{"id":140318,"date":"2015-06-26T06:36:53","date_gmt":"2015-06-26T04:36:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=140318"},"modified":"2015-06-24T15:37:40","modified_gmt":"2015-06-24T13:37:40","slug":"gemeinsam-spielen-gemeinsam-lernen-fluechtlingskinder-besuchen-gersfelder-kindergaerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=140318","title":{"rendered":"Gemeinsam spielen, gemeinsam lernen: Fl\u00fcchtlingskinder besuchen Gersfelder Kinderg\u00e4rten"},"content":{"rendered":"<p>Von ihren Heimatl\u00e4ndern Syrien, Eritrea und Serbien sind sie tausende Kilometer entfernt. Doch was die jungen Fl\u00fcchtlinge dort nicht hatten, wird hier in Gersfeld m\u00f6glich: eine unbeschwertere Kindheit. Die drei M\u00e4dchen und drei Jungen im Alter zwischen drei und f\u00fcnf Jahren gehen in den katholischen und in den evangelischen Kindergarten.<\/p>\n<p>Welchen Weg sie bis hierhin zur\u00fcckgelegt haben, welche Erfahrungen sie als Gep\u00e4ck mitbringen und wohin die Reise sie f\u00fchren wird \u2013 all das wissen selbst die Erzieherinnen, die mit ihnen nun t\u00e4glich Kontakt haben, nicht: \u201eWir m\u00f6chten den Kindern hier einfach m\u00f6glichst etwas Sch\u00f6nes bieten. Eine therapeutische Aufarbeitung ihrer Erlebnisse k\u00f6nnen wir sicherlich nicht leisten\u201c, erz\u00e4hlt Silke Heil, Erzieherin in der katholischen Don-Bosco-Kindertagesst\u00e4tte.<\/p>\n<p>Seit einigen Monaten sind die sechs Kinder \u2013 drei in der evangelischen, drei in der katholischen Einrichtung \u2013 in Gruppen mit gleichaltrigen Gersfelder Kindern. \u201eAm Anfang waren sie unsicher, doch mittlerweile wirken sie beinahe gl\u00fccklich und gel\u00f6st\u201c, freut sich Silke Heil. In der ersten Zeit waren jedoch nicht nur die Neuank\u00f6mmlinge unsicher \u2013 auch die ansonsten erfahrenen P\u00e4dagoginnen mussten sich mit viel Erfindungsreichtum und Sensibilit\u00e4t den Kindern, aber auch ihren Eltern n\u00e4hern. \u201eDer Vater eines der Kinder spricht sehr gut Deutsch, andere wiederum gar nicht, auch kein Englisch \u2013 das ist eine H\u00fcrde, die man erstmal \u00fcberwinden muss\u201c, erz\u00e4hlt Elke Herzig. Ohne Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache, auf Bilder, Gestik und Mimik angewiesen, gelingt eine Kommunikation nicht immer: \u201eWenn Missverst\u00e4ndnisse zu gro\u00df wurden, haben wir auch schon einmal einen Dolmetscher zur Hilfe gerufen\u201c, sagt Silke Heil.<\/p>\n<p>Inzwischen ist das kaum mehr notwendig &#8211; miteinander hat man zu einer gewissen Normalit\u00e4t gefunden: \u201eDie Eltern bringen ihre Kinder morgens und holen sie mittags wieder ab, solche geregelten Abl\u00e4ufe sind f\u00fcr die Kinder wichtig\u201c, erz\u00e4hlt Elke Herzig. Um nicht nur an der Kindergartent\u00fcr Kontakt mit den Eltern zu haben, m\u00f6chte ihre Kollegin Silke Heil diese in Zukunft st\u00e4rker einbinden: Sie m\u00f6chte die Eltern zum Beispiel einladen, den Kindern ein Lied aus ihrer jeweiligen Heimat beizubringen oder gemeinsam mit ihnen zu kochen. In der evangelischen Kita hat man ebenfalls Erfahrung im Austausch mit erwachsenen Fl\u00fcchtlingen: Einige Frauen und M\u00e4nner helfen gegen eine Aufwandsentsch\u00e4digung im Kita-Haushalt und bei der Gartenarbeit \u2013 ein f\u00fcr beide Seiten positives Miteinander: \u201eEine Frau hat vor Kurzem gefragt, ob sie hier backen darf \u2013 und hat uns zu einer Art Erntedankfest, das in ihrem Heimatland gefeiert wird, einen Kuchen gebacken\u201c, so Elke Herzig.<\/p>\n<p>Um den Kindern aus den fernen L\u00e4ndern die Eingew\u00f6hnung leichter zu machen, versuchen die P\u00e4dagoginnen ihnen die deutsche Sprache ein wenig n\u00e4her zu bringen: \u201eEine Erzieherin in unserem Kindergarten hat \u00fcber das Land Hessen finanziert f\u00fcnf Stunden f\u00fcr Sprachf\u00f6rderung zur Verf\u00fcgung\u201c, erkl\u00e4rt Elke Herzig. Sprachspiele stehen auch in der katholischen Kita hoch im Kurs: \u201eDadurch dass die Fl\u00fcchtlingskinder in unserer Einrichtung aus verschiedenen L\u00e4ndern stammen, m\u00fcssen sie sich auf Deutsch als Sprache verst\u00e4ndigen \u2013 das ist ein Vorteil\u201c, erz\u00e4hlt Silke Heil.<\/p>\n<p>Ohnehin haben die Kinder untereinander selbst einen entscheidenden Anteil an einer gelungenen Integration \u2013 und zwar sowohl die Neuank\u00f6mmlinge als auch die Einheimischen: Beide begegnen sich meist mit einer gro\u00dfen Offenheit und Neugier, wissen die Erzieherinnen: \u201eKinder gehen anders als Erwachsene damit um, sie sind unvoreingenommen und nehmen jeden meist erst einmal so wie er ist\u201c, res\u00fcmiert Silke Heil.<\/p>\n<p>Zum Bild: Gemeinsam spielen, gemeinsam lernen: Silke Heil (links) und Elke Herzig (rechts) versuchen, den Fl\u00fcchtlingskindern die deutsche Sprache ein wenig n\u00e4her zu bringen. Einheimische Kinder gehen in den Kitas ganz unvoreingenommen mit den Neuank\u00f6mmlingen um.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Von ihren Heimatl\u00e4ndern Syrien, Eritrea und Serbien sind sie tausende Kilometer entfernt. Doch was die jungen Fl\u00fcchtlinge dort nicht hatten, wird hier in Gersfeld m\u00f6glich: eine unbeschwertere Kindheit. Die drei M\u00e4dchen und drei Jungen im Alter zwischen drei und f\u00fcnf Jahren gehen in den katholischen und in den evangelischen Kindergarten. 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