{"id":140969,"date":"2015-07-14T09:18:50","date_gmt":"2015-07-14T07:18:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=140969"},"modified":"2015-07-14T09:18:50","modified_gmt":"2015-07-14T07:18:50","slug":"familientherapeutin-susanne-schulte-hoffmann-begleitet-adoptiveltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=140969","title":{"rendered":"Familientherapeutin Susanne Schulte-Hoffmann begleitet Adoptiveltern"},"content":{"rendered":"<p>Eine Adoptionsvermittlung ist ein vielschichtiges Verfahren. Dass es wichtig ist, Adoptiveltern und -kinder auch nach dem Adoptionsbeschluss auf ihrem Weg zu begleiten, wissen Irmgard Plappert und Ines George von der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie der Stadt Fulda.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiterinnen bieten neben regelm\u00e4\u00dfigen Informationsveranstaltungen und einem traditionellen Sommerfest auch eine Elterngruppe an, die sich seit \u00fcber einem Jahr regelm\u00e4\u00dfig trifft und zum Teil von den Jugend\u00e4mtern finanziert wird. Geleitet wird die Gruppe von der Systemischen Familientherapeutin Susanne Schulte-Hoffmann. Weil die Nachfrage gro\u00df ist, soll Ende September mit einer zweiten Gruppe gestartet werden. Im Interview erl\u00e4utert die Familientherapeutin, welche Themen Adoptiveltern bewegen und warum die Begleitung ebenso wichtig ist wie eine Vernetzung der Eltern untereinander.<\/p>\n<p>Warum ist denn eine Begleitung der Eltern so wichtig? \u00e2\u20ac\u00a8Adoptiveltern sind die zweiten Eltern im Leben adoptierter Kinder. Deshalb tut es den Eltern gut, im Kontakt mit Gleichgesinnten und im Austausch mit Familien zu sein, die diese Lebenssituation kennen. Die Begleitung entlastet und schafft mehr Sicherheit, weil sich die Eltern auf verschiedene Themen vorbereiten k\u00f6nnen. Es gibt auch fachliche Impulse von meiner Seite, aber vorrangig ist die Gruppe zum Erfahrungsaustausch gedacht. Unsicherheiten, \u00c4ngste oder Sorgen k\u00f6nnen die Eltern, wenn Vertrauen und Offenheit da sind, sehr gut in der Gruppe einbringen.<\/p>\n<p>Welche Themen bewegen die Adoptiveltern ganz besonders?\u00e2\u20ac\u00a8Zum einen geht es ganz oft um das Verhalten des Adoptivkindes. Handelt es sich um auff\u00e4lliges Verhalten und hat diese vermeintliche Auff\u00e4lligkeit mit der Geschichte der Adoption zu tun oder ist es vielleicht doch ganz normales, altersgerechtes Verhalten? Oft geht es auch um die Biografie des Kindes und um den Kontakt zu den Herkunftseltern oder Geschwisterkindern.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft so ein Treffen \u00fcblicherweise ab?\u00e2\u20ac\u00a8Es gibt zu Beginn meistens eine kleine, themenunabh\u00e4ngige Runde, die dazu dient, dass sich die Eltern untereinander immer besser kennenlernen. Dann folgt eine Runde, in der jeder \u00fcber seine Erlebnisse berichten kann. Es geht darum zu erfahren, ob es etwas besonders Sch\u00f6nes oder etwas Belastendes gab. Mir ist sehr wichtig, auch auf die Ressourcen zu schauen und diese zu st\u00e4rken. Dass sich Eltern also der Situationen bewusst werden, die Freude gemacht und Kraft gegeben haben.<\/p>\n<p>Dann hat der Austausch der Adoptiveltern untereinander also einen sehr gro\u00dfen Stellenwert?\u00e2\u20ac\u00a8Ja, das ist so. Der Austausch mit Eltern, die keine Adoptivkinder haben, ist auch sehr wichtig. Jedoch ist das Verst\u00e4ndnis von Adoptiveltern ein anderes, so dass sich die Teilnehmer im Rahmen einer Gruppe auch mehr \u00f6ffnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vernetzung und Kontaktpflege sind ja auch Ziele der Veranstaltungen, die die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle regelm\u00e4\u00dfig anbietet.<\/p>\n<p>Genau. Da gibt es beispielsweise das Sommerfest. Dort kommen Eltern und Kinder von klein auf immer wieder miteinander in Kontakt. Diese regelm\u00e4\u00dfigen Treffen in gro\u00dfer Runde schaffen ein Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl, aber auch ein Erfahrungslernen. Es ist ganz wichtig zu wissen, dass man mit seiner Situation nicht allein ist. Sehr pers\u00f6nliche Dinge kann man bei Kaffee und Kuchen oder zwischen den Spieleangeboten nat\u00fcrlich nicht besprechen. Aber daf\u00fcr gibt es ja die Gruppe. Die Vernetzung erm\u00f6glicht es, immer mal wieder bei anderen Eltern anzudocken und bei Bedarf in engeren Kontakt zu treten.<\/p>\n<p>Die Systemische Familientherapeutin Susanne Schulte-Hoffmann arbeitet in der Fr\u00fchf\u00f6rderstelle Zitronenfalter und begleitet unter anderem auch Adoptiveltern auf ihrem Weg.<\/p>\n<p>Foto &amp; Text: D. Heydenreich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine Adoptionsvermittlung ist ein vielschichtiges Verfahren. Dass es wichtig ist, Adoptiveltern und -kinder auch nach dem Adoptionsbeschluss auf ihrem Weg zu begleiten, wissen Irmgard Plappert und Ines George von der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie der Stadt Fulda. 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