{"id":139351,"date":"2015-06-07T21:57:26","date_gmt":"2015-06-07T19:57:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=139351"},"modified":"2015-06-07T21:57:26","modified_gmt":"2015-06-07T19:57:26","slug":"freiburger-erzbischof-predigte-beim-bonifatiusfest-feierliche-eroeffnung-der-traditionellen-bonifatiuswallfahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=139351","title":{"rendered":"Freiburger Erzbischof predigte beim Bonifatiusfest \u2013 Feierliche Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten"},"content":{"rendered":"<p>Die Botschaft des Evangeliums und \u201edie Freundschaft mit Jesus\u201c stehen nach den Worten des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger oft \u201equer zu dem, was andere wollen\u201c. Bei der Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten in Fulda sagte der Erzbischof am Sonntag, 7. Juni, vor \u00fcber 5.000 Wallfahrern: \u201eDie Botschaft Gottes stellt weltliches Herrschaftsdenken auf den Kopf. Da ist die Rede vom gegenseitigen Dienen, statt einander zu knechten. Da geht es um Liebe und Barmherzigkeit zu denen, die sonst vom Leben nichts oder nicht viel zu erwarten haben. Niedrige werden erh\u00f6ht, M\u00e4chtige von ihren Thronen gest\u00fcrzt \u2013 eine gef\u00e4hrliche Botschaft f\u00fcr jene, die andere ausbeuten und knechten.\u201c Es handle sich um eine Botschaft, mit der Kindersoldaten und Menschenhandel, Kinderarbeit, Korruption und Machtmissbrauch in welcher Form auch immer unvereinbar seien. \u201eFreundschaft mit Christus hei\u00dft immer auch Freundschaft mit unseren Mitmenschen. Wir tragen Verantwortung f\u00fcreinander und d\u00fcrfen nicht auf Kosten anderer leben und unseren Wohlstand finanzieren.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schicksal der Leidenden darf Christen nicht gleichg\u00fcltig sein<\/strong><\/p>\n<p>In seiner Festpredigt verwies Erzbischof Burger auf die vielen Herausforderungen f\u00fcr Gesellschaft, Politik und Kirche: \u201eDenken wir an den Ukraine-Konflikt, an die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me aus Afrika. Denken wir an Syrien und den Irak, an den Terror von Isis, an die aktuelle Ungl\u00fccksf\u00e4lle und die schon fast wieder vergessene Naturkatastrophe von Nepal. Das Schicksal der leidenden und betroffenen Menschen darf uns nicht gleichg\u00fcltig sein. Es sind Menschen, die unsere Unterst\u00fctzung brauchen und denen wir \u00fcber unsere Hilfswerke auch Unterst\u00fctzung zukommen lassen. Nicht zu vergessen unser Gebet!\u201c Christen seien gefordert, nachhaltig Hilfe zu leisten. Es d\u00fcrfe nicht vergessen werden, dass auch die gegenw\u00e4rtige Zeit eine \u201eZeit der Christenverfolgung\u201c sei. Der heilige Bonifatius habe die faszinierende Botschaft Jesu Christus von der Freundschaft und Liebe Gottes unter die Menschen gebracht und sei daf\u00fcr auch den M\u00e4rtyrertod gestorben. Nicht wenige Christen m\u00fcssten dies auch heute hautnah und \u201ebis aufs Blut\u201c erleben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Freiburger Erzbischof thematisierte in Fulda auch aktuelle Themen wie Lebensschutz und Sterbehilfe, das Verst\u00e4ndnis von Ehe, Familie und Partnerschaften, Klimawandel und Weltwirtschaft. Er stellte die Frage: \u201eWo gibt es in einer Welt, die immer komplizierter zu werden scheint, noch eine Orientierungshilfe?\u201c Der Glaube an Gott, seine geoffenbarte Botschaft und die daraus sich ergebende Freundschaft mit Jesus Christus k\u00f6nnten Orientierung sein: \u201eDie Freundschaft mit Jesus nimmt uns als Kirche, als Verantwortliche wie als Gl\u00e4ubige, in die Pflicht, unser eigenes Leben immer wieder im Licht des Evangeliums gegenzulesen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nicht an Strukturen festhalten, sondern \u00fcber Tellerrand blicken<\/strong><\/p>\n<p>Man m\u00fcsse sich fragen, warum es so wenig zu gelingen scheine, die gro\u00dfartige christliche Botschaft zu den Menschen zu bringen. Der missionarische Dienst der Kirche k\u00f6nne nur fruchtbar sein, \u201ewenn wir selbst in einer guten und engen Beziehung zu Jesus Christus stehen\u201c. Von Franz von Sales stamme der Satz, \u201edass mit einem Tropfen Honig mehr Fliegen zu fangen sind als mit einem Fass voller Essig.\u201c Erzbischof Burger forderte die Christen dazu auf, f\u00fcr diese Welt \u201eHonigtropfen und keine Essigf\u00e4sser\u201c zu sein. Er nehme wahr, dass die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr Christen und die Kirche nicht der Atheismus sei und auch nicht das fortschreitende s\u00e4kulare Denken: \u201eDie Herausforderung ist, dass wir, die Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen, nicht in selbstgemachte Depressionen verfallen, weil wir uns Kirche nicht anders vorzustellen trauen als auf die Weise, wie wir sie bislang kennengelernt und erfahren haben. Und hier machen wir uns allzu schnell an unseren Strukturen fest und arbeiten uns daran ab.\u201c Die Kirche habe im Laufe der Geschichte schon so viel Wandel erlebt. Hier helfe auch Papst Franziskus, immer wieder \u00fcber den Tellerrand zu blicken. \u201eWir d\u00fcrfen die Kirche weiter denken, von Christus her gr\u00f6\u00dfer denken. Wir d\u00fcrfen nicht bei dem stehen bleiben, was angeblich fr\u00fcher alles gut oder besser war, oder was wir zahlenm\u00e4\u00dfig messen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Freiburger Erzbischof sagte weiter: \u201eWir haben doch von Christus all das bekommen, was auch wir heute brauchen, um als Kirche, als seine Freunde sinnerf\u00fcllt leben zu k\u00f6nnen: seine Frohe Botschaft, seine Sakramente, seine Zusage bei uns zu sein bis zum Ende der Welt.\u201c Der Gast aus Freiburg gab die Empfehlung: \u201eLassen wir uns von der Dynamik und Innovationskraft des heiligen Bonifatius anstecken, der das, was er getan hat, ganz getan hat \u2013 ganz im Blick und in der Gemeinschaft mit Christus. Seine Freundschaft mit Jesus Christus hat ihn ermutigt, den Glauben zu verk\u00fcnden, zu leben, zu bezeugen bis aufs Blut und sich f\u00fcr die Kirche einzusetzen. Er will auch uns ermutigen, in diesem Glauben und in dieser Zuversicht die aktuellen Herausforderungen anzugehen.\u201c Die Christen brauchten sich nicht zu verstecken, wie auch Jesus sich nicht versteckt habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den Festgottesdienst feierte Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen in Konzelebration mit Erzbischof Burger, Bischof Gerard de Korte (Groningen-Leeuwarden, Niederlande), Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Weihbischof Dr. Mathew Manakarakavil (Trivandrum, Indien), Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Generalvikar Peter Hermannus Hendrikus Wellen (Groningen-Leeuwarden), Domkapitular Paul Verheijen (Dokkum), Ordinariatsrat Peter G\u00f6b und Stadtpfarrer Stefan Bu\u00df. Musikalisch wurde die Messfeier vom Fuldaer Jugendkathedralchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber mit Chors\u00e4tzen von V. Rathgeber, H. Sch\u00fctz, A. Gabrieli und M. Bevan sowie von einem gro\u00dfen Bl\u00e4serensemble mitgestaltet, bestehend aus sechs Musikvereinen mit rund 150 Bl\u00e4sern. Unter Leitung von Regionalkantor Ulrich Moormann musizierten die Musikvereine Gro\u00dfenl\u00fcder, St. Antonius K\u00fcnzell, Meerholz-Hailer, N\u00fcsttal, Steinau-Steinhaus und Simmershausen. An der Domorgel, deren Kl\u00e4nge wieder auf den Domplatz \u00fcbertragen wurden, Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Bischof Algermissen die Gl\u00e4ubigen und die Konzelebranten begr\u00fc\u00dft und seine Freude dar\u00fcber zum Ausdruck gebracht, an diesem Tag auf dem Domplatz eine \u201epilgernde Kirche\u201c erleben zu k\u00f6nnen. Die Christen m\u00fcssten sich vor Augen halten, dass Jesus das wichtigste sei und sie einander auch in der heutigen Zeit st\u00e4rken m\u00fcssten. Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein hatte vor Beginn des Gottesdienstes die Wallfahrer aus den Pastoralverb\u00fcnden und Pfarreien des Bistums willkommen gehei\u00dfen. Besonders begr\u00fc\u00dfte er Pilgergruppen aus Dokkum (Niederlande) und Como (Italien) sowie eine Gruppe ehemaliger polnischer KZ-H\u00e4ftlinge aus Polen, die derzeit im Bistum Fulda zu Gast sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Botschaft des Evangeliums und \u201edie Freundschaft mit Jesus\u201c stehen nach den Worten des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger oft \u201equer zu dem, was andere wollen\u201c. Bei der Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten in Fulda sagte der Erzbischof am Sonntag, 7. 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