{"id":138710,"date":"2015-05-19T23:15:09","date_gmt":"2015-05-19T21:15:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=138710"},"modified":"2015-05-19T23:15:09","modified_gmt":"2015-05-19T21:15:09","slug":"michael-cahn-dankte-fuer-die-verleihung-der-ferdinand-braun-medaille-aus-jerusalem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=138710","title":{"rendered":"Michael Cahn dankte f\u00fcr die Verleihung der Ferdinand-Braun Medaille aus Jerusalem"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/OB_Ferdinand_Braun_Medaille.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-138715\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/OB_Ferdinand_Braun_Medaille-265x396.jpg\" alt=\"OB_Ferdinand_Braun_Medaille\" width=\"265\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/OB_Ferdinand_Braun_Medaille-265x396.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/OB_Ferdinand_Braun_Medaille-177x265.jpg 177w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/OB_Ferdinand_Braun_Medaille-401x600.jpg 401w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/OB_Ferdinand_Braun_Medaille.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Br\u00fccken bauen und Barrieren brechen, das sei sein \u201eCredo\u201c. So w\u00fcrdigte Fuldas Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller das Werk Michael Cahns (90) vor einigen Wochen bei einem Empfang in der Katharinenkapelle des Stadtschlosses. F\u00fcr seine Treue zur alten Heimatstadt beziehungsweise sein unerm\u00fcdliches Bem\u00fchen, die Verbindung zwischen der neuen Heimat Jerusalem und Fulda aufrecht zu erhalten, war der Enkel und Sohn der beiden j\u00fcdischer Provinzialrabbiner Dr. Michael Cahn sowie Dr. Leo Cahn deshalb mit der Ferdinand-Braun-Medaille der Stadt ausgezeichnet worden. Nun konnte Tr\u00e4ger einer der wichtigsten st\u00e4dtischen Ehrungen seinen Dank mit pers\u00f6nlichen Zeilen nachholen.<\/p>\n<p>Telefonischer Dank<\/p>\n<p>Trotz anders lautender Ank\u00fcndigung hatte Michael Cahn urspr\u00fcnglich die hohe Auszeichnung nicht selbst entgegen nehmen k\u00f6nnen. Aufgrund der Erkrankung seiner Frau hatte ihm der Hausarzt dringend geraten, nicht nach Fulda zu reisen. Via Telefon statt der urspr\u00fcnglich geplanten Internetvideo-Verbindung meldete sich der Preistr\u00e4ger mit bewegenden Worten aus Jerusalem.\u00c2\u00a0 &#8220;Vielen Dank. Fulda wird immer die Stadt meiner Heimat bleiben&#8230; Schalom, Friede \u00fcber Fulda, Friede aus Jerusalem, Schalom\u201c, rief Michael Cahn seinen Freunden, Weggef\u00e4hrten sowie allen Teilnehmern des Empfangs zu.<\/p>\n<p>Cahn, der schlie\u00dflich selbst erkrankte und inzwischen wieder genesen ist, meldete sich jetzt noch einmal aus Jerusalem zu Wort, um Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller und den Fuldaern f\u00fcr die Urkunde und Medaille zu danken, die ihm Assistentin Margaryta Karasyk und Prof. Nahum Rakover gemeinsam in seiner Wohnung \u00fcberbracht hatten. F\u00fcr ihn bedeute die Verleihung er Braun-Medaille eine \u201eT\u00e4tigkeitsaufmunterung\u201c. Cahn w\u00f6rtlich: \u201eIch f\u00fchle mich erneut positiv verpflichtet, mein Scherflein zum Br\u00fcckenschlag Fulda-Jerusalem weiter beizutragen.\u201c<\/p>\n<p>Br\u00fcckenschlag<\/p>\n<p>In seiner Laudatio hatte Fuldas Verwaltungschef unterstrichen, dass \u201edie Geschichte der Stadt seit dem Hochmittelalter untrennbar mit dem Leben der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger verbunden gewesen war, gepr\u00e4gt von Phasen der Verfolgung und Ausgrenzung, aber auch des normalen Miteinanders.\u201c Michael Cahn habe stets die Frage umgetrieben, \u201ewie k\u00f6nnen wir f\u00fcr unsere Jugend Lehren aus der deutschen Geschichte f\u00fcr die Zukunft ziehen.\u201c Deshalb sei ihm sehr am Austausch gelegen. Sein unerm\u00fcdliches Werben f\u00fcr Fulda sei gleichsam ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Zukunft. \u201eDurch sein Engagement und seine Lebendigkeit hat er uns angesteckt und sich besonders f\u00fcr die Beziehung Fuldas zu Israel engagiert\u201c, sagte M\u00f6ller anerkennend. Die Verleihung der Ferdinand-Braun-Medaille sei f\u00fcr die Stadt daher eine \u201ebesondere M\u00f6glichkeit, Michael Cahns Engagement zu ehren und zu w\u00fcrdigen und vor dem historischen Hintergrund ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen.\u201c<\/p>\n<p>Seminare<\/p>\n<p>Ein Leben lang habe er f\u00fcr Fulda gewirkt und gearbeitet,\u00c2\u00a0 Jugendlichen die Chance zu einem \u201eMiteinander in der Tradition seines Vaters und Gro\u00dfvaters\u201c gegeben, lobte damals w\u00e4hrend des Empfangs Linde Weiland, die fr\u00fchere Vorsitzende der j\u00fcdischen Gemeinde Fuldas. Michael Cahns gro\u00dfer Traum sei es,\u00c2\u00a0 das hessisch-hebr\u00e4ische Lehrhaus wie zu Zeiten seines Gro\u00dfvaters wieder errichten zu k\u00f6nnen. Zweimal j\u00e4hrlich m\u00f6chte er in einem einw\u00f6chigen Intensivseminar Lehrende und Lernende\u00c2\u00a0 in dieser Einrichtung zusammenbringen. Genauso fest wie er als Gesetzestreuer in seinem Glauben ist, glaube Michael Cahn fest daran, dass dieses Miteinander Fulda-Jerusalem Wirklichkeit werde.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kasten:<\/p>\n<p>Hessisch-Hebr\u00e4isches Lehrhaus<\/p>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Hessisch-Hebr\u00e4ische Lehrhaus wurde 1919 in Frankfurt am Main vom Philosophen Franz Rosenzweig aus Kassel gegr\u00fcndet. Prof. Herman Cohen aus Marburg hatte ihn dazu veranlasst, als er Pr\u00e4sident der deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin war. Unter anderem lehrte dort Prof. Martin Mordechai Buber aus Heppenheim (Hessen). Rosenzweig und Buber verfassten dort grundlegende Werke der Judaistik und \u00fcbersetzten die hebr\u00e4ische Bibel f\u00fcr die Moderne ins Deutsche. Die beiden Philosophen und das Lehrhaus wirkten wegweisend im Br\u00fcckenbau zwischen Juden und Christen.<\/p>\n<p>Das Hessisch-Hebr\u00e4ische Lehrhaus war ein Novum im deutschen Kulturkreis. Fulda als historisches Zentrum des Glaubens und des Dialogs zwischen Juden und Christen ist aus Michael Cahns Sicht der richtige Ort, um den alten Br\u00fcckenschlag eines Hessisch-Hebr\u00e4ischen Lehrhauses zu erneuern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Br\u00fccken bauen und Barrieren brechen, das sei sein \u201eCredo\u201c. So w\u00fcrdigte Fuldas Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller das Werk Michael Cahns (90) vor einigen Wochen bei einem Empfang in der Katharinenkapelle des Stadtschlosses. 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