{"id":13952,"date":"2008-11-12T08:08:04","date_gmt":"2008-11-12T07:08:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=13952"},"modified":"2008-11-12T12:08:22","modified_gmt":"2008-11-12T11:08:22","slug":"bischof-algermissen-tauschte-sich-mit-rund-60-aerzten-ueber-palliativmedizin-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=13952","title":{"rendered":"Bischof Algermissen tauschte sich mit rund 60 \u00c4rzten \u00fcber Palliativmedizin aus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen ist erstmals mit \u00c4rzten der Region zu einem Gedan-kenaustausch im Bonifatiushaus, dem Bildungshaus der Di\u00f6zese, zusammengetroffen. Den etwa 60 Medizinerinnen und Medizinern dankte der Oberhirte f\u00fcr ihren Dienst. Das Thema des Gespr\u00e4chsabends lautete \u201ePalliativmedizin als Alternative zur aktiven Sterbehilfe und zum assistierten Suizid\u201c. \u201eDie Premiere ist gelungen\u201c, schreibt die Fuldaer Zeitung in ihrer Ausgabe vom vergangenen Freitag. Eine solche Zusammenkunft mit \u00c4rzten soll k\u00fcnftig jedes Jahr zu einem bestimmten Thema stattfinden.<!--more--><\/p>\n<p>Bischof Algermissen unterstrich, da\u00df nur Gott der Herr \u00fcber Leben und Tod sei. Gott habe den Menschen nach seinem Bild geschaffen, und daraus resultiere dessen unbedingte W\u00fcrde. \u201eSie gilt zu jeder Zeit \u2013 egal, wie krank oder behindert ein Mensch ist\u201c, sagte der Bischof. Der Katechismus bezeichne die aktive Sterbehilfe als Mord. \u201eDie Kirchen werden immer gegen eine Legalisierung solcher Sterbehilfe k\u00e4mpfen\u201c, so Algermissen und prangerte Regelungen in Holland, Belgien und der Schweiz an.<\/p>\n<p>Er w\u00fcrdigte die Hospizbewegung, besonders den heimischen \u201eDa-Sein\u201c-Hospizdienst der Malteser sowie die station\u00e4ren Einrichtungen in Fulda und Hanau: \u201eAus dieser Bewegung wissen wir, da\u00df der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe in dem Ma\u00dfe abnimmt, wie Zuwendung und Beistand f\u00fcr Schwerstkranke zunehmen.\u201c Todesw\u00fcnsche seien ein verzweifelter Appell von Menschen, in der letzten Phase nicht allein gelassen zu werden. Dabei habe auch die Palliativmedizin gro\u00dfe Bedeutung: \u201eEs geht um gute Begleitung im Sterben, nicht um Hilfe zum Sterben\u201c, erkl\u00e4rte Algermissen.<\/p>\n<p>Den medizinischen Fachvortrag zur Thematik des Abends hielt Dr. Rainer Sch\u00e4fer, Chefarzt am W\u00fcrzburger Julius-Spital und zugleich Lehrbeauftragter f\u00fcr Palliativmedizin an der dortigen Universit\u00e4t. Er betonte, da\u00df alle \u00c4rzte Formulierungen wie \u201eMan kann nichts mehr f\u00fcr Sie tun\u201c oder \u201eDie Krankheit ist austherapiert\u201c aus ihrem Sprachgebrauch streichen sollten. \u201eGanz wichtig ist die medizinische Betreuung bis zum letzten Atemzug\u201c, so der Referent. Daf\u00fcr m\u00fcsse das Therapieziel entsprechend ge\u00e4ndert werden, und zwar m\u00f6glichst mit dem Patienten.<\/p>\n<p>Dabei stehe vor allem die Schmerzbek\u00e4mpfung im Mittelpunkt, damit auch spirituelle Bed\u00fcrfnisse des Sterbenden und f\u00fcr ihn noch Ungekl\u00e4rtes zu ihrem Recht k\u00e4men. In der Palliativmedizin gehe es bei den verantwortlichen Teams weniger um \u201eHigh-Tech\u201c als um \u201eHigh-Touch\u201c, sprich pers\u00f6nliche Zuwendung und gelingende Kommunikation. \u201eDie High-Touch-Medizin braucht Menschen, nicht Ger\u00e4te\u201c, erkl\u00e4rte Sch\u00e4fer bei aller Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Intensivmedizin.<\/p>\n<p>Moraltheologe Professor Dr. Peter Schallenberg betonte, da\u00df aus christlicher Sicht die Liebe zentrale Voraussetzung f\u00fcr ein gutes, gelingendes Leben sei. Gott sei die Liebe und jeder Mensch liebensw\u00fcrdig. Die liebende Zuwendung mache dem Menschen deutlich: \u201eEs ist unbedingt n\u00f6tig, da\u00df Du da bist.\u201c Das gelte in jeder Phase des Lebens. Mitveranstalter des Abends war das Bonifatiushaus. Dessen Direktor Gunter Geiger freute sich \u00fcber die gro\u00dfe Resonanz aus der \u00c4rzteschaft und w\u00fcrdigte das Engagement von Bischof Algermissen f\u00fcr den umfassenden Schutz des Lebens.<\/p>\n<p>In der regen Diskussion wurde unter anderem moniert, da\u00df in Holland die aktive Sterbehilfe bei psychisch schwer Erkrankten und bei Behinderten auch schon ohne Einwilligung angewandt worden sei. Ein Gespr\u00e4chsteilnehmer sprach von 900 solcher F\u00e4lle. Vor der \u201eVerniedlichung der aktiven Sterbehilfe\u201c wurde eindringlich gewarnt. Ein Arzt teilte mit, da\u00df sich in Osthessen inzwischen eine Akademie f\u00fcr Suizidpr\u00e4vention gegr\u00fcndet hat. Gro\u00dfe Einsamkeit und das Gef\u00fchl, nicht gebraucht zu werden, wurden als h\u00e4ufiger Grund f\u00fcr Lebensm\u00fcdigkeit genannt. Hier m\u00fcsse man als Mitmensch nach Kr\u00e4ften gegensteuern. Nach Angaben eines Mediziners haben es gl\u00e4ubige Menschen leichter, sich mit dem sicheren Tod abzufinden, was die Wichtigkeit der Glaubensverbreitung unterstreiche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen ist erstmals mit \u00c4rzten der Region zu einem Gedan-kenaustausch im Bonifatiushaus, dem Bildungshaus der Di\u00f6zese, zusammengetroffen. Den etwa 60 Medizinerinnen und Medizinern dankte der Oberhirte f\u00fcr ihren Dienst. 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