{"id":142125,"date":"2015-08-15T20:24:44","date_gmt":"2015-08-15T18:24:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=142125"},"modified":"2015-08-15T20:24:44","modified_gmt":"2015-08-15T18:24:44","slug":"vogelsberger-gruene-kritisieren-rueckschritt-der-windenergienutzung-durch-den-neuen-teilregionalplan-mittelhessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=142125","title":{"rendered":"Vogelsberger Gr\u00fcne kritisieren R\u00fcckschritt der Windenergienutzung durch den neuen Teilregionalplan Mittelhessen"},"content":{"rendered":"<p>Die Gr\u00fcnen im Vogelsberg bef\u00fcrchten durch den neuen Teilregionalplan Mittelhessen eine deutliche Reduzierung der Windenergienutzung im Vogelsberg. Sie gehen davon aus, dass das urspr\u00fcnglich ehrgeizige Ziel der Landesregierung &#8211; 25% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien bis 2019 &#8211; nicht mehr erreichbar sind.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen weisen darauf hin, dass bis auf wenige Ausnahmen\u00c2\u00a0 keine neuen Vorranggebiete zugelassen werden\u2013 auch wenn diese von den Kommunen akzeptiert bzw. von ihnen vorgeschlagen wurden. Dar\u00fcber hinaus werden aber auch die heute genutzten Windstandorte im Vogelsberg stark beschnitten. Das sei f\u00fcr den Ausbau der Windkraft im Vogelsberg ein R\u00fcckschlag: Einzig positiv bewerten die Gr\u00fcnen, dass der Oberwald und die Fl\u00e4chen des Naturschutzgro\u00dfprojektes tabu bleiben, um einen Raubbau an wertvollen Naturg\u00fctern zu verhindern.<\/p>\n<p>Als nicht nachvollziehbar bewerten die Gr\u00fcnen, dass f\u00fcr die meisten der derzeitigen Windstandorte im Vogelsberg ein k\u00fcnftiges Repowering ausgeschlossen wird und damit eine R\u00fcckentwicklung der Windenergienutzung im gesamten Vogelsbergkreis eingeleitet wird. Die Gr\u00fcnen\u00c2\u00a0 halten dies energiepolitisch f\u00fcr eine falsche Entwicklung und fordern von der Landesregierung, dass es zu einer gesetzlichen Regelung der M\u00f6glichkeiten des Repowerings kommt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend derzeit noch 214 Windenergieanlagen und damit rund 25% aller hessischen Windenergieanlagen im Vogelsbergkreis betrieben werden, wird sich als Folge des aktuellen Entwurfs des Teilregionalplans die Zahl der Windenergieanlagen in einigen Jahren von 123 auf etwa 22 und damit um rund 80% dramatisch reduzieren.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr:\u00c2\u00a0 die weitaus meisten Windenergieanlagen im Vogelsbergkreis wurden noch vor dem Jahr 2000 installiert und erreichen in wenigen Jahren das Ende ihrer technischen Betriebsdauer. Lediglich sechs Windstandorte\u00c2\u00a0 sollen laut Teilregionalplan im Vogelschutz-Gebiet Hoher Vogelsberg \u00fcbrigbleiben, darunter der von den Anliegerkommunen unerw\u00fcnschte Standort bei Allmenrod.<\/p>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit weitgehend unbekannt ist nach Auffassung der Gr\u00fcnen, dass alle geplanten zuk\u00fcnftigen Vorranggebiete teilweise erheblichen Restriktionen unterliegen. So befinden sich manche in Bereichen der Flugsicherung, von Wasserschutzgebieten oder innerhalb nachgewiesener Bodendenkm\u00e4ler oder Schutzbereichen des Denkmalschutzes. Dazu kommt, dass nicht wenige geplante Vorranggebiete von Rotmilanhorsten, Uhus, Schwarzstorchvorkommen oder anderen planungsrelevanten Vogelarten beschnitten werden und daher nur teilweise nutzbar sind, so z.B. bei Vorranggebieten in M\u00fccke, Feldatal, Schwalmtal oder in Lauterbach. Der Artenschutz und dabei insbesondere der Vogel- und Fledermausschutz hat eine besondere Bedeutung bei der Windkraftplanung. Da aber nun die Anlagen weiter von Siedlungsgebieten entfernt gebaut werden m\u00fcssen (1000 m), wurde in Kauf genommen,\u00c2\u00a0 dass Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz wachsen.\u00c2\u00a0 Dies wird die M\u00f6glichkeiten der Nutzung der noch verbliebenen Standorte weiter einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen kritisieren auch die au\u00dferordentlich hohe Inanspruchnahme des Waldes beim Ausbau der Windenergie (85% Wald gegen\u00fcber 15% Freifl\u00e4che) und machen daf\u00fcr auch fragw\u00fcrdige Methoden in Umweltvertr\u00e4glichkeitsstudien mitverantwortlich, die besonders gesch\u00fctzte Tier- u. Pflanzenarten\u00c2\u00a0 z.T. \u00fcberzogen w\u00fcrdigten und Naturhaushalt, Landschaftsbild und Arten- und Individuenreichtum eher unterbewerteten (als Beispiel wird der hier h\u00e4ufige Rotmilan genannt).<\/p>\n<p>Notwendig f\u00fcr einen effektiven Artenschutz \u2013 insbesondere bei bedrohten Vogel- und Fledermausarten \u2013 w\u00e4ren ganzheitliche Konzepte, die nicht isoliert auf die vergleichbar geringe Gefahr durch Rotorbl\u00e4tter abheben, sondern ausgew\u00e4hlte Habitate aufwerten und wesentlich gr\u00f6\u00dfere Gefahren f\u00fcr das \u00dcberleben der Tiere, wie z.B. die landwirtschaftliche Nutzung, in den Blick nehmen. Denn auch in Naturschutzkreisen ist unstrittig, dass die Milane nicht durch die Windkraft ausgerottet werden, sondern durch mangelnde Nahrungsangebote in der Monokultur der Landwirtschaft\u00c2\u00a0 verhungern.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund sind bei der Planung von Windkraftstandorten Vernetzungsstrukturen notwendig, die in die Landschaft implementiert werden, wie Heckenstrukturen und Geh\u00f6lze. Es ist notwendig mit den ans\u00e4ssigen Landwirten ein Biotopmanagement zu erarbeiten, um die Fl\u00e4chen so zu bewirtschaften, dass neue Nahrungshabitate f\u00fcr die verschiedensten Vogelarten entstehen.<\/p>\n<p>Der neue Entwurf des Teilregionalplans Mittelhessen ist also nach Ansicht von B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen kein gro\u00dfer Wurf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Gr\u00fcnen im Vogelsberg bef\u00fcrchten durch den neuen Teilregionalplan Mittelhessen eine deutliche Reduzierung der Windenergienutzung im Vogelsberg. 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