{"id":140027,"date":"2015-06-17T14:57:49","date_gmt":"2015-06-17T12:57:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=140027"},"modified":"2015-06-17T14:57:49","modified_gmt":"2015-06-17T12:57:49","slug":"durch-extensive-beweidung-gefaehrdete-pflanzengesellschaften-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=140027","title":{"rendered":"Durch extensive Beweidung gef\u00e4hrdete Pflanzengesellschaften erhalten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/305-Dietgeser-Hute2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/305-Dietgeser-Hute2-265x199.jpg\" alt=\"305-Dietgeser Hute2\" width=\"265\" height=\"199\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-140030\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/305-Dietgeser-Hute2-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/305-Dietgeser-Hute2-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/305-Dietgeser-Hute2.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Das Naturschutzgebiet \u201eBr\u00fcckenhut\u201c liegt n\u00f6rdwestlich von Dietges und ist von Fulda aus \u00fcber die Bundesstra\u00dfe 458 zu erreichen. Den Untergrund dieser einstigen Hutefl\u00e4che bilden Gesteine des Mittleren Buntsandsteins, die in Verbindung mit den hier auftretenden, relativ hohen Niederschl\u00e4gen \u00fcberwiegend saure und basenarme Standorte mit einer schlechten Ertragsf\u00e4higkeit bedingen. Die genannte Fl\u00e4che wurde fr\u00fcher daher vor allem als Extensivweide genutzt. <\/p>\n<p>Die Verbreitung des an solche Standorte gebundenen Borstgrasrasens ist im Zuge einer zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft vielerorts sehr stark zur\u00fcckgegangen. Daher geh\u00f6ren derartige Magerrasen, die ihre Existenz einer ehemals extensiven menschlichen Bewirtschaftung verdanken, heute mit zu den bundesweit stark gef\u00e4hrdeten Pflanzengesellschaften. Denn obwohl sie nur eine geringe Standortproduktivit\u00e4t aufweisen, bieten diese bodensauren Magerrasen einigen seltenen und in ihrem Bestand bedrohten Pflanzenarten angemessenen Lebensraum.<\/p>\n<p>Gr\u00e4ser mit harten, \u201eborstigen\u201c Bl\u00e4ttern, wie das namengebende Borstgras, das Rote Strau\u00dfgras oder die Geschl\u00e4ngelte Schmiele sind hier h\u00e4ufig vorhanden. Auch finden sich zwischen den Gr\u00e4sern bei starker Versauerung des Bodens vereinzelt Besenheide und Heidelbeere. Besonders bemerkenswert ist das Auftreten der zur Bl\u00fctezeit pr\u00e4chtigen und aromatisch duftenden Arnika, die in der Rh\u00f6n fr\u00fcher weit verbreitet war, gegenw\u00e4rtig allerdings nur noch in Restbest\u00e4nden vorkommt. Diese konkurrenzschwache Staude gedeiht bevorzugt an wechselfrischen, n\u00e4hrstoffarmen und sauren Wuchsorten.<\/p>\n<p>Neben dem in Teilen ausgebildeten Borstgrasrasen waren die in diesem Gebiet vor allem randlich vorhandenen Kleinseggensumpf-Fragmente ein weiterer Grund f\u00fcr die Unterschutzstellung der betreffenden Fl\u00e4che. Eine Reihe kleinw\u00fcchsiger Seggenarten und Binsen pr\u00e4gen die Physiognomie dieser artenarmen Pflanzengesellschaft. Ferner sind hier vereinzelte Vorkommen von Schmalbl\u00e4ttrigem Wollgras, Sumpf-Weidenr\u00f6schen oder Sumpf-Veilchen als Begleitarten zu finden. <\/p>\n<p>Nach Aufgabe der Nutzung sowie durch N\u00e4hrstoffeintrag aus den benachbarten, intensiv genutzten Wiesenfl\u00e4chen unterlagen die urspr\u00fcnglich anzutreffenden Pflanzengesellschaften gravierenden Ver\u00e4nderungen, durch die sich h\u00f6herw\u00fcchsige Arten auf Kosten niedrigw\u00fcchsiger vermehrt ausbreiten konnten. Parallel zu dieser stellenweise zu beobachtenden Umschichtung in der Krautschicht verlief die Einwanderung von Pioniergeh\u00f6lzen. Schwarzer Holunder, Trauben-Holunder, Eberesche, Ohren-Weide und Faulbaum k\u00f6nnen als aufkommende Geh\u00f6lze festgestellt werden. <\/p>\n<p>Trotz all dieser negativen Einfl\u00fcsse und Ver\u00e4nderungen ist der urspr\u00fcngliche Aspekt jedoch weitgehend erhalten geblieben, so dass die ehemalige Hutungsfl\u00e4che 1988 mit einer Gr\u00f6\u00dfe von fast acht Hektar erstmals unter Schutz gestellt und 1994 um elf Hektar erweitert wurde. Durch die Anwendung geeigneter Pflegema\u00dfnahmen, wie beispielsweise einer extensiven Beweidung mit Rindern, Schafen oder Ziegen als Fortf\u00fchrung der fr\u00fcheren  Bewirtschaftungsform, wird versucht, diesen schutzw\u00fcrdigen Vegetationskomplex aus Biotopschutzgr\u00fcnden sowie aus kulturhistorischer Sicht langfristig zu erhalten. <\/p>\n<p>Abgesehen von den feuchten und mageren Gr\u00fcnlandgesellschaften tragen artenreiche Erlenwaldbest\u00e4nde sowie Geb\u00fcsche und abwechslungsreich ausgebildete S\u00e4ume zur vielgestaltigen Struktur in diesem Gebiet bei.<\/p>\n<p>Nord\u00f6stlich von Dietges repr\u00e4sentiert die ebenfalls von Mittlerem Buntsandstein getragene \u201eWickerser Hute\u201c zwischen Brand und Wickers einen \u00e4hnlichen Vegetationskomplex und wurde im gleichen Jahr wie die Dietgeser Hute mit einer Fl\u00e4che von 13 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Wegen Unterbeweidung und fehlender Pflege hatte sich auf dieser Fl\u00e4che ebenfalls eine zunehmende Verbuschungstendenz gezeigt, so dass mit der Erarbeitung eines Pflegekonzepts eine Regenerierung der floristisch wertvollen Borstgrasrasenfl\u00e4chen angestrebt wurde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Naturschutzgebiet \u201eBr\u00fcckenhut\u201c liegt n\u00f6rdwestlich von Dietges und ist von Fulda aus \u00fcber die Bundesstra\u00dfe 458 zu erreichen. Den Untergrund dieser einstigen Hutefl\u00e4che bilden Gesteine des Mittleren Buntsandsteins, die in Verbindung mit den hier auftretenden, relativ hohen Niederschl\u00e4gen \u00fcberwiegend saure und basenarme Standorte mit einer schlechten Ertragsf\u00e4higkeit bedingen. 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