ersten Blick einmal gar nichts. Und dennoch: Die Herstellung von Stimmgabeln im th\u00fcringischen Zella-Mehlis hat den Grundstein f\u00fcr\u00c2\u00a0 eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Unternehmensgeschichte gelegt. Ein Lehrst\u00fcck deutsch-deutscher Geschichte, Paradebeispiel eines Familienunternehmens, das eines verdeutlicht: Mittelstand ist kein Modell, sondern eine Haltung.\u00c2\u00a0 Die Rede ist hier vom Unternehmen B\u00fcchel, heute einer der gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Hersteller von Komponenten f\u00fcr die Fahrradindustrie, damals, genauer gesagt 1920, ein zwei-Mann-Betrieb, der Stimmgabeln und Werkzeugb\u00fcchsen produzierte.<\/p>\n<p>95 Jahre liegt es zur\u00fcck, dass Hugo B\u00fcchel zusammen mit seinem Bruder Karl einen kleinen Betrieb gr\u00fcndete. Was bis heute St\u00e4rke des Unternehmens ist, n\u00e4mlich die feste Verankerung in der jeweiligen Heimatregion, hatte seinen Ursprung 1920 in der Mitte Deutschlands. Als Th\u00fcringen 1945 der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet wurde, wurde der gesamte Maschinenpark demontiert und nach Russland verbracht. Nach der Enteignung 1948 und der Flucht in die amerikanische Zone wurde der Betrieb in Fulda mit gro\u00dfem Einsatz wieder aufgebaut. Was im modernen Sprachjargon als \u201eInnovation\u201c oder \u201eKreativit\u00e4t\u201c bezeichnet wird, hie\u00df damals \u201eErfindergeist\u201c &#8211; mit dem gingen die Br\u00fcder ans Werk und sicherten sich sp\u00e4testens in den 50er Jahren in Westdeutschland mit Stammsitz in Fulda einen festen Platz als Lieferant von hochwertigen Fahrradkomponenten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gr\u00fcndung-1920.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-142803\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gr\u00fcndung-1920-265x370.jpg\" alt=\"Gr\u00fcndung 1920\" width=\"265\" height=\"370\" \/><\/a>Nach der Wiedervereinigung schlie\u00dft sich der Kreis und B\u00fcchel kehrt zu seinen Wurzeln zur\u00fcck: Es wird\u00c2\u00a0 an den tradierten Werten der Vorfahren festgehalten, die Produktion am Gr\u00fcndungsort Zella-Mehlis wieder aufgebaut und weiter in den neuen Bundesl\u00e4ndern investiert.<\/p>\n<p>Erhard B\u00fcchel, der seit 1976 die Geschicke des Unternehmens leitet, versteht sich im besten Sinne als Lenker eines mittelst\u00e4ndischen Familienunternehmens: \u201eWir bauen auf eine langfristige Orientierung und die Philosophie, das Unternehmen fit f\u00fcr die Zukunft zu machen und gut aufgestellt an die n\u00e4chste Generation zu \u00fcbergeben \u2013 so lebten es mein Vater und Onkel vor und dies pr\u00e4gt auch noch heute unsere Arbeitsweise. Nicht die kurze Rendite ist das Ziel, sondern der langanhaltende Erfolg.\u201c<\/p>\n<p>Dass sich regionale Verwurzelung und erfolgreiche Internationalisierung keinesfalls ausschlie\u00dfen, stellt Erhard B\u00fcchel bereits seit vielen Jahren unter Beweis. Vielleicht ein bisschen nach dem Prinzip \u201eNot macht erfinderisch\u201c, wurde im Zeichen wachsender Globalisierung in Heimatstandort und Arbeitsbedingungen investiert und gleichzeitig der internationale Markt erschlossen. Infolge der zunehmenden Billigkonkurrenz aus Fernost im Jahr 1979 wurde ein Teil der Produktion zun\u00e4chst nach Malaysia und sp\u00e4ter nach China verlagert. 1985 wurde mit HUADE Plastics in Shanghai das erste Joint-Venture zwischen einem deutschen Mittelst\u00e4ndler und einem chinesischen Unternehmen etabliert. Gleichzeitig fasste B\u00fcchel Fu\u00df auf dem asiatischen Markt und legte das Fundament f\u00fcr den Aufbau von drei weiteren Joint-Venture-Unternehmen. \u201eVon vielen Mitbewerbern wurde ich damals als Vaterlandsverr\u00e4ter beschimpft. Aber ohne diesen radikalen Schnitt w\u00fcrden wir heute nicht mehr existieren\u201c, ist sich der Unternehmer sicher. Dass die B\u00fcchel-Gruppe selbst in Zeiten, in denen Mitbewerber den Markt verlassen mussten, steigende Umsatzzahlen vorweisen konnte, ist auch in dem bis heute g\u00fcltigen Grundsatz des Unternehmens \u201eIn Deutschland produzieren, was m\u00f6glich ist \u2013 in China, was n\u00f6tig ist\u201c, begr\u00fcndet.\u00e2\u20ac\u00a8Auch in Europa wurde investiert: Neu gegr\u00fcndet wurde 2006 ein Unternehmen f\u00fcr die Zulieferung in die Automobilindustrie, das sich mittlerweile als A-Lieferant etabliert hat, im Fr\u00fchjahr 2015 wurden die Produktion und Marke des belgischen Premium-Felgenlieferanten EXAL \u00fcbernommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Was haben Stimmgabeln mit Speichen, Fahrrad-Gep\u00e4cktr\u00e4gern oder Felgen zu tun? Auf den ersten Blick einmal gar nichts. 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