{"id":138814,"date":"2015-05-21T17:32:09","date_gmt":"2015-05-21T15:32:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=138814"},"modified":"2015-05-21T17:32:09","modified_gmt":"2015-05-21T15:32:09","slug":"nach-dem-winter-kommt-die-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=138814","title":{"rendered":"Nach dem Winter kommt die Freiheit"},"content":{"rendered":"<p>Der Fr\u00fchling ist da! F\u00fcr die Wildtierhilfe Gersfeld ist dies die Zeit des \u201eBettentauschs\u201c: Die erwachten Winterschl\u00e4fer \u2013 in diesem Jahr waren es acht Igel und sechs Flederm\u00e4use \u2013 werden ab einer Nachttemperatur von acht Grad Celsius ausgewildert. Daf\u00fcr ziehen die ersten Jungv\u00f6gel (derzeit vier Stare und zwei Amseln) zur Aufzucht ein.<\/p>\n<p>Eine Zweifarb-Fledermausdame freute sich \u00fcber die wiedergewonnene Freiheit sicherlich ganz besonders. Nach einem Katzenbiss war sie von Monika L\u00f6ffler-Friedrich, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Fledermausschutz Fulda e.V, seit Ende November ehrenamtlich medizinisch versorgt worden. \u201eSie konnte mich nicht leiden, weil ich sie t\u00e4glich piekste. Das kann man ihr nicht \u00fcbelnehmen\u201c, schmunzelt die ehemalige Krankenschwester L\u00f6ffler-Friedrich, die nach einem Studium zur Diplom-P\u00e4dagogin mit betriebswirtschaftlicher Zusatzqualifikation f\u00fcr die Qualifizierungsoffensive des Landkreises Fulda Unternehmen bei der Personalentwicklung ber\u00e4t. Ihre Freizeit widmet sie seit 17 Jahren erkrankten oder verletzten Wildtieren, speziell Mauerseglern, Schwalben, Flederm\u00e4usen und Igeln.<\/p>\n<p>\u201eIn der Brutsaison von Mai bis August gibt es au\u00dfer dem Beruf und der Handaufzucht von Jungtieren wenig rechts und links von mir\u201c, beschreibt die 45-J\u00e4hrige den Aufwand f\u00fcr ihre private Pflegestelle \u201eWildtierhilfe Rh\u00f6n\u201c in Gersfeld. Ihr Mann und ihre Tochter zeigten viel Verst\u00e4ndnis. Sogar auf Sommerurlaube verzichtet die Familie daf\u00fcr.<\/p>\n<p>\u201eEs war mein Kindheitstraum,\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Tieren zu helfen\u201c, erz\u00e4hlt Monika L\u00f6ffler-Friedrich. Ihren\u00c2\u00a0 Einsatz sieht sie in erster Linie als Naturschutz: \u201eIch gebe den Wildtieren eine zweite Chance auf ein Leben in Freiheit. Die haben sie verdient in einer Zeit, in der der Mensch immer mehr in nat\u00fcrliche Zusammenh\u00e4nge eingreift und Lebensr\u00e4ume zerst\u00f6rt.\u201c Au\u00dferdem leistet die Diplom-P\u00e4dagogin ehrenamtliche Umweltbildung in Schulen und Kinderg\u00e4rten.<\/p>\n<p>Bei der medizinischen Versorgung arbeitet sie mit einigen Tier\u00e4rztinnen in der Region zusammen. Zudem verf\u00fcgt L\u00f6ffler-Friedrich \u00fcber ein deutschlandweites Netzwerk, in dem ein reger Austausch zwischen Fachtier\u00e4rzten und versierten Wildtierpflegern stattfindet. Die untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises Fulda unterst\u00fctzt die \u201eWildtierhilfe Rh\u00f6n\u201c seit vergangenem Jahr mit einem finanziellen Zuschuss f\u00fcr die auf der Roten Liste stehenden geb\u00e4udebewohnenden Arten. \u201eAuf 300 Euro monatlich allein f\u00fcr Futterkosten komme ich in der Hauptsaison\u201c, berichtet L\u00f6ffler-Friedrich. In Freiheit fresse eine Schwalbenfamilie ein Kilogramm Fliegen pro Brutsaison, und eine Fledermaus vertilge bis zu 2500 M\u00fccken und Schnaken pro Nacht. F\u00fcr die 130 Wildtiere, die sie 2014 versorgt hat, kaufte sie mehrere Zehntausender-Gebinde Insekten von Futterfarmen. Vor dem Einfrieren und Verf\u00fcttern m\u00e4stet sie die Heimchen, Larven und Schokoschaben sogar erst, um sie nahrhafter zu machen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Tierbabys sehr viel N\u00e4he und Zuwendung ben\u00f6tigen, ist es f\u00fcr die genesenen Tiere lebensnotwendig, dass sie ihre nat\u00fcrliche Scheu behalten beziehungsweise wiedererlangen. Gepflegt werden nur sp\u00e4ter\u00c2\u00a0 freiheitstaugliche Patienten.\u00c2\u00a0 \u201eGehandicapte Wildtiere in lebenslanger Gefangenschaft \u2013 das geht gar nicht!\u201c, unterstreicht Monika L\u00f6ffler-Friedrich. In Au\u00dfengehehegen in ihrem gro\u00dfen Garten wird der menschliche Kontakt f\u00fcr die geheilten oder handaufgezogenen Tiere auf ein Minimum reduziert, sodass sie gesch\u00fctzt die Natur kennenlernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um sich auf die intensivmedizinische Betreuung und Aufzucht der j\u00fcngsten Tierkinder konzentrieren zu k\u00f6nnen, muss sie die eigenen begrenzten Ressourcen im Auge behalten. Daher sucht die engagierte Wildtierpflegerin Naturfreunde, die sie bei der Auswilderung der gesunden Tiere entlasten. \u201eAlles, was man braucht, ist ein gro\u00dfz\u00fcgiges Kaninchengehege oder eine leere Vogelvoliere und Freude daran, die Igel oder V\u00f6gel noch einige Tage fachgerecht zu f\u00fcttern\u201c, wirbt Monika L\u00f6ffler-Friedrich. So innig sich mitunter ihre Beziehung zu ihren Sch\u00fctzlingen gestaltet, am Ende sei es jedes Mal aufs Neue \u201ewunderbar mitzuerleben, wie die Tiere ihre Freiheit zur\u00fcckgewinnen\u201c. So wie bei der Zweifarb-Fledermausdame, deren Fl\u00fcgel inzwischen gut verheilt ist und die in diesen Tagen in einen lauen Nachthimmel entlassen wurde.<br \/>\nKontakt: (0171)9801824<\/p>\n<p>Zum Bild: Dieser Mauersegler wurde vor kurzem w\u00e4hrend eines Unwetters zu Boden geschleudert und kam mit schwerem Sch\u00e4del-Hirn-Trauma in die Obhut der \u201eWildtierhilfe Rh\u00f6n\u201c. Jetzt befindet er sich auf dem Weg der Besserung. \u201ehat Appetit und wagt sogar schon einen Blick gen Himmel\u201c, berichtet seine Pflegerin Monika L\u00f6ffler-Friedrich erleichtert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Fr\u00fchling ist da! F\u00fcr die Wildtierhilfe Gersfeld ist dies die Zeit des \u201eBettentauschs\u201c: Die erwachten Winterschl\u00e4fer \u2013 in diesem Jahr waren es acht Igel und sechs Flederm\u00e4use \u2013 werden ab einer Nachttemperatur von acht Grad Celsius ausgewildert. 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