{"id":139108,"date":"2015-05-30T21:11:21","date_gmt":"2015-05-30T19:11:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=139108"},"modified":"2015-05-30T21:11:21","modified_gmt":"2015-05-30T19:11:21","slug":"statt-sterbehilfe-palliativversorgung-ist-gelebte-suizidpraevention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=139108","title":{"rendered":"Statt \u201eSterbehilfe\u201c \u2013 Palliativversorgung ist gelebte Suizidpr\u00e4vention"},"content":{"rendered":"<p>Zwei deutschlandweite Umfragen unter Experten der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung der Deutschen PalliativStiftung mit der Universit\u00e4t Homburg\/ Saar brachten ein \u00fcberraschendes Ergebnis. Bei \u00fcber 19.000 verstorbenen Palliativpatienten im letzten Jahr gab es keinen Einzigen, der sich wegen unbehandelbaren Leidens das Leben nahm.<br \/>\nVon rund 10 Prozent der Patienten oder deren Angeh\u00f6rigen wurden die befragten Palliativexperten zu Beginn der Behandlung um Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung oder T\u00f6tung auf Verlangen gebeten; aber nur rund 1 Promille beendeten ihr Leben vorzeitig , weil sie nicht mehr leben wollten \u2013 und ohne deren Beihilfe!<\/p>\n<p>Details der Studien werden vor der Sommerpause des Bundestages vorgestellt werden. Palliativversorgung erm\u00f6glicht ein schmerzarmes Lebensende, wenn kurative Medizin an ihre Grenzen gesto\u00dfen ist. Spezialisten k\u00f6nnen die Patienten meist medikament\u00f6s so einstellen, dass sie in den letzten Tagen oder Wochen das k\u00f6rperliche Leiden so weit wie gew\u00fcnscht lindern. F\u00fcr unheilbar Kranke ist es die gr\u00f6\u00dfte Angst, unmenschliche Schmerzen ertragen m\u00fcssen. Dies ruft bei einigen den Wunsch hervor, dem Leben vorzeitig ein Ende zu setzen. Bei gut umsorgten Palliativpatienten verschwindet der Wunsch in der Regel, weil Angst und Schmerzen beseitigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eUmsorgen oder Entsorgen? Ich mache mir weniger Sorgen um die handvoll Menschen, die sterben m\u00f6chten und denen ich nicht in gew\u00fcnschter Weise helfen kann oder will\u201c, so Prof. Sven Gottschling, Chefarzt des Zentrums f\u00fcr Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie der Universit\u00e4tsklinik Homburg, \u201eIch mache mir viel mehr Sorgen um die gro\u00dfe Anzahl Menschen, die leben wollen, aber sterben m\u00fcssen und denen ich nicht helfen kann, weil wir uns nie kennen lernen werden. \u00dcber Sterbehilfe zu sprechen ohne jedem Menschen wirksame Palliativversorgung anbieten zu k\u00f6nnen, ist in meinen Augen zynisch.\u201c Und Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung erg\u00e4nzt: \u201eBei allen Patienten konnte der Sterbewunsch beseitigt werden, wenn er wegen unertr\u00e4glichen Leidens ge\u00e4u\u00dfert wurde. Deshalb ist Palliativversorgung gelebte Suizidpr\u00e4vention!\u201c<\/p>\n<p>Die Deutsche PalliativStiftung fordert daher nachdr\u00fccklich eine fl\u00e4chendeckende Palliativversorgung in Deutschland. Ein solcher Gesetzentwurf befindet sich aktuell im Deutschen Bundestag, er soll im Herbst verabschiedet werden. Parallel wird ein Verbot organisierter Sterbehilfe im Bundestag diskutiert. Eine fl\u00e4chendeckende Hospiz- und Palliativversorgung w\u00fcrde solche organisierte \u201eSterbehilfe\u201c \u00fcberfl\u00fcssig machen und die Lebensqualit\u00e4t unheilbar kranker Menschen in Deutschland erheblich verbessern, sind Gottschling und Sitte \u00fcberzeugt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zwei deutschlandweite Umfragen unter Experten der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung der Deutschen PalliativStiftung mit der Universit\u00e4t Homburg\/ Saar brachten ein \u00fcberraschendes Ergebnis. 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