{"id":141201,"date":"2015-07-20T18:42:37","date_gmt":"2015-07-20T16:42:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=141201"},"modified":"2015-07-20T18:42:37","modified_gmt":"2015-07-20T16:42:37","slug":"finanzierung-der-ersten-holocaust-professur-deutschlands-gesichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=141201","title":{"rendered":"Finanzierung der ersten Holocaust-Professur Deutschlands gesichert"},"content":{"rendered":"<p>Wissenschaftsminister Boris Rhein unterzeichnete heute die Finanzierungvereinbarung mit der Goethe-Universit\u00e4t und dem Fritz-Bauer-Institut f\u00fcr die Einrichtung einer Professur zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust. Das Land Hessen unterst\u00fctzt die Professur mit zus\u00e4tzlichen 150.000 Euro j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Wissenschaftsminister Boris Rhein: \u201eWir haben heute die erste Holocaust-Professur in Deutschland ins Leben gerufen. 70 Jahre nach Ende der Shoah ein \u00fcberf\u00e4lliger Schritt. Im Land der T\u00e4ter darf es kein Vergessen geben. Wir sind verpflichtet, uns an die Spitze der Forschung zu setzen. Das Besondere an der ersten Holocaust-Professur ist, dass es nicht nur um das Verstehen der Vergangenheit geht. Insbesondere die Auswirkungen bis in die Gegenwart sollen ein Forschungsschwerpunkt sein.\u201c<\/p>\n<p>500.000 Euro f\u00fcr Professur und Institut<\/p>\n<p>Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepr\u00e4sident der Goethe-Universit\u00e4t erg\u00e4nzt: \u201eDie neue Holocaust Professur an der Goethe Universit\u00e4t \u2013 die erste ihrer Art in Deutschland \u2013 stellt einen Meilenstein in der Forschung dar. Wir sind dem Land Hessen und Minister Rhein f\u00fcr diese wichtige Initiative und die Schaffung der n\u00f6tigen finanziellen Basis sehr dankbar. Von der Professur, die im Fachbereich Philosophie Geschichtswissenschaften angesiedelt sein wird, versprechen wir uns nicht nur ein besseres Verst\u00e4ndnis des Holocaust. Von ihr sollen auch wichtige Impulse ausgehen, um mit Blick auf die Strukturen der NS-Herrschaft gegenw\u00e4rtige Konflikte, Diskriminierung und Unterdr\u00fcckung in der Welt besser zu begreifen.\u201c<\/p>\n<p>Der neue Lehrstuhl ist zugleich mit der Leitung des Fritz-Bauer-Institutes verbunden, das die Landesregierung auch weiterhin mit einer institutionellen F\u00f6rderung in H\u00f6he von 350.000 Euro unterst\u00fctzt. Damit stehen f\u00fcr Holocaust-Professur und Institut k\u00fcnftig insgesamt 500.000 Euro aus Landesmitteln zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Schub f\u00fcr die wissenschaftliche Aufarbeitung<\/p>\n<p>\u201eDie Verkn\u00fcpfung der neuen Holocaust-Professur mit der Leitung des Fritz-Bauer-Institutes ist eine einmalige Gelegenheit, die wir nutzen, um der wissenschaftlichen Aufarbeitung einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Schub zu geben. Das Fritz-Bauer-Institut ist eine Bildungs- und Forschungsst\u00e4tte von h\u00f6chstem internationalem Rang, dessen Bedeutung sich weit \u00fcber die Grenzen von Hessen hinaus entfaltet. Vor allem die Auseinandersetzung mit den ethischen und moralischen Rechtfertigungsstrukturen des Holocaust bis in die Gegenwart macht die Forschung so einmalig und bedeutsam\u201c, erkl\u00e4rte Wissenschaftsminister Boris Rhein.<\/p>\n<p>Jutta Ebeling, Stiftungsratsvorsitzende Fritz-Bauer-Institut: \u201eDie Einrichtung der ersten Professur f\u00fcr Holocaustforschung im Land der T\u00e4ter verbunden mit der Leitung des Fritz- Bauer-Instituts ist ein wissenschaftspolitischer Meilenstein gegen das Vergessen. Der Erforschung des Holocaust und seiner Wirkungsgeschichte in der Gegenwart wird damit die angemessene Bedeutung f\u00fcr die Zukunft verliehen.<\/p>\n<p>Die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt wird nun die Professur ausschreiben und so das ordentliche Berufungsverfahren f\u00fcr die Besetzung der neuen W3-Professorenstelle starten.<\/p>\n<p>Hintergrund zum Fritz-Bauer-Institut<\/p>\n<p>Das Fritz-Bauer-Institut erforscht interdisziplin\u00e4r die Geschichte und Wirkung der nationalsozialistischen Massenverbrechen, insbesondere des Holocausts, und vermittelt die Ergebnisse einer breiten \u00d6ffentlichkeit durch Workshops, Tagungen, Vortr\u00e4ge und Ausstellungen. Die unabh\u00e4ngige Forschungseinrichtung mit einem p\u00e4dagogischen Zentrum ist benannt nach dem Justizreformer und Initiator des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Fritz Bauer. Das Institut erforscht und dokumentiert die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen und deren Wirkung bis in die Gegenwart.<\/p>\n<p>Die Vermittlung des wissenschaftlichen Wissens \u00fcber die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen und ihre Wirkungen auf die Gegenwart an eine breite \u00d6ffentlichkeit, nicht zuletzt in den Schulen, ist Aufgabe des P\u00e4dagogischen Zentrums, das gemeinsam mit dem J\u00fcdischen Museum Frankfurt am Main seit 2009 betrieben wird. Auch im Jahr 2015 sind wieder ein Vielzahl gesellschaftsrelevanter Veranstaltungen und Vortr\u00e4ge geplant. So ist eine Konferenz geplant, auf der eine Bilanz der seit 2007 laufenden Forschungen zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus gezogen werden soll. Im Mittelpunkt steht hier die Auseinandersetzung mit dessen ethischen und moralischen Rechtfertigungsstrukturen bis in die Gegenwart. Ein weiteres spannendes Projekt ist die quellenkritischen Neuausgabe des Tagebuchs der Anne Frank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wissenschaftsminister Boris Rhein unterzeichnete heute die Finanzierungvereinbarung mit der Goethe-Universit\u00e4t und dem Fritz-Bauer-Institut f\u00fcr die Einrichtung einer Professur zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust. Das Land Hessen unterst\u00fctzt die Professur mit zus\u00e4tzlichen 150.000 Euro j\u00e4hrlich. 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