{"id":139425,"date":"2015-06-08T16:35:42","date_gmt":"2015-06-08T14:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=139425"},"modified":"2015-06-08T16:35:42","modified_gmt":"2015-06-08T14:35:42","slug":"landkreis-rhoen-stellt-bei-eu-antrag-auf-life-foerdergelder-fuer-das-projekt-berggruenland-hessische-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=139425","title":{"rendered":"Landkreis Rh\u00f6n stellt bei EU Antrag auf LIFE-F\u00f6rdergelder f\u00fcr das Projekt \u201eBerggr\u00fcnland Hessische Rh\u00f6n\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Hoffentlich befinden sich unter den \u00fcber hundert verschiedenen Kr\u00e4uter- und Gr\u00e4serarten, die auf intakten Rh\u00f6ner Bergwiesen wachsen, auch einige \u201evierbl\u00e4ttrige Wiesenkleebl\u00e4tter\u201c. Denn mit etwas Gl\u00fcck k\u00f6nnten ab Sommer n\u00e4chsten Jahres\u00c2\u00a0 europ\u00e4ische LIFE-F\u00f6rdergelder in unsere Region flie\u00dfen, mit denen der Landkreis Ma\u00dfnahmen zum Erhalt des artenreichen Berggr\u00fcnlandes finanzieren und zugleich die heimischen Landwirte unterst\u00fctzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Damit die Genehmigung nicht allein von Gl\u00fcck abh\u00e4ngt, wird der Antrag an die Europ\u00e4ische Union derzeit unter Mitwirkung verschiedener Stellen professionell erarbeitet. Vor zwei Jahren schon hatte der Verein Natur und Lebensraum Rh\u00f6n (VNLR) ein Gr\u00fcnland-Expose zur Entwicklung des Berggr\u00fcnlands im Biosph\u00e4renreservat erarbeitet. Anschlie\u00dfend wurde von der FENA (Servicestelle f\u00fcr Naturschutz bei Hessen-Forst) ein entsprechendes Gutachten zu den Berg-M\u00e4hwiesen im FFH- und Vogelschutzgebiet Hessische Rh\u00f6n in Auftrag gegeben. Es zeigte auf, dass durch die Intensivierung der Landwirtschaft die Artenvielfalt in den vergangenen Jahren deutlich zur\u00fcckgegangen ist &#8211; und dies in einem UNESCO-Biosph\u00e4renreservat, zu dessen Hauptaufgaben der Erhalt der Biodiversit\u00e4t geh\u00f6rt und das modellhaft versuchen soll, Naturschutz und menschliches Wirtschaften in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Das Land Hessen schlug dem Landkreis Fulda vor, sich mit dem angedachten Projekt zur Verbesserung des Berggr\u00fcnlands f\u00fcr das LIFE-Programm zu bewerben. Das Umweltministerium bezuschusst die Antragstellung. \u201eWir w\u00e4ren in dieser F\u00f6rderperiode das einzige neue LIFE-Projektgebiet in Hessen\u201c, hebt Torsten Raab, Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n (BRR), hervor.<\/p>\n<p>Voraussichtlich bis Mitte September muss der umfangreiche Antrag bei der EU eingegangen sein. Damit hat der Kreisausschuss das B\u00fcro f\u00fcr Landschaftskonzepte, Markus Mayer, beauftragt. Das Schallst\u00e4dter Unternehmen baut auf Erfahrung mit drei LIFE-Antr\u00e4gen, die allesamt positiv beschieden worden sind. Auch die Vorstudie zu den M\u00f6glichkeiten eines LIFE-Antrags Berggr\u00fcnland Hessische Rh\u00f6n hatte dieses B\u00fcro erstellt. \u201eProjekte aus Deutschland haben gute Chancen auf Genehmigung\u201c, meint Markus Mayer, der f\u00fcr den Antrag aus der Rh\u00f6n mit den freiberuflichen Projektentwicklern im Naturschutz, Professor Eckhard Jedicke und Dr. Florian Wagner, kooperiert.<\/p>\n<p>Weitere Partner sind die drei Fachdienste \u201eLandwirtschaft\u201c, \u201eBiosph\u00e4renreservat\u201c sowie \u201eNatur und Landschaft\u201c des Landkreises, das hessische Umweltministerium, die Obere Naturschutzbeh\u00f6rde, die FENA, der Kreisbauernverband Fulda-H\u00fcnfeld, die Ortslandwirte, Naturschutzverb\u00e4nde und \u00f6rtliche Kommunen. Landwirte, B\u00fcrgermeister und der Naturschutzbeirat sind bereits in einzelnen Veranstaltungen \u00fcber das Vorhaben informiert und zur Mitgestaltung eingeladen worden. Weitere Abstimmungsgespr\u00e4che in den einzelnen Kommunen zur Erarbeitung von konkreten Ma\u00dfnahmen sollen in K\u00fcrze stattfinden.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Bauern bedeutet dies eine ganz neue Herangehensweise, um F\u00f6rdermittel zu erhalten: LIFE macht sie zu Hauptakteuren, die selbst Ma\u00dfnahmen vorschlagen und mit uns gemeinsam L\u00f6sungen erarbeiten\u201c, erkl\u00e4rt die landwirtschaftliche Beraterin f\u00fcr den hessischen Teil des BRR, Janet Emig. F\u00f6rderf\u00e4hig sei beispielsweise Infrastruktur wie Weidez\u00e4une, die Anschaffung von Spezialger\u00e4ten zur Landschaftspflege, der Ausbau einer naturschutzfachlichen Beratungsstelle f\u00fcr Landwirte, Vernetzungsarbeit oder die Ausbildung von Kultur- und Natur-Landschaftsf\u00fchrern. \u201eIntensiv wirtschaftende Bauern m\u00fcssen sich nicht komplett umstellen, sondern oft sind Kompromisse m\u00f6glich\u201c, wirbt Emig um weitere Mitwirkende. \u201eJe detaillierter unser Antrag ist,\u00c2\u00a0 umso gr\u00f6\u00dfer ist seine Chance auf Genehmigung\u201c, erl\u00e4utert Markus Mayer.<\/p>\n<p>Vergangene Woche haben sich ein Dutzend Vertreter der beteiligten Institutionen zu einem zweit\u00e4gigen Workshop auf der Wasserkuppe getroffen. Unter anderem wurden potentielle Fl\u00e4chen ausgew\u00e4hlt und Ideen gesammelt, wie Landwirtschaft extensiv und doch effizient gestaltet werden kann. Die Teilnehmer sehen den LIFE-Antrag als Chance f\u00fcr die Region: Mit den F\u00f6rdermitteln k\u00f6nnten der typische Landschaftscharakter \u201eder offenen Fernen\u201c und die intakten Bergwiesen besser erhalten werden. Raab sieht zudem positive Impulse f\u00fcr die Umweltbildung und den Tourismus. \u201eWir haben viel Vorarbeit geleistet. Falls wir im n\u00e4chsten Jahr gr\u00fcnes Licht bekommen, k\u00f6nnen wir sofort loslegen\u201c, k\u00fcndigt er an.<\/p>\n<p>Info:<br \/>\nWas ist LIFE?<br \/>\nLIFE (L\u00e2\u20ac\u2122Instrument Financier pour l\u00e2\u20ac\u2122Environnement) ist ein Finanzinstrument der EU zur F\u00f6rderung von Umweltma\u00dfnahmen. Das seit 1992 nunmehr sechste Programm befindet sich gerade in der Sammelphase, in der die einzelnen L\u00e4nder bis zum 7. September 2015 Antr\u00e4ge stellen k\u00f6nnen. \u00dcber diese ber\u00e4t und entscheidet die LIFE-Kommission. Der F\u00f6rderzuschuss betr\u00e4gt 60 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens. Bei\u00c2\u00a0 Genehmigung des Projekts \u201eBerggr\u00fcnland Hessische Rh\u00f6n\u201c \u00fcbern\u00e4hme das Land Hessen die restlichen 40 Prozent.<\/p>\n<p>Zum Bild: Vertreter des Landkreises, des hessischen Umweltministeriums, der\u00c2\u00a0 Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde und weitere Experten trafen sich vergangene Woche auf der Wasserkuppe mit Markus Mayer (hinten rechts) vom gleichnamigen B\u00fcro f\u00fcr Landschaftskonzepte, um sich \u00fcber den LIFE-Antrag \u201eBerggr\u00fcnland Hessische Rh\u00f6n\u201c abzustimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hoffentlich befinden sich unter den \u00fcber hundert verschiedenen Kr\u00e4uter- und Gr\u00e4serarten, die auf intakten Rh\u00f6ner Bergwiesen wachsen, auch einige \u201evierbl\u00e4ttrige Wiesenkleebl\u00e4tter\u201c. 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