{"id":141613,"date":"2015-07-31T08:35:51","date_gmt":"2015-07-31T06:35:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=141613"},"modified":"2015-07-31T08:35:51","modified_gmt":"2015-07-31T06:35:51","slug":"gruene-diskutieren-verkehrspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=141613","title":{"rendered":"GR\u00dcNE diskutieren Verkehrspolitik"},"content":{"rendered":"<p>\u201eNeue Wege in der Verkehrspolitik\u201c war eines der Hauptthemen der Klausurtagung der Fuldaer GR\u00dcNE-Stadtfraktion. \u201eIn Fulda diktiert noch immer das Auto die Verkehrsplanung. Die Belange von Rad fahrenden oder zu Fu\u00df gehenden Menschen werden lediglich nachrangig ber\u00fccksichtigt \u2013 zu Lasten der Verkehrssicherheit\u201c, kritisieren die GR\u00dcNEN. Eine weitere Kehrseite dieser verkehrlichen Weichenstellung sei, dass die Aufenthaltsqualit\u00e4t in der Innenstadt sinke und diese damit auch als Einkaufsst\u00e4tte an Attraktivit\u00e4t verliere. \u201eVor dem Hintergrund, dass man von \u00fcberall her faktisch alles per Internet bestellen kann und die Ware oft sogar schon am n\u00e4chsten Tag geliefert wird, muss eine Innenstadt eine hohe Aufenthaltsqualit\u00e4t haben. Konkurrenzf\u00e4hig zum Einkaufszentrum am Stadtrand oder auf der gr\u00fcnen Wiese ist ein Drive-in-Stadtzentrum ebenfalls nicht\u201c, betonen die GR\u00dcNEN.<\/p>\n<p>Als Positivbeispiel f\u00fchren die GR\u00dcNEN die Umgestaltung der unteren Bahnhofstra\u00dfe an. \u201eDie dortige Fu\u00dfg\u00e4ngerzone belebt und wertet das Quartier erheblich auf. Mittlerweile fordern Anlieger, auch die mittlere Bahnhofstra\u00dfe entsprechend umzugestalten.\u201c<\/p>\n<p>Doch in der Friedrichstra\u00dfe ist noch immer ein Gro\u00dfteil des zur Verf\u00fcgung stehenden Raumes den durchfahrenden und parkenden Autos vorbehalten. \u201eRadfahrerInnen, Fu\u00dfg\u00e4ngerInnen und Rollstuhl fahrende Menschen m\u00fcssen sich zwischen fahrenden und parkenden Autos durchzw\u00e4ngen, die G\u00e4ste der Gastronomiebetriebe die Speisen neben deren Motorenger\u00e4uschen und Abgasen einnehmen. Eine Steigerung der Aufenthaltsqualit\u00e4t dieser Stra\u00dfe \u2013 sicherlich einer der sch\u00f6nsten unserer Stadt \u2013 tut Not. Menschen, nicht die durchfahrenden Autos sind potentiell Kundschaft der L\u00e4den und Restaurants. Der Autoverkehr besteht zum gr\u00f6\u00dften Teil \u2013 der aktuellen Z\u00e4hlung nach zu ca. 90 Prozent &#8211; aus Durchgangs- und Parksuchverkehr, auch die Parkpl\u00e4tze werden zumeist nicht vom Zielverkehr dieser Stra\u00dfe belegt\u201c, begr\u00fcnden die GR\u00dcNEN, dass die Einrichtung einer Fu\u00dfg\u00e4ngerzone den Umsatz hier keinesfalls senken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00f6chten den Raum dieser wundersch\u00f6nen Stra\u00dfe weitgehend den flanierenden, sitzenden, speisenden, spielenden, sich miteinander unterhaltenden oder ruhenden, einkaufenden, Rad, Rollstuhl und Rollator fahrenden Frauen, M\u00e4nnern und Kindern \u00fcberlassen. Es kann nicht sein, dass die Minderheit derjenigen, die dort einen Parkplatz ergattern oder ihr Auto mit aufgedrehtem Motor und lauter Musik vorf\u00fchren will, diesen Weg dominieren und blockieren\u201c, f\u00fchren die GR\u00dcNEN aus.<\/p>\n<p>Auch eine zukunftsorientierte Freiraumentwicklung von Stadtzentren ist wichtig daf\u00fcr, diese als attraktive Orte zum Leben, Wohnen, Arbeiten und f\u00fcr die Versorgung zu st\u00e4rken. Daher geh\u00f6ren entsprechende Projekte auch zum hessischen St\u00e4dtebau-F\u00f6rderprogramm \u00e2\u20ac\u0161Aktive Kernbereiche\u00e2\u20ac\u02dc. \u201eIn diesem Zusammenhang haben die Fachleute 2011 beispielsweise festgestellt, dass in Fulda ein sehr gro\u00dfes Angebot an Parkpl\u00e4tzen zur Verf\u00fcgung steht. Unmittelbar angrenzend an die Friedrichstra\u00dfe sind das insbesondere die Parkfl\u00e4che auf dem Bonifatiusplatz und die Tiefgarage Stadtschloss. Bem\u00e4ngelt wurde, dass die Stellfl\u00e4chen mitten im Stadtraum wesentlich g\u00fcnstiger seien als die in den Parkgaragen und daher diese f\u00fcr eine attraktive Freiraumgestaltung wesentlich vertr\u00e4glicheren Bauten nicht ausgelastet, wohingegen die Stra\u00dfenr\u00e4nder \u00fcberlastet seien.\u201c<\/p>\n<p>Die GR\u00dcNEN betonen, dass sie Mobilit\u00e4t nicht verhindern oder erschweren wollen, sondern \u201eim Gegenteil, wir wollen Mobilit\u00e4t zukunftsf\u00e4hig und gerecht entwickeln. Zentral ist hier ein vern\u00fcnftiges und bequemes \u00d6PNV-Angebot. Auch Innenstadtziele m\u00fcssen hiermit erschlossen sein. Beispielsweise k\u00f6nnte ein Kleinbus, der auch durch Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen fahren darf, die Stadtbusse sinnvoll erg\u00e4nzen\u201c, erl\u00e4utern die GR\u00dcNEN.<\/p>\n<p>\u201eFuldas Priorit\u00e4tensetzung beim Zukunftsthema Mobilit\u00e4t gef\u00e4hrdet unsere Lebensqualit\u00e4t und die Qualit\u00e4t unserer Innenstadt. Der Fl\u00e4chenverbrauch f\u00fcr den Autoverkehr &#8211; insbesondere auch durch die Parkfl\u00e4chen \u2013 ist gigantisch. Will man nicht die Mobilit\u00e4t aller gef\u00e4hrden, muss man mit einer geschickten Verkehrspolitik gegensteuern. Das hei\u00dft nicht, Pkws zu verbieten, dies hei\u00dft, dass andere Verkehrsmittel nicht weiter benachteiligt werden und damit immer konkurrenzf\u00e4higer zum Auto werden\u201c, fassen die GR\u00dcNEN abschlie\u00dfend ihre Position zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eNeue Wege in der Verkehrspolitik\u201c war eines der Hauptthemen der Klausurtagung der Fuldaer GR\u00dcNE-Stadtfraktion. \u201eIn Fulda diktiert noch immer das Auto die Verkehrsplanung. Die Belange von Rad fahrenden oder zu Fu\u00df gehenden Menschen werden lediglich nachrangig ber\u00fccksichtigt \u2013 zu Lasten der Verkehrssicherheit\u201c, kritisieren die GR\u00dcNEN. 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