{"id":141562,"date":"2015-07-30T01:35:23","date_gmt":"2015-07-29T23:35:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=141562"},"modified":"2015-07-29T11:35:41","modified_gmt":"2015-07-29T09:35:41","slug":"aok-hessen-den-charakter-eines-kindes-kann-man-nicht-aendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=141562","title":{"rendered":"AOK Hessen: Den Charakter eines Kindes kann man nicht \u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>\u201eK\u00f6nnen wir Sophia nicht zu uns einladen?\u201c Es gibt Kinder, die eine solche Bitte nie \u00e4u\u00dfern. Aus eigenem Antrieb bahnen sie keine Freundschaften an, sind lieber f\u00fcr sich. Doch muss das gewiss nicht bedeuten, dass sie hochbegabt sind oder gar am Asperger-Syndrom leiden. In der Regel ist die Erkl\u00e4rung vollkommen harmlos: Sie gen\u00fcgen sich selbst und f\u00fchlen sich wohl dabei. Doch ist es auch wichtig, soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage lautet: Wirkt das Kind unzufrieden und versch\u00fcchtert? Befindet es sich im seelischen Gleichgewicht oder bef\u00fcrchtet es m\u00f6glicherweise negative Erfahrungen und h\u00e4lt sich deshalb zur\u00fcck? Niemand kann das besser beurteilen als aufmerksame Eltern und Erzieher. Wie die Antwort im Einzelfall auch ausfallen mag: \u201eEs hat keine Aussicht auf Erfolg, den Charakter des Nachwuchses k\u00fcnstlich ver\u00e4ndern zu wollen, indem man st\u00e4ndig neue Verabredungen arrangiert, um das vermeintliche Defizit auszugleichen\u201c, meint AOK-Diplompsychologin Ursula Kohlmann. Vielmehr sei es wichtig, dass das Kind angenehme soziale Erfahrungen macht, ohne dass es sich wie ein Pflichtprogramm anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>Eltern sind keine Spielkameraden<br \/>\nEltern sollten heraus finden, welche anderen Kita-Kameraden das eigene Kind am ehesten mag, auch wenn sie nicht unbedingt oft zusammen spielen. Diesen Jungen oder dieses M\u00e4dchen kann dann f\u00fcr eine begrenzte Zeit eingeladen werden, f\u00fcr maximal zwei Stunden. Es sollte ausreichend Spielzeug da sein, damit beide genug Alternativen haben. \u201eEltern k\u00f6nnen hierbei auch konkrete Vorschl\u00e4ge machen, anfangs sogar ein wenig mitspielen, sollten sich nach einer gewissen Zeit aber auch zur\u00fcckziehen\u201c, so Kohlmann. Eltern m\u00fcssen keine Fulltime-Entertainer sein und f\u00fcr Dauerbesch\u00e4ftigung sorgen. Es reicht vollkommen, wenn sie die Interaktionen der beiden ein wenig im Blick behalten, um daraus zu lernen, wie der Sohn oder die Tochter mit Gleichaltrigen umgeht.<\/p>\n<p>Nicht st\u00e4ndig nachfragen<br \/>\nIn einen Sportverein hinein schnuppern kann ebenfalls hilfreich sein. Wenn das Kind langsam Feuer f\u00e4ngt und regelm\u00e4\u00dfig den Verein besucht, lernt es automatisch andere Kinder kennen. Es kann sich auch um einen Malkurs oder musikalische Fr\u00fchf\u00f6rderung handeln, hier kommt es auf die Neigungen des Kindes an. Nat\u00fcrlich kann sich dann zeigen, dass weiterhin keine engen Bindungen entstehen. \u201eEltern sollten vermeiden, zu diesem Punkt st\u00e4ndig nachzufragen, denn die Kleinen bemerken das allm\u00e4hlich und f\u00fchlen sich dann unter Druck gesetzt\u201c, meint Kohlmann. Zumal Aufforderungen, sich zu verabreden, auch Schuldgef\u00fchle ausl\u00f6sen k\u00f6nnen \u2013 weil das Kind dazu einfach keine Lust hat und dem Rat nicht folgen will.<\/p>\n<p>Ausgrenzung erkennen<br \/>\nEines jedoch sollten Eltern unbedingt heraus finden: Ob ihr Kind von anderen absichtsvoll ausgegrenzt wird und deshalb zum unfreiwilligen Einzelg\u00e4nger wird. Ein vertrauliches Gespr\u00e4ch mit Erziehern und Lehrern ist hier sinnvoll. Denn ausgegrenzte Kinder sind eher anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten, leiden l\u00e4ufiger unter Bauch- und Kopfschmerzen, neigen entweder zur Antriebslosigkeit oder sind viel zu impulsiv.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eK\u00f6nnen wir Sophia nicht zu uns einladen?\u201c Es gibt Kinder, die eine solche Bitte nie \u00e4u\u00dfern. Aus eigenem Antrieb bahnen sie keine Freundschaften an, sind lieber f\u00fcr sich. 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