{"id":141132,"date":"2015-07-17T12:19:37","date_gmt":"2015-07-17T10:19:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=141132"},"modified":"2015-07-17T12:19:37","modified_gmt":"2015-07-17T10:19:37","slug":"justizministerin-besucht-justizvollzugsanstalt-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=141132","title":{"rendered":"Justizministerin besucht Justizvollzugsanstalt Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Die hessische Justizministerin Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann hat heute die Justizvollzugsanstalt in Fulda besucht. Mit 77 Haftpl\u00e4tzen im geschlossenen und 9 Haftpl\u00e4tzen im offenen Vollzug geh\u00f6rt die Vollzugsanstalt zu den kleineren Haftanstalten in Hessen. Begr\u00fc\u00dft wurde die Ministerin von dem Leiter der Justizvollzugsanstalt Winfried Michel.<\/p>\n<p>\u201eJustizvollzug hat mehrere Aufgaben: Einmal die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung und die Vollstreckung der Strafe. Zum anderen aber auch die Resozialisierung. In hessischen Justizvollzugsanstalten wird deshalb vom ersten Tag an ein umfassendes Programm in Gang gesetzt, um mit den Inhaftierten zu arbeiten. Ausbildung, schulische Bildung, aber auch Schuldnerberatungen und Antigewalttrainings stehen dabei zur Verf\u00fcgung. Jeder, der mit dem Ziel \u00e2\u20ac\u0161nie wieder straff\u00e4llig zu werden\u00e2\u20ac\u02dc die Vollzugsanstalt verl\u00e4sst, ist ein Erfolg\u201c, so die Justizministerin am Rande des Besuches.<\/p>\n<p>\u201eDie erst in dieser Woche vorgestellte Studie zur R\u00fcckfallstatistik im Jugendstrafvollzug hat belegt, dass man w\u00e4hrend der Haft erfolgreich auf die Menschen einwirken kann. Nur etwa jeder dritte Jugendliche der in hessischen Vollzugsanstalten war, wird wieder derart straff\u00e4llig, dass er eine erneute Haftstrafe antreten muss\u201c, so die Ministerin, die fortfuhr: \u201eWir wollen im Strafvollzug fit machen f\u00fcr ein straffreies Leben. Denn dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit. Ein Leben ohne weitere Straftaten bedeutet n\u00e4mlich auch, keine weiteren Opfer mehr zu produzieren.\u201c<\/p>\n<p>Den Besuch in Fulda nutzte die Ministerin, die neu eingerichtete Kreativwerkstatt in der Anstalt zu besichtigen. \u201eDieses besondere Besch\u00e4ftigungsprojekt wurde Anfang des Jahres begonnen. Hier werden kreative, niedrigschwellige Angebote vorgehalten, die den Bed\u00fcrfnissen des Einzelnen gerecht werden. Auch das Bewusstsein f\u00fcr Gesundheit, Bewegung und Ern\u00e4hrung werden mit entsprechenden Veranstaltungen entwickelt\u201c, erl\u00e4uterte der Leiter der Vollzugsanstalt Winfried Michel.<\/p>\n<p>\u201eDas Angebot der Kreativwerkstatt richtet sich an Inhaftierte mit besonderem Unterst\u00fctzungsbedarf. Zum Personenkreis z\u00e4hlen Menschen, die aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht in der Arbeitswelt integriert sind. Dabei stehen kognitive Schw\u00e4chen, psychische oder physische Einschr\u00e4nkungen im Vordergrund. Die Kreativwerkstatt bietet den Gefangenen die M\u00f6glichkeit, sich eine Tagesstruktur aufzubauen, die ihren aktuellen Fertigkeiten entspricht\u201c, so Michel weiter.<\/p>\n<p>In der Kreativwerkstatt wartete dann auch eine kleine \u00dcberraschung auf die Ministerin. Die Bediensteten und der Leiter der Anstalt w\u00e4hlten ein besonders gelungenes Werkst\u00fcck aus und \u00fcbergaben es der Justizministerin f\u00fcr einen guten Zweck. \u201eIn dieser kleinen Holzente liegen viel Energie und viele Emotionen. Geschaffen wurde sie von mehreren Inhaftierten, die hier teils f\u00fcr Gewalt- und Drogendelikten ihre Haft verb\u00fc\u00dfen. Das Spielzeug kann jetzt zum Beispiel in einem Kinderzeugenzimmer eingesetzt werden und Kindern, die Opfer oder Zeuge einer Straftat geworden sind, Mut geben, das Verfahren zu bew\u00e4ltigen\u201c, so Winfried Michel.<\/p>\n<p>Die Justizministerin dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt. \u201eDie Arbeit im Justizvollzug ist gepr\u00e4gt vom steten Sicherheitsdenken; man erlebt aber auch menschliche Schicksale und Erlebnisse. Es ist deshalb eine besondere Herausforderung f\u00fcr jede einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter, Tag f\u00fcr Tag nicht nur seinen Job zu erledigen, sondern auch auf die Menschen einzugehen und ihnen mit besonderen Ma\u00dfnahmen ein St\u00fcck Hoffnung auf ein straffreies Leben zu geben. Eine Ausbildung zu geben, Fertigkeiten zu st\u00e4rken ist dabei besonders wichtig. Denn Ausbildung im Vollzug bedeutet Lebenschancen geben\u201c, so die Ministerin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die hessische Justizministerin Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann hat heute die Justizvollzugsanstalt in Fulda besucht. Mit 77 Haftpl\u00e4tzen im geschlossenen und 9 Haftpl\u00e4tzen im offenen Vollzug geh\u00f6rt die Vollzugsanstalt zu den kleineren Haftanstalten in Hessen. 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