{"id":140097,"date":"2015-06-19T14:43:21","date_gmt":"2015-06-19T12:43:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=140097"},"modified":"2015-06-19T14:43:21","modified_gmt":"2015-06-19T12:43:21","slug":"kkv-begruesst-umwelt-enzyklika-des-papstes-veraenderungen-muessen-beim-einzelnen-menschen-beginnen-umweltfragen-sind-gerechtigkeitsfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=140097","title":{"rendered":"KKV begr\u00fc\u00dft Umwelt-Enzyklika des Papstes: \u201eVer\u00e4nderungen m\u00fcssen beim einzelnen Menschen beginnen\u201c \u2013 Umweltfragen sind Gerechtigkeitsfragen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn Du die Umwelt ver\u00e4ndern willst, dann fange bei dem Menschen an, den du morgens im Spiegel siehst. Unter dieser Pr\u00e4misse k\u00f6nnte die Umweltenzyklika \u201eLaudato si\u201c geschrieben sein, die Papst Franziskus gestern ver\u00f6ffentlicht hat.\u201c Mit diesen Worten kommentierte der geb\u00fcrtige Fuldaer KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner das p\u00e4pstliche Rundschreiben. \u00c4hnlich wie bei Evangelii Gaudium, dem ersten Apostolischen Schreiben des Papstes sieht der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die Enzyklika in erster Linie als eine Anfrage insbesondere an uns als Christen. \u201eUnd die m\u00fcssen wir ehrlich beantworten. Jeder f\u00fcr sich, aber auch jeder katholische Verband und jede katholische Institution.\u201c Auch hier zeige der Papst auf, dass jede Ver\u00e4nderung letztlich beim einzelnen Menschen beginnen m\u00fcsse. Wenn der Papst Korruption, Verschwendung, Ausbeutung und die Wegwerfkultur kritisiere, dann d\u00fcrfe man nicht nur auf Dritte verweisen, die etwas falsch machten. \u201eWer mit dem Finger auf andere zeigt, darf nie vergessen, dass dabei immer vier Finger auf ihn zur\u00fcckzeigen.\u201c<\/p>\n<p>Der KKV begr\u00fc\u00dft deshalb auch den ganzheitlichen Ansatz der Enzyklika. Denn wer die Aussagen des Papstes nur auf die Fragen zur Umwelt und \u00d6kologie einschr\u00e4nke, unterschlage, dass es f\u00fcr Franziskus eine nachhaltige \u00d6kologie nicht ohne Fragen nach Gerechtigkeit, Armut, Verteilung, Solidarit\u00e4t und Geschwisterlichkeit geben k\u00f6nne. \u201eKurzum das Schreiben ist ohne geistliche Dimension nicht denkbar\u201c, so Wehner. Zu Recht stelle der Papst die Frage, \u201ewelche Art von Welt wollen wir denen hinterlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen?\u201c (160). Um die Beantwortung dieser Frage komme man nicht herum. Deshalb befasse sich das Lehrschreiben auch zu Recht mit der Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz und seiner Werte als Grundlage des sozialen Lebens: \u201eWozu gehen wir durch diese Welt, wozu sind wir in dieses Leben gekommen, wozu arbeiten wir und m\u00fchen uns ab, wozu braucht uns diese Erde? (160).\u201c Es biete somit eine umfassende Vision des Menschen: in Beziehung zu Gott, zu sich selbst, zu den anderen Menschen und zur Sch\u00f6pfung.\u201c<\/p>\n<p>Umweltschutz muss auch Lebensschutz beinhalten<br \/>\nDeshalb stelle der Papst nicht nur die Ausbeutung von Rohstoffen durch Konzerne an den Pranger oder fordere die \u201e\u00f6kologische Umkehr\u201c von Industrienationen, sondern pl\u00e4diere ebenso f\u00fcr die Sonntagsruhe und kritisiere gleichzeitig die staatliche Geburtenkontrolle. Sein Hinweis, wer \u00f6kologisch denkt, muss Abtreibung verurteilen, sollte deshalb auch alle die nachdenklich machen, die sich zwar f\u00fcr den Schutz der Umwelt einsetzen, dabei aber den Schutz f\u00fcr das Leben vergessen. Der katholische Sozialverband unterst\u00fctzt deshalb die Einla\u00c2\u00addung des Papstes, nach einem anderen Verst\u00e4ndnis von Wirt\u00c2\u00adschaft und Fortschritt zu suchen. Von daher k\u00f6nnen wir auch seine Kritik an der Finanzpolitik der reichen Industrienationen nachvollziehen, wenn hier zum Beispiel auf Kosten der Steuerzahler Banken mit Milliardenbetr\u00e4gen gerettet werden. \u201eUmweltfragen sind daher Gerechtigkeitsfragen. Diese Kernbotschaft der Enzyklika gilt es immer wieder zu beachten\u201c, so der KKV-Bundesvorsitzende.<\/p>\n<p>Der Papst weise auch zu Recht darauf hin, dass der Kern des Problems ein exzessiver Anthropozentrismus (116) sei: Menschen erkennen nicht mehr ihren wirklichen Ort in der Welt, sondern denken selbstbezogen und sehen nur sich selbst und die eigenen M\u00f6glichkeiten. Das m\u00fcndet in eine Kultur von \u201egebrauchen und wegwerfen\u201c, die jede Form von Verschwendung von Natur oder Menschen rechtfertigt, weil sie sowohl den Anderen wie auch die Natur nur als Objekte wahrnimmt und so zu unendlich vielen Formen von Unterwerfung f\u00fchrt. Diese Mentalit\u00e4t f\u00fchrt zur Ausbeutung von Kindern, zur Vereinsamung \u00e4lterer und allein gelassener Menschen, zur Sklaverei, zur \u00dcberbewertung der F\u00e4higkeit des Markes, sich selber zu regulieren; sie f\u00fchrt zu Menschenhandel und dem Handel mit Fellen vom Aussterben bedrohter Tiere und mit Blutdiamanten. Es ist die Logik derer, die Organe von armen Menschen verkaufen, die mit Drogen handeln, und derer, die Kinder \u201ewegwerfen\u201c, weil sie nicht den W\u00fcnschen der Eltern entsprechen (123).<\/p>\n<p>\u201eMensch bleiben in der Arbeitswelt\u201c neues Schwerpunktthema des KKV<br \/>\n\u201eMit unseren neuen Schwerpunktthema \u00e2\u20ac\u0161Mensch bleiben in der Arbeitswelt\u00e2\u20ac\u2122 wollen wir deshalb dazu beitragen, dass weiterhin der Mensch \u201eTr\u00e4ger, Sch\u00f6pfer und Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen\u201c ist, wie es in der Sozialenzyklika Mater et Magistra hei\u00dft\u201c, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. Deshalb gelte f\u00fcr den KKV: \u201eDie Wirtschaft ist f\u00fcr den Menschen da und nicht der Mensch f\u00fcr die Wirtschaft.\u201c Hierzu geh\u00f6re auch, mit daran zu arbeiten, dass unser Lebensstil und Konsumverhalten zukunftsf\u00e4higer werde.<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923-0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eWenn Du die Umwelt ver\u00e4ndern willst, dann fange bei dem Menschen an, den du morgens im Spiegel siehst. Unter dieser Pr\u00e4misse k\u00f6nnte die Umweltenzyklika \u201eLaudato si\u201c geschrieben sein, die Papst Franziskus gestern ver\u00f6ffentlicht hat.\u201c Mit diesen Worten kommentierte der geb\u00fcrtige Fuldaer KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. 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