{"id":139261,"date":"2015-06-03T10:42:46","date_gmt":"2015-06-03T08:42:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=139261"},"modified":"2015-06-03T10:42:46","modified_gmt":"2015-06-03T08:42:46","slug":"teilzeitausbildung-als-moeglichkeit-familie-und-beruf-miteinander-zu-vereinbaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=139261","title":{"rendered":"Teilzeitausbildung als M\u00f6glichkeit, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren"},"content":{"rendered":"<p>Logistische L\u00f6sungen zu finden, flexibel und kurzfristig \u2013 das ist f\u00fcr das Fuldaer Unternehmen VTL &#8211; Vernetzte-Transport-Logistik GmbH &#8211; Alltag. Als ihre Auszubildende Anne-Kathrin Olbrich der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung er\u00f6ffnete, dass sie schwanger sei, kam das f\u00fcr alle \u00fcberraschend. Doch gemeinsam realisierte man eine L\u00f6sung, damit sie Ausbildung und Familie miteinander vereinbaren konnte.<\/p>\n<p>\u201eMeines Wissens nach war das die erste Schwangerschaft einer Auszubildenden in unserer Systemzentrale\u201c, blickt Johanna Birkhan, Prokuristin und Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung, mit einem Lachen zur\u00fcck. Seit dem Jahr 2012 absolviert Anne-Kathrin Olbrich nach der Mittleren Reife eine Ausbildung bei VTL zur Kauffrau f\u00fcr Spedition und Logistikdienstleistung. Heute ist sie 19 Jahre alt und seit sechs Monaten Mutter einer Tochter: \u201eMein Freund und ich haben uns sehr gefreut\u201c, erz\u00e4hlt Anne-Kathrin Olbrich und f\u00fcgt an: \u201eF\u00fcr uns war klar, dass wir das Kind behalten m\u00f6chten, f\u00fcr mich war aber auch klar, dass ich meine Ausbildung auf keinen Fall abbrechen wollte.\u201c<\/p>\n<p>Also spielte sie von Anfang an gegen\u00fcber ihrem Arbeitgeber mit offenen Karten: \u201eSie kam auf uns zu und hat uns direkt gefragt, ob sie ihre Ausbildung weiterf\u00fchren kann\u201c, sagt VTL-Prokuristin Johanna Birkhan. Der Wunsch nach einer Ausbildung mit reduzierter Stundenzahl stand im Raum. \u201eWir mussten uns erst einmal mit der f\u00fcr uns zust\u00e4ndigen Industrie- und Handelskammer in Verbindung setzen, um zu erfahren, welche Bedingungen daf\u00fcr erf\u00fcllt sein m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt VTL-Ausbildungsleiterin Kristina Wassermann. Doch da bereits seit zehn Jahren eine entsprechende rechtliche Grundlage im Berufsbildungsgesetz verankert ist, stand dem Wunsch der jungen Frau nichts im Wege. Voraussetzung im Falle der Nachwuchs-Kauffrau war, dass sie mindestens 25 Wochenstunden im Betrieb mitarbeitet, ihr in dieser Zeit die vollst\u00e4ndigen Inhalte vermittelt werden k\u00f6nnen und sie in unvermindertem Umfang den Berufsschulunterricht besucht.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr uns als Arbeitgeber war das eine rein organisatorische Frage\u201c, erl\u00e4utert Johanna Birkhan. Von Vorteil sei dabei gewesen, dass Anne-Kathrin Olbrich zum Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft bereits eineinhalb Jahre als Auszubildende die meisten Abteilungen von VTL durchlaufen hatte: \u201eDerzeit ist sie in unserer Serviceabteilung eingesetzt, dort teilt sie sich quasi eine Stelle mit einer weiteren Teilzeitkraft\u201c, gibt Kristina Wassermann einen Einblick. F\u00fcr Anne-Kathrin Olbrich hei\u00dft das konkret: \u201eIch arbeite nachmittags, dann k\u00f6nnen sich meine Mutter und mein Freund um die Kleine k\u00fcmmern \u2013 ich bin sehr gl\u00fccklich, dass mir mein Arbeitgeber das so erm\u00f6glicht.\u201c So musste die 19-J\u00e4hrige lediglich im Rahmen des gesetzlichen Mutterschutzes kurz vor und kurz nach der Geburt ihre Ausbildung f\u00fcr wenige Wochen unterbrechen.<\/p>\n<p>Damit sie aber dennoch alle Inhalte mitnimmt und ihre Abschlusspr\u00fcfung, bei der die gleichen Anforderungen wie an alle anderen Auszubildenden gestellt werden, gut bestehen kann, wird sie ihre Ausbildung um ein halbes Jahr verl\u00e4ngern: \u201eAuch hierzu gab die IHK unproblematisch ihre Zustimmung\u201c, erkl\u00e4rt Johanna Birkhan und f\u00fcgt an: \u201eLetztlich ist eine Teilzeitausbildung nur eine Frage der Flexibilit\u00e4t von der Mutter und vom Betrieb.\u201c Und auch Anne-Kathrin Olbrich m\u00f6chte allen jungen Frauen in einer \u00e4hnlichen Situation Mut machen: \u201eMan schafft das! Man sollte offen mit seinem Arbeitgeber sprechen und den Kopf nicht in den Sand stecken.\u201c<\/p>\n<p>Info<br \/>\nDas Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung hat mehrere Brosch\u00fcren zum Thema \u201eAusbildung in Teilzeit\u201c herausgebracht. Hier gibt es einen \u00dcberblick \u00fcber rechtliche Fragen, aber auch \u00fcber Finanzierungsm\u00f6glichkeiten. Die Brosch\u00fcren sind als PDF-Dokumente auf der Internetseite www.bmbf.de unter dem Men\u00fcpunkt \u201eService\u201c, dort unter \u201ePublikationen\u201c, und dem Suchbegriff \u201eTeilzeit\u201c kostenfrei herunterzuladen.<\/p>\n<p>Zum Bild: Von links: VTL-Ausbildungsleiterin Kristina Wassermann, Auszubildende Anne-Kathrin Olbrich und Prokuristin Johanna Birkhan sind froh, gemeinsam mit einer Teilzeitausbildung f\u00fcr die junge Mutter eine L\u00f6sung gefunden zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Logistische L\u00f6sungen zu finden, flexibel und kurzfristig \u2013 das ist f\u00fcr das Fuldaer Unternehmen VTL &#8211; Vernetzte-Transport-Logistik GmbH &#8211; Alltag. Als ihre Auszubildende Anne-Kathrin Olbrich der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung er\u00f6ffnete, dass sie schwanger sei, kam das f\u00fcr alle \u00fcberraschend. 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