{"id":141751,"date":"2015-08-05T01:09:50","date_gmt":"2015-08-04T23:09:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=141751"},"modified":"2015-08-04T11:10:45","modified_gmt":"2015-08-04T09:10:45","slug":"tk-studie-zeigt-multiresistente-keime-verursachen-mehrkosten-in-millionenhoehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=141751","title":{"rendered":"TK-Studie zeigt: Multiresistente Keime verursachen Mehrkosten in Millionenh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p>Die medizinische Versorgung von mit multiresistenten Erregern (MRE) infizierten Personen verursacht f\u00fcr die Krankenkassen j\u00e4hrliche Mehrkosten in H\u00f6he von mehreren hundert Millionen Euro. Das hat eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (WINEG) ergeben. Das Institut hat gemeinsam mit Forschern der Universit\u00e4t Greifswald anonymisierte Daten von bundesweit 11.000 TK-Versicherten ausgewertet, die sich mit MRE angesteckt hatten.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Jede einzelne Infektion verursacht 17.500 Euro Mehrkosten. MRE-Patienten m\u00fcssen durchschnittlich 27 Tage im Krankenhaus bleiben. Das ist dreimal so lang wie die regul\u00e4re Verweildauer und der Grund daf\u00fcr, dass 90 Prozent der anfallenden Mehrkosten im station\u00e4ren Sektor entstehen. Demnach verursacht ein MRE-Fall allein im Krankenhaus Mehrkosten von 16.230 Euro. Nach dem Krankenhausaufenthalt entstehen durch die Infektion Kosten in H\u00f6he von 100 Euro f\u00fcr ambulante Nachfolgebehandlungen. Zudem m\u00fcssen zur Bek\u00e4mpfung der Infektion Medikamente mit einem durchschnittlichen Wert von 1.187 Euro verordnet werden. Hochgerechnet auf alle Krankenkassen entstehen durch die Infektion mit multiresistenten Erregern so Kosten in H\u00f6he von j\u00e4hrlich mehreren hundert Millionen Euro.<\/p>\n<p>Valide Daten dar\u00fcber, wie hoch die Zahl der Menschen ist, die deutschlandweit j\u00e4hrlich aufgrund einer Infektion mit multiresistenten Erregern erkranken, gibt es bislang nicht. Experten-Sch\u00e4tzungen schwanken zwischen mehreren Hunderttausend bis zu einer Million Infektionen. Auch die Angaben dar\u00fcber, f\u00fcr wie viele Patienten eine Ansteckung t\u00f6dlich endet, differieren erheblich. W\u00e4hrend das Bundesgesundheitsministerium von 10.000 bis 15.000 F\u00e4llen j\u00e4hrlich ausgeht, vermutet die deutsche Gesellschaft f\u00fcr Krankenhaushygiene bis zu 40.000 Todesf\u00e4lle. &#8220;Fest steht allerdings, dass viele Infektionen durch die Einhaltung von ad\u00e4quaten Hygienema\u00dfnahmen in den Krankenh\u00e4usern vermeidbar w\u00e4ren&#8221;, sagt Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.<\/p>\n<p>Um die Zahl von Infektionen mit multiresistenten Erregern zu verringern, pl\u00e4diert die TK bereits seit l\u00e4ngerem f\u00fcr generelle Tests von Risikogruppen bei der Krankenhausaufnahme. &#8220;Die Kliniken m\u00fcssen das Risiko beseitigen, bevor die Keime die Betroffenen und weitere Patienten infizieren. Wir d\u00fcrfen mit der Bek\u00e4mpfung von multiresistenten Erregern nicht erst nach der Operation beginnen, wenn die Erreger in den K\u00f6rper eingedrungen sind und die Wunde nicht heilt&#8221;, so Vo\u00df. Vor allem das Marienkrankenhaus in Kassel gehe hier vorbildlich voraus. Die Klinik hatte Ende Juli angek\u00fcndigt, ab September dieses Jahres alle Patienten auf multiresistente Klinikkeime testen zu wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die medizinische Versorgung von mit multiresistenten Erregern (MRE) infizierten Personen verursacht f\u00fcr die Krankenkassen j\u00e4hrliche Mehrkosten in H\u00f6he von mehreren hundert Millionen Euro. Das hat eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (WINEG) ergeben. 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