{"id":138868,"date":"2015-05-21T17:46:36","date_gmt":"2015-05-21T15:46:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=138868"},"modified":"2015-05-21T17:46:36","modified_gmt":"2015-05-21T15:46:36","slug":"im-geschuetzten-raum-zur-selbststaendigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=138868","title":{"rendered":"Im gesch\u00fctzten Raum zur Selbstst\u00e4ndigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Neben dem Haus m\u00e4hen Rh\u00f6nschafe, aus der Werkstatt dringen S\u00e4geger\u00e4usche: Der Geb\u00e4udekomplex mitten im Fliedener Ortsteil H\u00f6f und Haid strahlt l\u00e4ndliche Alltagsnormalit\u00e4t aus. Doch seine Bewohner m\u00fcssen sich diese Normalit\u00e4t f\u00fcr ihr eigenes Leben oft erst \u00fcber lange Zeit erarbeiten. Unterst\u00fctzung erhalten sie dabei vom Team der gemeinn\u00fctzigen Gesellschaft WABe (Wohnen \u2013 Arbeiten \u2013 Betreuen).<\/p>\n<p>32 Menschen mit psychischen Erkrankungen haben in den Einrichtungen von WABe in H\u00f6f und Haid ein Zuhause auf Zeit gefunden: 23 Erwachsene im Alter zwischen 23 und \u00fcber 60 Jahren leben im sogenannten Wohnheim. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es seit Mai vergangenen Jahres eine Wohngemeinschaft (WG) mit neun Betreuungspl\u00e4tzen f\u00fcr 18- bis 23-J\u00e4hrige, die meist aus dem Landkreis Fulda kommen. Eine Au\u00dfenwohngruppe in Fulda komplettiert das WABe-Angebot. \u201eUnabh\u00e4ngig vom Alter des betreuten Menschen ist es unser Ziel, ihm dabei zu helfen, sein Leben weitgehend selbstst\u00e4ndig bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Jutta Sdrena.<\/p>\n<p>Was diesen Weg erschwert sind Krankheitsbilder wie die Borderline-Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung, Schizophrenie oder Zwangsst\u00f6rungen, die zuvor meist in psychiatrisch station\u00e4ren Einrichtungen behandelt wurden. \u201eDie Jugendlichen kommen meist auch aus anderen Jugendhilfeeinrichtungen zu uns, weil sie eine Altersgrenze erreicht haben, die einen Wechsel notwendig gemacht hat\u201c, erl\u00e4utert Lutz Koch, stellvertretende Heimleitung und Verantwortlicher der Jugend-WG. Bis zum 23. Lebensjahr k\u00f6nnen die Jugendlichen in H\u00f6f und Haid im gesch\u00fctzten Raum ihren Weg finden und w\u00e4hrenddessen auf eine 24-Stunden-Betreuung vertrauen: \u201eDann sollten sie im Idealfall auf eigenen Beinen stehen k\u00f6nnen\u201c, sagt Lutz Koch.<\/p>\n<p>Damit dies gelingen kann, setzt das 40-k\u00f6pfige WABe-Team auf ein Konzept, bei dem individuelle und gemeinschaftliche Ma\u00dfnahmen Hand in Hand gehen: Dazu z\u00e4hlen sowohl f\u00fcr Jugendliche als auch f\u00fcr Erwachsene verschiedene Besch\u00e4ftigungsangebote auf dem Gel\u00e4nde der Einrichtung, wie Kunsttherapie, handwerkliches Arbeiten in der Holzwerkstatt sowie im Nutzgarten und bei der Tierversorgung. Dazu z\u00e4hlen aber auch gezielte Exkursionen oder die Einbindung in das Fliedener Vereinsleben. \u201eF\u00fcr die Jugendlichen ist zudem ein Schulprogramm verpflichtend, das auf Grundlage eines Einstufungstest individuell gestaltet wird \u2013 so k\u00f6nnen sie zum Beispiel ihren Hauptschulabschluss nachholen\u201c, erkl\u00e4rt Lutz Koch. Und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Jutta Sdrena erg\u00e4nzt: \u201eF\u00fcr die erwachsenen Bewohner gibt es ebenfalls ein, allerdings freiwilliges, Bildungsprogramm, das ein pensionierter Lehrer ehrenamtlich anbietet.\u201c<\/p>\n<p>Ein nicht weniger wichtiger Teil der Unterst\u00fctzung setzt bei ganz lebenspraktischen Fragen des Alltags der Bewohner an: selbst einen Haushalt f\u00fchren, selbst f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfige Mahlzeiten sorgen, seine eigenen Medikamente nach Behandlungsplan einnehmen oder aber auch \u2013 gerade f\u00fcr die Jugendlichen \u2013 den Weg \u00fcber ein Praktikum in einen Beruf finden oder eine Ausbildung fortsetzen. \u201eUnsere Arbeit f\u00fcr die Jugendlichen ist sehr umfassend und erfordert einen hohen administrativen Aufwand\u201c, fasst Lutz Koch zusammen. Um das leisten zu k\u00f6nnen, setzt WABe nicht nur auf die Kompetenzen seines 40-k\u00f6pfigen Teams sondern ist selbst stark vernetzt: \u201eWir arbeiten eng mit dem Jugendamt des Landkreises Fulda zusammen, stehen im Kontakt mit dem Kreisjobcenter und sind in Gremien wie dem Gemeindepsychiatrischen Dienst aktiv und tauschen uns st\u00e4ndig aus\u201c, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Jutta Sdrena. Ob die Bem\u00fchungen f\u00fcr die jungen Menschen tats\u00e4chlich in ein selbstst\u00e4ndiges Leben m\u00fcnden \u2013 daf\u00fcr fehlt nach einem knappen Jahr seit Er\u00f6ffnung der Jugend-WG noch die Erfahrung. Doch WABe arbeitet bereits seit 1987 mit psychisch erkrankten Erwachsenen. \u201eUnd von ihnen konnten schon viele ihr Leben in einer eigenen Wohnung wieder aufnehmen oder beginnen\u201c, res\u00fcmiert Jutta Sdrena.<\/p>\n<p>Info<br \/>\nWABe H\u00f6f und Haid \u00e2\u20ac\u00a8Laugendorf 9\u00e2\u20ac\u00a836103 Flieden\u00e2\u20ac\u00a8Telefon (6661)74709-0\u00e2\u20ac\u00a8Fax (06661)74709-659\u00e2\u20ac\u00a8E-Mail info(at)wabe-wohnheim.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Neben dem Haus m\u00e4hen Rh\u00f6nschafe, aus der Werkstatt dringen S\u00e4geger\u00e4usche: Der Geb\u00e4udekomplex mitten im Fliedener Ortsteil H\u00f6f und Haid strahlt l\u00e4ndliche Alltagsnormalit\u00e4t aus. Doch seine Bewohner m\u00fcssen sich diese Normalit\u00e4t f\u00fcr ihr eigenes Leben oft erst \u00fcber lange Zeit erarbeiten. Unterst\u00fctzung erhalten sie dabei vom Team der gemeinn\u00fctzigen Gesellschaft WABe (Wohnen \u2013 Arbeiten \u2013 Betreuen). &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":138873,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,29],"tags":[],"class_list":["post-138868","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=138868"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":138875,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138868\/revisions\/138875"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/138873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=138868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=138868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=138868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}