{"id":139307,"date":"2015-06-07T21:43:09","date_gmt":"2015-06-07T19:43:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=139307"},"modified":"2015-06-07T21:43:09","modified_gmt":"2015-06-07T19:43:09","slug":"polnische-caritas-gaeste-fuehrten-zeitzeugengespraech-mit-fuldaer-marianum-schuelern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=139307","title":{"rendered":"Polnische Caritas-G\u00e4ste f\u00fchrten Zeitzeugengespr\u00e4ch mit Fuldaer Marianum-Sch\u00fclern"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDieser pers\u00f6nliche Kontakt und Ihre Bereitschaft zum Gespr\u00e4ch mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sind meines Erachtens ganz wichtig f\u00fcr die Jugendlichen hier\u201c, betonte der stellvertretende Schulleiter des Marianums, Stefan Zeier, bei der Begr\u00fc\u00dfung in der Aula der Schule. \u201eSo k\u00f6nnen sie den theoretischen Lehrstoff aus Geschichte und Religionsunterricht besser verarbeiten und verstehen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sechs Seniorinnen und Senioren aus Polen halten sich derzeit auf Einladung des Caritasverbandes f\u00fcr die Di\u00f6zese Fulda zur Erholung im Raum Fulda auf. Der Besuch erfolgt im Rahmen eines vom Maximilian-Kolbe-Werk organisierten Programm der Vers\u00f6hnung zwischen Polen und Deutschen: Die Reiseteilnehmer haben als Kinder und Jugendliche in Gefangenenlagern des nationalsozialistischen Deutschlands teilweise mehrere Jahre verbracht und viel Hunger, Leid und Grausamkeiten erdulden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Zeitzeugengespr\u00e4ch im Marianum berichteten die Senioren \u2013 \u00fcbersetzt von Dolmetscherin Marianne Drechsel-Gillner, die zusammen mit Caritas-Mitarbeiterin Anneliese Wiegand die Gruppe w\u00e4hrend ihres Aufenthaltes in Deutschland betreut \u2013 zun\u00e4chst \u00fcber ihre individuellen Lagererfahrungen. Szymon Krupa etwa beeindruckte mit der Schilderung, dass seine Geburt auf dem Wagen erfolgte, mit dem seine Familie ins Lager gebracht wurde. Er habe aus den Jahren im Lager nur zwei Bilder im Kopf behalten: eines, als sein Vater \u2013 zwischen zwei SS-M\u00e4nnern stehend \u2013 sein eigenes Grab ausheben musste und dem Tod nur durch einen alliierten Luftangriff entkam. Das zweite, als die Russen sie 1945 aus den Schutzgr\u00e4ben heraus riefen: Hitler kaputt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die anderen polnischen Zeitzeugen, die bei ihrer Gefangennahme etwa zwischen sechs und 16 Jahren alt waren, berichteten vor allem von der Enge, dem Dreck und Ungeziefer, der gro\u00dfen Einsamkeit der Kinder, wenn die Eltern au\u00dferhalb des Lagers arbeiten mussten, und dem gro\u00dfen Hunger, den sie erdulden mussten. \u201eEs gab eine Suppe, die war eher Abwaschwasser\u201c, berichtete zum Beispiel Barbara Mrowczynska. \u201eAu\u00dfer Wasser schwammen allenfalls ein paar kleine St\u00fccke Kartoffelschalen darin herum\u201c.<\/p>\n<p>Oft gerieten die Kinder mit ihren Eltern nur in Gefangenschaft, weil die Bauerngeh\u00f6fte f\u00fcr neu angesiedelte deutsche Familien ben\u00f6tigt und die polnischen Eigent\u00fcmerfamilien dann kurzerhand entfernt wurden. Im Fall von Waclaw Bryjanowski war es anders; er wurde als junger Mann festgenommen und mehrere Jahre zur Arbeit f\u00fcr die Deutschen gezwungen. Auf diese Weise aber lernte er so gut die deutsche Sprache, dass er nun zu den Sch\u00fclern selbst in Deutsch sprechen konnte. Er appellierte an die Jugendlichen, darauf zu achten, dass die europ\u00e4ischen V\u00f6lker nicht wieder durch Nationalismus oder Fanatismus auseinanderdriften: \u201eSo wie es jetzt ist, soll es bleiben! Hab ich recht?\u201c Der kr\u00e4ftige Schlussapplaus der Sch\u00fclerschaft gab ihm mehr als Recht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eDieser pers\u00f6nliche Kontakt und Ihre Bereitschaft zum Gespr\u00e4ch mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sind meines Erachtens ganz wichtig f\u00fcr die Jugendlichen hier\u201c, betonte der stellvertretende Schulleiter des Marianums, Stefan Zeier, bei der Begr\u00fc\u00dfung in der Aula der Schule. \u201eSo k\u00f6nnen sie den theoretischen Lehrstoff aus Geschichte und Religionsunterricht besser verarbeiten und verstehen.\u201c &nbsp; Sechs Seniorinnen &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":139310,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-139307","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139307"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":139311,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139307\/revisions\/139311"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/139310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=139307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=139307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}