{"id":141184,"date":"2015-07-20T13:56:31","date_gmt":"2015-07-20T11:56:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=141184"},"modified":"2015-07-20T13:56:37","modified_gmt":"2015-07-20T11:56:37","slug":"wie-sieht-gutes-leben-mit-demenz-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=141184","title":{"rendered":"Wie sieht \u201egutes Leben\u201c mit Demenz aus?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eGutes Leben mit Demenz im Vogelsbergkreis\u201c- wie kann das gelingen und welche Rahmenbedingungen sind dazu notwendig? Diesen Fragen ist eine studentische Projektgruppe der Hochschule Fulda, Fachbereich Pflege &amp; Gesundheit unter Leitung von Frau Prof. Dr. Helma Bleses \u00fcber ein Jahr lang intensiv nachgegangen. Die Ergebnisse des Projektes pr\u00e4sentierten die 16 Studierenden jetzt im Rahmen einer Veranstaltung des \u201eB\u00fcndnis f\u00fcr Familie\u201c im Handlungsfeld \u201eGesundheit und Pflege\u201c.<\/p>\n<p>So anspruchsvoll wie der Titel war auch der Aufbau der Studie: Neben einer umfangreichen Recherche der wissenschaftlichen Literatur zum Thema \u201eLeben mit Demenz\u201c hatte die Studie einen quantitativen und einen qualitativen Forschungsansatz. In einem ersten Schritt wurde zun\u00e4chst eine wissenschaftliche Analyse zum Thema \u201eGutes Leben mit Demenz\u201c durchgef\u00fchrt. Die Studierenden konnten zeigen, dass es viele verschiedene Aspekte gibt, die wesentlich f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t von Personen mit Demenz sind: \u201eSoziale Sicherheit, Unabh\u00e4ngigkeit, finanzielle Sicherheit, soziale Beziehungen, psychologisches Wohlbefinden, Religiosit\u00e4t und das Gef\u00fchl gebraucht zu werden sind entscheidende Faktoren f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t.\u201c, fassten Julia Hirsch und Michael Pal die Ergebnisse zusammen.<br \/>\nDoch wie sieht die Situation im Vogelsbergkreis konkret aus? Dazu hat die Projektgruppe eine umfangreiche Erhebung und Analyse durchgef\u00fchrt und die Ergebnisse erstmalig f\u00fcr den Vogelsbergkreis in geb\u00fcndelter Form zusammengestellt. Im Mittelpunkt standen hier ehrenamtliche und professionelle Angebote, die speziell auf die Versorgung und die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Personen mit Demenz ausgerichtet sind. Die Forschergruppe konnte hier auf Ressourcen der Kreisverwaltung zur\u00fcckgreifen, wo seit Jahren das \u201eGeodaten-Informations-Systems\u201c (GIS) zur Visualisierung von Daten genutzt wird.\u00c2\u00a0 Die gewonnenen Erkenntnisse konnten direkt in verschiedene Karten des Vogelsbergkreises \u00fcbertragen und den Anwesenden pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Angebote im Vogelsbergkreis reichen von Pflegediensten, Haus- und Fach\u00e4rzten \u00fcber Beratungsdienste, Fahrdienste, betreutem Wohnen und Tagespflege bis zu ehrenamtlichen Initiativen und ehrenamtlicher Pflegebegleitung. Allerdings gibt es Landstriche, die kaum Angebote f\u00fcr Personen mit Demenz vorweisen k\u00f6nnen\u201c, f\u00fchrten Heiko Bully und Theresa Barthelmes aus. Das Projektteam dankte den Mitarbeitern der Kreisverwaltung Udo Harzer und Marco Schuster f\u00fcr die unkomplizierte und fachlich hervorragende Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Ein zweiter Schwerpunkt der Studie bestand in einem qualitativen Forschungsansatz. Dazu hat das Projektteam zun\u00e4chst Experten der Region zum Thema befragt. Einig sind sich alle Experten darin, dass die mit der Demenz verbundenen Herausforderungen sowohl f\u00fcr die Personen mit Demenz als auch f\u00fcr ihre Angeh\u00f6rigen sehr hoch sind. Aus Sicht der Experten ist es sinnvoll ehrenamtliche und professionelle Angebote eng miteinander zu verzahnen, um so die M\u00f6glichkeiten der Unterst\u00fctzung zu erweitern. Weitergehend sprachen sich die Experten daf\u00fcr aus, die Transparenz rund um die Versorgungsangebote zu erh\u00f6hen. Angeregt wurde auch in Erg\u00e4nzung zu der Arbeit des Pflegest\u00fctzpunktes die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle f\u00fcr Personen mit Demenz und ihre Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p>Als besonders anspruchsvoll aber auch erkenntnisreich bewerteten die Studierenden den dritten Teil ihrer Studie, in dem die Betroffenen selbst in den Mittelpunkt ger\u00fcckt wurden. Dazu hatte die studentische Gruppe Personen mit Demenz und ihre Angeh\u00f6rigen nach ihren Erfahrungen, W\u00fcnschen und ihren Vorstellungen f\u00fcr ein \u201eGutes Leben mit Demenz im Vogelsbergkreis\u201c befragt. \u201eDieser Forschungsansatz des \u00e2\u20ac\u0161patient view\u00e2\u20ac\u02dc, der ganz bewusst die Perspektive der Betroffenen einnimmt, generiert Erkenntnisse, die ganz nah am Alltag der Menschen sind\u201c, begr\u00fcndeten Yvonne Kl\u00fcber, Marianne Masso und Simone Eller ihr Vorgehen.<\/p>\n<p>Dieser Alltag gestaltet sich oft schwierig: so wissen die Betroffenen oftmals nicht, an wen sie sich wenden sollen, oder die Informationen die sie erhalten sind schwer verst\u00e4ndlich. Beratende Unterst\u00fctzung erhalten die Personen mit Demenz und ihre Angeh\u00f6rigen vor allem durch den Pflegest\u00fctzpunkt, die Psychiatrische Institutsambulanz des Eichhof Krankenhauses in Lauterbach und durch weitere Angebote. Dies allerdings erst dann, wenn Sie von diesen Angeboten erfahren haben. Auch von Seiten der Angeh\u00f6rigen wurde der Wunsch nach einer st\u00e4rkeren Vernetzung der Anbieter ge\u00e4u\u00dfert. Au\u00dferdem w\u00fcnschen die Personen mit Demenz und ihre Angeh\u00f6rigen Versorgungsangebote die flexibel angeboten werden \u2013 vor allem auch dann, wenn die Pflegeperson kurzfristig ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Neben diesen theoretischen Erkenntnissen konnte die Projektgruppe auch einen ersten praktischen Umsetzungsschritt pr\u00e4sentieren: \u201eDie Interviews haben gezeigt, dass sich die Angeh\u00f6rigen geb\u00fcndelte Informationen zum Thema Demenz w\u00fcnschen. Mit Unterst\u00fctzung der Pressestelle und der Fachstelle Gesundheitliche Versorgung der Kreisverwaltung haben wir einen ersten Entwurf f\u00fcr einen Ratgeber erstellt, der alle wichtigen Informationen und Ansprechpartner in der Region benennt\u201c, so Anna Letnev. Dr. Stahl von der Fachstelle f\u00fchrte dazu aus, dass dieser Entwurf weiterentwickelt und dann der \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung gestellt wird.<\/p>\n<p>In der sich anschlie\u00dfenden regen Diskussion wurde nochmals betont, wie wichtig die Unterst\u00fctzungsangebote f\u00fcr Personen mit Demenz und ihre Angeh\u00f6rigen sind. Entscheidend ist, so waren sich alle Beteiligten einig, dass die notwendigen Informationen \u00fcber diese Angebote auch bei denen ankommen, die sie ben\u00f6tigen. In der Diskussion wurde auch deutlich, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema noch lange nicht abgeschlossen ist. Frau Prof. Dr. Helma Bleses erl\u00e4uterte den geplanten Fortgang: \u201eSehr gerne schreibe ich f\u00fcr die kommenden zwei Semester wieder ein Projekt zu diesem Thema aus, um die Kooperation mit dem Vogelsbergkreis und dem B\u00fcndnis f\u00fcr Familie weiter auszubauen.\u201c<\/p>\n<p>Sie ermunterte die Anwesenden dazu aus den Empfehlungen, die Christina Wille den Verantwortlichen am Ende Ihres Vortrages unterbreitet hatte, konkrete Fragen f\u00fcr ein Folgeprojekt zu unterbreiten. Dieses Angebot nahm Hans-Dieter Herget vom B\u00fcndnis f\u00fcr Familie sehr gerne auf. Er bedankte sich bei der Projektleitung und bei den Studierenden f\u00fcr die geleistete Arbeit und \u00fcberreichte den Projektteilnehmern ein kleines Dankesch\u00f6n in Form eines Buchgutscheins.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eGutes Leben mit Demenz im Vogelsbergkreis\u201c- wie kann das gelingen und welche Rahmenbedingungen sind dazu notwendig? Diesen Fragen ist eine studentische Projektgruppe der Hochschule Fulda, Fachbereich Pflege &amp; Gesundheit unter Leitung von Frau Prof. Dr. Helma Bleses \u00fcber ein Jahr lang intensiv nachgegangen. Die Ergebnisse des Projektes pr\u00e4sentierten die 16 Studierenden jetzt im Rahmen einer &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":141195,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,51],"tags":[],"class_list":["post-141184","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite","category-medizin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141184","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=141184"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141184\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141197,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141184\/revisions\/141197"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/141195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=141184"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=141184"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=141184"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}