{"id":140481,"date":"2015-07-02T08:23:53","date_gmt":"2015-07-02T06:23:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=140481"},"modified":"2015-07-02T08:23:53","modified_gmt":"2015-07-02T06:23:53","slug":"bislang-im-landkreis-fulda-kein-nennenswertes-ambrosia-vorkommen-moegliche-gefahr-fuer-allergiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=140481","title":{"rendered":"Bislang im Landkreis Fulda kein nennenswertes Ambrosia-Vorkommen \/ M\u00f6gliche Gefahr f\u00fcr Allergiker"},"content":{"rendered":"<p>Um \u201eAmbrosia\u201c ging es in einer Sitzung des Kreistags im Mai. Jedoch wurde den Parlamentariern nicht die unsterblich machende Speise der griechischen G\u00f6tter gereicht, sondern sie erhielten Informationen \u00fcber eine Pflanze dieses Namens, die sich vor allem in Ungarn, Norditalien und im S\u00fcdosten Frankreichs weit verbreitet hat und sich auch in Deutschland auf dem Vormarsch befindet.<\/p>\n<p>Auf eine Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen nach dem Vorkommen der allergieausl\u00f6senden Beifu\u00df-Ambrosie im Landkreis Fulda konnte Landrat Bernd Woide erst einmal beruhigend antworten: \u201eDen Fachdiensten Landwirtschaft sowie Natur und Landschaft liegen keine Meldungen gr\u00f6\u00dferer Best\u00e4nde vor.\u201c Allerdings bedeute dies keine Entwarnung. Der Klimawandel beg\u00fcnstigt die Ausbreitung des Beifu\u00dfbl\u00e4ttrigen Traubenkrauts, wie es auch genannt wird. Deshalb seien vorsorglich die Mitglieder des Gebietsagrarausschusses und die Mitarbeiter der gemeindlichen Bauh\u00f6fe im Rahmen eines Pflanzenschutz-Anwendersachkundelehrgangs unterrichtet worden.<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen bei der Bev\u00f6lkerung ein Bewusstsein f\u00fcr die Pflanze schaffen\u201c, h\u00e4lt Werner Oertl f\u00fcr erforderlich. Der Gartenbau-Experte ist beim Fachdienst Landwirtschaft Ansprechpartner f\u00fcr Fragen zur Bek\u00e4mpfung unerw\u00fcnschter Pflanzenarten wie beispielsweise auch B\u00e4renklau oder Himalaya-Springkraut. Er selbst hat im Landkreis bislang eine einzige Beifu\u00df-Ambrosie zu Gesicht bekommen, die im Fuldaer Stadtgebiet gewachsen war. Doch auch eine einzeln stehende Pflanze kann eine neue Population begr\u00fcnden. \u201eAndere biologische Invasionen betreffen meist den Naturschutz oder die Landwirtschaft, aber die Beifu\u00df-Ambrosie stellt ein Gesundheitsrisiko f\u00fcr den Menschen dar\u201c, erl\u00e4utert Oertl. Denn ihre Pollen sind starke Allergene, die zu Heuschnupfen und Asthma f\u00fchren k\u00f6nnen. Weil die Pflanze von Juli bis Oktober bl\u00fcht, verl\u00e4ngert sie f\u00fcr Pollenallergiker die Pollensaison. Au\u00dferdem reagieren auch eigentlich nicht empfindliche Menschen (nach Erfahrungen in den USA zehn bis zwanzig Prozent der Bev\u00f6lkerung) auf eine relativ geringe Pollenkonzentration in der Luft. Zudem kann der Hautkontakt mit dem Bl\u00fctenstand Allergien ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Anders als in der Schweiz und in Ungarn ist die Bek\u00e4mpfung in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern freiwillig und liegt in Hessen in den H\u00e4nden der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rden. H\u00e4ufig werden gebietsfremde Arten erst wahrgenommen, wenn es f\u00fcr Gegenma\u00dfnahmen zu sp\u00e4t ist. So gelten in Teilen Ungarns 80 Prozent der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che als von Ambrosia befallen. In Deutschland dagegen scheint sich bislang die Ausbreitung der Pflanze noch aufhalten zu lassen. Erforderlich ist daf\u00fcr die Mitwirkung der \u00d6ffentlichkeit. Vor allem bei Vogelfutterstellen sollte man die Augen offenhalten, empfiehlt Werner Oertl. \u201eEntdeckt man eine Pflanze, rei\u00dft man sie am besten aus, bevor sie zur Saatreife kommt\u201c, erkl\u00e4rt der Experte. Vor der Kompostierung sollte sie auf einer Folie ohne Bodenkontakt getrocknet werden, damit sich keine Notbl\u00fcten bilden k\u00f6nnen. Sollte sie bereits bl\u00fchen (eine Pflanze kann bis zu 6000 Samen hoher Keimf\u00e4higkeit produzieren), r\u00e4t Oertl zum Abfl\u00e4mmen und zur Entsorgung im Restm\u00fcll. Der Fachdienst Landwirtschaft bittet um Meldung von Funden unter der Telefonnummer (0661)6006-723.<\/p>\n<p><strong>Info<\/strong><br \/>\n<strong>Beifu\u00df-Ambrosie<\/strong><br \/>\nDie einj\u00e4hrige krautige Pflanze (wissenschaftlich Ambrosia artemisiifolia) stammt urspr\u00fcnglich aus Nordamerika. Weitere Bezeichnungen sind Beifu\u00dfbl\u00e4ttriges Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut und Wilder Hanf. Leicht kann sie mit Beifu\u00df, G\u00e4nsefu\u00df und als junger Sch\u00f6ssling auch mit Schafgarbe, Tagetes, Hundspetersilie oder Erdrauch verwechselt werden. Ihre Hauptwachstumszeit ist im Juni, wenn die Ambrosia bis zu 1,80 Meter hoch werden kann. Die \u201e\u00dcberlebensk\u00fcnstlerin\u201c w\u00e4chst vor allem auf gest\u00f6rten B\u00f6den wie Stra\u00dfenr\u00e4ndern, Baustellen oder Schutthalden. Am h\u00e4ufigsten tritt sie in G\u00e4rten auf, weil vermutlich mit Ambrosia-Samen verunreinigtes Vogelfutter der Haupteinfuhrweg ist. Der Samen bleibt bis 40 Jahre lang keimf\u00e4hig. Laut wikipedia kam es um das Jahr 2000 herum zu einer genetischen Mutation, nach der die Samen nun auch Frost vertragen und die Keimungsrate durch Frost sogar erh\u00f6ht wird. An einer Pflanze werden sowohl weibliche als auch m\u00e4nnliche Bl\u00fcten ausgebildet. Die gelblichen m\u00e4nnlichen Bl\u00fcten k\u00f6nnen bis zu einer Milliarde Pollenk\u00f6rner produzieren.<\/p>\n<p><strong>Bestimmungsschl\u00fcssel f\u00fcr Ambrosia<\/strong><\/p>\n<p><strong>St\u00e4ngel<\/strong><br \/>\nIst der St\u00e4ngel im Durchmesser rund?<br \/>\nIst der St\u00e4ngel behaart?<br \/>\nIst der St\u00e4ngel ausgef\u00fcllt und nicht hohl?<br \/>\nFalls alle Fragen mit \u201cja\u00e2\u20ac\u009d beantwortet wurden, zum n\u00e4chsten Frageblock gehen.<br \/>\nFalls mindestens eine Frage mit \u201enein\u00e2\u20ac\u009d beantwortet wurde, haben Sie wahrscheinlich keine Beifu\u00dfbl\u00e4ttrige Ambrosie gefunden.<\/p>\n<p><strong>Blatt<\/strong><br \/>\nIst das Blatt auf der Ober- wie Unterseite ungef\u00e4hr gleichfarbig?<br \/>\nSind die Blattnerven wei\u00dflich?<br \/>\nIst das Blatt in mehrere Lappen geteilt, die ihrerseits oft bis zur Mittelrippe geteilt sind?<br \/>\nHaben die Zipfel der Blattlappen feine Spitzen?<br \/>\nFalls alle Fragen mit \u201cja\u00e2\u20ac\u009d beantwortet wurden, zum n\u00e4chsten Frageblock gehen.<br \/>\nFalls mindestens eine Frage mit \u201enein\u00e2\u20ac\u009d beantwortet wurde, haben Sie wahrscheinlich keine Beifu\u00dfbl\u00e4ttrige Ambrosie gefunden.<\/p>\n<p><strong>Bl\u00fcte<\/strong><br \/>\nHat die Pflanze an den St\u00e4ngel- und Astspitzen Trauben von kleinen, gr\u00fcnen, glockenf\u00f6rmigen Bl\u00fcten?<br \/>\nSehen Sie an der Bl\u00fcte helle Punkte oder gelben Pollenstaub?<br \/>\nSitzen in einigen Blattachseln der oberen Bl\u00e4tter kleine bl\u00fcten\u00e4hnliche Organe?<br \/>\nFalls mindestens zwei Fragen und alle Fragen zu St\u00e4ngel und Blatt mit \u201cja\u201c beantwortet wurden, ist es wahrscheinlich eine Beifu\u00dfbl\u00e4ttrige Ambrosie.<br \/>\nFalls mindestens zwei Fragen mit \u201enein\u00e2\u20ac\u009d beantwortet wurden, haben Sie wahrscheinlich keine Beifu\u00dfbl\u00e4ttrige Ambrosie gefunden. Bitte schauen Sie sich die Verwechslungsarten an.<br \/>\nQuelle: Die Leitlinien f\u00fcr den Umgang mit der Beifu\u00dfbl\u00e4ttrigen Ambrosie basieren auf den Ergebnissen des Projektes \u201eStrategies for Ambrosia control (AMBROSIA)\u201c, das durch Euphresco 2008 \u2013 2009 gef\u00f6rdert wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Um \u201eAmbrosia\u201c ging es in einer Sitzung des Kreistags im Mai. 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