{"id":138481,"date":"2015-05-11T18:56:58","date_gmt":"2015-05-11T16:56:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=138481"},"modified":"2015-05-11T18:56:58","modified_gmt":"2015-05-11T16:56:58","slug":"zwei-creditoner-wollen-geschichte-nachhaltig-erzaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=138481","title":{"rendered":"Zwei Creditoner wollen Geschichte nachhaltig erz\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Mittelalterliche_Fenster.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-138483\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Mittelalterliche_Fenster-176x265.jpg\" alt=\"Crediton_Mittelalterliche_Fenster\" width=\"176\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Mittelalterliche_Fenster-176x265.jpg 176w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Mittelalterliche_Fenster-265x399.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Mittelalterliche_Fenster-399x600.jpg 399w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Mittelalterliche_Fenster.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a>Das s\u00fcdenglische Crediton m\u00f6chte das Band der Verbindung zu Fulda noch enger kn\u00fcpfen. Einerseits \u00fcber Bonifatius: Sein Leben und vor allem die Frage, wie sein europ\u00e4isches Wirken f\u00fcr viele Creditoner im Alltag sichtbarer werden kann, ist einer von zwei Ankn\u00fcpfungspunkten. In einem weiteren Projekt m\u00f6chten die beiden Initiatoren Rod Brookes und Anthony Richards ihre Partnerst\u00e4dte in Frankreich und Deutschland durch ein Theaterst\u00fcck mit Chor- und Orchesterelementen einander n\u00e4her bringen. Ihre \u00dcberlegungen stellte das Projektteam Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller bei einem Besuch im Stadtschloss vor.<\/p>\n<p>Von Fenstern inspiriert<\/p>\n<p>Die Erinnerung an Bonifatius h\u00e4lt vor allem die katholische Pfarrei von Crediton wach. Aber auch einige sehr sch\u00f6ne, bunte Fenster der mittelalterlichen \u201eHoly Cross Church\u201c erz\u00e4hlen einen Teil der Geschichte, die die Heimat des angels\u00e4chsischen Missionars mit den Orten seines sp\u00e4teren Wirkens verbindet. F\u00fcr Rod Brookes die entscheidende Initialz\u00fcndung zu seiner Idee:\u00c2\u00a0 Lie\u00dfe sich nicht etwas Vergleichbares wie die Fenster als Kunstobjekt mitten im Herzen der englischen Kleinstadt aufstellen? Eine heimische K\u00fcnstlerin riet aus praktischen Gr\u00fcnden schnell ab. Nur im dunklen Kirchenschiff w\u00fcrde das Zusammenspiel aus farbigen Fenstern und Licht funktionieren, nicht jedoch bei Tageslicht im Freien. \u201eWir entschieden uns daher f\u00fcr eine Bogenfenstern \u00e4hnelnde Rahmenkonstruktion und bespannten diese mit Fahnenstoff aus Nylon\u201c, beschreibt Brookes die Alternativvariante. Am Wochenende vom 12. und 13. Juni soll die Installation aus acht Rahmen mit ausschnitthaften Szenen aus dem Leben des Bonifatius der \u00d6ffentlichkeit in Crediton w\u00e4hrend eines gro\u00dfen Stadtfestes pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Bonifatius im Mittelpunkt<\/p>\n<p>Grundgedanke der Idee war f\u00fcr Brookes, \u201eBonifatius in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung wieder mehr in den Mittelpunkt zu r\u00fccken.\u201c Weniger eine tiefe religi\u00f6se Beziehung zum gro\u00dfen angels\u00e4chsischen Missionar als vielmehr die Bedeutung der historischen Pers\u00f6nlichkeit und sein Wirken, wie das F\u00e4llen der Donar Eiche bei Geismar inspirierten Brookes zu seinem ambitionierten Projekt. Mittlerweile gibt es in Crediton auch schon Stadtf\u00fchrungen zum Thema Bonifatius. Und G\u00e4ste des Stadtfestes werden sich auf ein so genanntes \u201eReinactment\u201c freuen k\u00f6nnen, auf dem von Darstellern die Geschichte von Bonifatius in historischen Kost\u00fcmen nacherz\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>Theaterst\u00fcck<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das \u201eBonifatius-Projekt\u201c bereits Realit\u00e4t ist, sind Brookes und Anthony Richards momentan flei\u00dfig dabei, ihr gemeinsames Theaterprojekt voranzubringen. In den Partnerst\u00e4dten werben sie f\u00fcr ihre Idee, tragen historisches Quellenmaterial zusammen, wozu unter anderem auch ein Besuch bei Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler im Stadtarchiv diente und kn\u00fcpfen Kontakte zu potenziellen Mitwirkenden. Denn sowohl in Crediton als auch im franz\u00f6sischen Avranches und in Fulda sollen lokale Akteure das St\u00fcck textlich und musikalisch ausgestalten. \u201eIn dem St\u00fcck geht es uns darum, die \u00c4hnlichkeiten der Lebensumst\u00e4nde der Menschen in allen drei L\u00e4ndern w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs herauszuarbeiten\u201c, erl\u00e4utern die beiden Projektverantwortlichen das Konzept. Bislang habe man diese Zeitphase eher nur aus englischer Sicht betrachtet. \u201eAls wir uns intensiver mit diesem Thema besch\u00e4ftigt haben, stellten wir fest, wie \u00e4hnlich doch vieles bei den Kriegsbeteiligten war. Jeder glaubte, Gott auf der eigenen Seite\u00c2\u00a0 zu haben und hoffte, dass der Krieg schnell vor\u00fcber w\u00e4re. Deshalb m\u00f6chten wir mit unserem St\u00fcck die individuellen Erfahrungen der Menschen in unseren Partnerst\u00e4dten kennenlernen und so Geschichte erz\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung erhofft<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Rod_Brookes.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-138484\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Rod_Brookes-265x177.jpg\" alt=\"Crediton_Rod_Brookes\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Rod_Brookes-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Rod_Brookes-600x401.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Crediton_Rod_Brookes.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Noch existiert kein Skript, aber ein Konzept. Brookes und Richards sind zurzeit unterwegs, um es vorzustellen und zu erfahren, wie interessiert die Bev\u00f6lkerung in den Partnerst\u00e4dten (auch in Fulda) an diesem im besten Sinne \u201eeurop\u00e4ischen Projekt\u201c ist. Avranches ist nach Brookes Worten bei dem Vorhaben gerne mit dabei. Nicht zuletzt, weil der derzeit amtierende B\u00fcrgermeister David Nicolas zuvor Archivleiter war und so besondere Bez\u00fcge zur Geschichte hat. Auch in Fulda hoffen beide auf Unterst\u00fctzung ihres Vorhabens, das zeigen soll, dass \u201edas Europa von heute sich infolge des Ersten Weltkriegs so darstellt, wie wir es kennen.\u201c Gleichzeitig soll es\u00c2\u00a0 eine Mahnung sein, nie wieder miteinander in Konflikt zu geraten. \u201eWir wollen kein Melodram schaffen, sondern mit unserem Werk nachhaltig wirken\u201c, bringt es Brookes auf den Punkt. \u201eWir werden in unserem St\u00fcck reflektierende Strukturen schaffen, die anregen sollen, \u00fcber den Krieg nachzudenken\u201c, erg\u00e4nzt Richards, der seine Erfahrung als Theaterdirektor in die Produktion einbringt. Im Umfeld von Crediton arbeitet er bereits seit Jahren erfolgreich mit professionellen Schauspieler und \u201eAmateuren\u201c zusammen. Um zumindest schon einmal den Creditonern und ihren G\u00e4sten aus den Partnerst\u00e4dten einen kleinen Vorgeschmack auf das k\u00fcnftige Werk geben zu k\u00f6nnen, hat Anthony Richards szenenhafte Ausschnitte erarbeitet, die er voller Erwartung auf die Resonanz des Publikums w\u00e4hrend des Festes gemeinsam mit einigen Akteuren pr\u00e4sentieren wird. 2017 soll es dann soweit sein, dass das Opus in allen drei Partnerst\u00e4dten mit rund 20 Schauspielern aus drei L\u00e4ndern und jeweils lokaler Chor- und Orchesterbegleitung aufgef\u00fchrt werden kann. Dazu m\u00fcssen Brookes und Richards allerdings noch kr\u00e4ftig die Werbetrommel r\u00fchren, vor allem hinsichtlich der Finanzen. Gro\u00dfe Hoffnung setzen beide auf das EU-Programm \u201eCreative Europe\u201c, flankierend sind Sponsoren aus den jeweiligen Partnerst\u00e4dten notwendig.<\/p>\n<p>Interessante Idee<\/p>\n<p>Fuldas Verwaltungschef bezeichnete das von Brookes und Richards vorgestellte Projekt als \u201einteressante Idee\u201c. Allerdings bed\u00fcrfe es noch einiger Anstrengungen, um es Wirklichkeit werden zu lassen. In der neuen \u201eBonifatius-Installation\u201c in Crediton sieht M\u00f6ller hingegen einen spannenden Ansatz, das Leben des gro\u00dfen Heiligen und Missionars von europ\u00e4ischer Dimension in den Alltag hinein zu holen. Zugleich sei dieses Werk ein Zeichen f\u00fcr die gemeinsame Geschichte der St\u00e4dte, die sich auf Bonifatius berufen, wie der Geburtsort Crediton, aber auch Fulda als letzte Ruhest\u00e4tte des Heiligen und Dokkum, wo Bonifatius den M\u00e4rtyrertod erlitt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das s\u00fcdenglische Crediton m\u00f6chte das Band der Verbindung zu Fulda noch enger kn\u00fcpfen. Einerseits \u00fcber Bonifatius: Sein Leben und vor allem die Frage, wie sein europ\u00e4isches Wirken f\u00fcr viele Creditoner im Alltag sichtbarer werden kann, ist einer von zwei Ankn\u00fcpfungspunkten. 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