{"id":139881,"date":"2015-06-15T23:59:24","date_gmt":"2015-06-15T21:59:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=139881"},"modified":"2015-06-15T23:59:59","modified_gmt":"2015-06-15T21:59:59","slug":"18-juni-25-oktober-2015-fuerstenschmaus-und-bauernbrei-die-kueche-im-mittelalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=139881","title":{"rendered":"18. Juni \u2013 25. Oktober 2015  F\u00fcrstenschmaus und Bauernbrei &#8211; Die K\u00fcche im Mittelalter"},"content":{"rendered":"<p>Um \u201eF\u00fcrstenschmaus und Bauernbrei &#8211; Die K\u00fcche im Mittelalter\u201c dreht sich die neue Ausstellung im B\u00fcdinger Heuson-Museum. Er\u00f6ffnung ist am 18. Juni um 17.00 Uhr, eingeladen sind alle Interessierten. <\/p>\n<p>Die Ausstellung zeigt in drei Gro\u00dfraumvitrinen und auf 19 DIN A1 \u2013 Tafeln die Zusammenh\u00e4nge zwischen dem Anbau von Lebensmitteln, ihrer Weiterverarbeitung und ihrer Verwendung. Besucher erhalten somit die M\u00f6glichkeit, statt einer isolierten Betrachtung einzelner Produkte diese in einen Gesamtzusammenhang einordnen zu k\u00f6nnen. Alle Themen sind mit vielen zeitgen\u00f6ssischen Bildern und Zeichnungen anschaulich dargestellt. Dazu ist eine 28seitige Farbbrosch\u00fcre in DIN A4 erschienen, die zum Preis von 3,00 \u00e2\u201a\u00ac im Museum erh\u00e4ltlich ist.<\/p>\n<p>Um zu verstehen, warum welche Lebensmittel wie in der K\u00fcche genutzt wurden, muss man zuerst einen Blick auf die damaligen M\u00f6glichkeiten werfen, Nahrung zu produzieren und zu konservieren. Dazu werden die wichtigsten Berufe kurz vorgestellt: Bauer, M\u00fcller und B\u00e4cker, Metzger und Fischer, Imker, Winzer und Bierbrauer. Immer wieder erkennt man dabei auch die wichtige Rolle des \u00fcberregionalen Handels, der im Laufe der Jahrhunderte das Angebot und damit auch die Essgewohnheiten der Menschen ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p>Manche Arbeitsger\u00e4te der Bauern kennt man noch heute dem Namen und ihrer Funktion nach. Doch wo zu unserer Zeit mit riesigen Maschinen und hochgez\u00fcchtetem Saatgut gro\u00dfe \u00dcbersch\u00fcsse produziert werden, wurde dem Boden in vergangenen Tagen mit der Muskelkraft von Menschen und Tieren &#8211; und viel Gl\u00fcck und Beten &#8211; eine magere Ernte abgerungen. Interessant ist auch ein Blick auf die damals bekannten Gem\u00fcsesorten, Gew\u00fcrze und Kr\u00e4uter, denn manche von ihnen sind heute aus der K\u00fcche verschwunden oder wurden gerade erst wieder \u201eentdeckt\u201c.<\/p>\n<p>Lebensmittel haltbar zu machen war eine wichtige Arbeit zu Zeiten, als der K\u00fchlschrank noch \u201eKeller\u201c hie\u00df und als Tiefk\u00fchltruhe nur den sehr Wohlhabenden ein Eishaus zur Verf\u00fcgung stand. D\u00f6rren, p\u00f6keln, r\u00e4uchern oder g\u00e4ren lassen &#8211; was wir heute haupts\u00e4chlich als Veredelung von Fleisch, Fisch und Gem\u00fcse kennen, war eine Frage des \u00dcberlebens in den mageren Monaten. So begleiteten Hunger und Mangelern\u00e4hrung die Menschen durch viele Jahrhunderte. War die Arbeit schon schwer und der Ertrag auch in guten Jahren nicht \u00fcberreichlich: Wenn Missernten, D\u00fcrren, Hochwasser, Kriege und Pl\u00fcnderungen \u00fcber das Land kamen, folgte die Not auf dem Fu\u00dfe.<\/p>\n<p>Beim Volk war die K\u00fcche spartanisch eingerichtet, ein Topf \u00fcber der Feuerstelle, Gef\u00e4\u00dfe aus Holz und Ton. Ganz anders die Esskultur des Adels: hier zeigte man Reichtum und Vornehmheit mit Geschirr aus wertvollen Materialien, es gab Tischsitten und Benimmregeln.<\/p>\n<p>Ein besonderes Kapitel waren die von der Kirche festgelegten Fastenzeiten, in denen die oft sowieso sehr eingeschr\u00e4nkten Angebote zus\u00e4tzlich reduziert waren. Doch als die Fastentage immer mehr und die erlaubten Nahrungsmittel weniger wurden, wurden aus einigen S\u00e4ugetieren und Wasserv\u00f6geln pl\u00f6tzlich \u201eFische\u201c. Die vielf\u00e4ltigen Aspekte der Ausstellung lassen ein ganzheitliches und differenziertes Bild fr\u00fcherer Lebensformen deutlich werden, die in ihrer Anschaulichkeit besonders auch j\u00fcngere Betrachter anspricht. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Um \u201eF\u00fcrstenschmaus und Bauernbrei &#8211; Die K\u00fcche im Mittelalter\u201c dreht sich die neue Ausstellung im B\u00fcdinger Heuson-Museum. Er\u00f6ffnung ist am 18. Juni um 17.00 Uhr, eingeladen sind alle Interessierten. Die Ausstellung zeigt in drei Gro\u00dfraumvitrinen und auf 19 DIN A1 \u2013 Tafeln die Zusammenh\u00e4nge zwischen dem Anbau von Lebensmitteln, ihrer Weiterverarbeitung und ihrer Verwendung. 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