{"id":138428,"date":"2015-05-11T08:29:09","date_gmt":"2015-05-11T06:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=138428"},"modified":"2015-05-11T08:29:09","modified_gmt":"2015-05-11T06:29:09","slug":"5291-pfeifen-klingen-umzug-aus-martinskirche-abgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=138428","title":{"rendered":"5291 Pfeifen klingen &#8211; Umzug aus Martinskirche abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/150429-fertige-Orgel-017.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-138430\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/150429-fertige-Orgel-017-265x199.jpg\" alt=\"150429-fertige Orgel 017\" width=\"265\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/150429-fertige-Orgel-017-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/150429-fertige-Orgel-017-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/150429-fertige-Orgel-017.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Am Sonntag, 17. Mai 2015, wird um 18.00 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst die Bosch-Bornefeld-Orgel in der Kasseler Elisabethkirche geweiht. Dazu wird Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke aus Fulda erwartet. Die Orgel wird Kathedralmusiker Matthias M\u00fcck (Magdeburg) spielen. Die weitere musikalische Gestaltung liegt bei Regionalkantor Thomas Pieper und dem \u201eCollegium Vocale\u201c. Oberb\u00fcrgermeister Bertram Hilgen (SPD) wird ein Gru\u00dfwort sprechen und freut sich, \u201edass die traditionsreiche Orgel mit ihrem einmaligen Klang eine neue Heimat in der Elisabethkirche finden wird. Das ist wunderbar f\u00fcr die Kulturstadt Kassel.\u201c Die denkmalgesch\u00fctzte Orgel war seit Sommer 2014 aus der evangelischen Martinskirche ausgebaut worden. Nach einer General\u00fcberholung wurde sie auf einer speziell errichteten Orgelempore in der katholischen Elisabethkirche neu aufgebaut und kann so in und f\u00fcr Kassel erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung des Bistums sowie der Bundes- und Landesregierung<\/p>\n<p>Die Schirmherrschaft des Orgelumzuges hat Bischof Heinz Josef Algermissen (Fulda). Auch Staatsministerin Monika Gr\u00fctters (CDU), Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien, unterst\u00fctzte das Projekt: &#8220;Die Elisabethkirche ist in den letzten Jahren und besonders im Kontext der katholischen Begleitausstellungen anl\u00e4sslich der documenta zu einem wichtigen Ort f\u00fcr Kunst und Kultur geworden. Ich freue mich, dass durch das Engagement der Kirchen, der Kirchengemeinde und vieler Einzelpersonen die Bosch-Bornefeld-Orgel in Kassel erhalten bleiben kann, in der Elisabethkirche eine neue Heimat findet und damit der Ruf Kassels als Stadt der Kunst und der Kultur gest\u00e4rkt wird\u201c, so die Staatsministerin. F\u00fcr die hessische Justizministerin, Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann (CDU), wird mit dem Einbau der Bosch-Orgel der \u201eRuf Kassels als Musikstadt ins ganze Hessenland hinaus gest\u00e4rkt.\u201c<\/p>\n<p>Der Umzug eines Klangdenkmales<\/p>\n<p>Die Bosch-Bornefeld-Orgel wurde 1964 f\u00fcr die evangelische Martinskirche konzipiert und stand dort bis Ostern 2014. Sie wurde dann von der Erbauerfirma in die Kirche St. Elisabeth \u00fcbertragen. Hierzu wurde eine eigene zweite Empore gebaut, auf der die Orgel nun ihren Platz findet. Diese Empore ist mit Stahltr\u00e4gern an der R\u00fcckwand befestigt. Hierzu war es n\u00f6tig, Seitenw\u00e4nde und eine R\u00fcckwand zu erg\u00e4nzen, da die Orgel am bisherigen Standort flacher in der Turmkammer der Martinskirche eingebaut war. Die Orgel wirkt an ihrem neuen Standort also noch gr\u00f6\u00dfer, dreidimensionaler und kleinteiliger. Die Orgel hat eine H\u00f6he von 8,5 Metern H\u00f6he, eine Tiefe von 6,5 Metern und eine Breite von acht\u00c2\u00a0 Metern. Zuz\u00fcglich der sechs Meter bis zum Bodenniveau der zweiten neuen Empore sind es also \u00fcber 12 Meter bis zum Dach der Orgel. Regionalkantor Thomas Pieper: \u201eDie Orgel besitzt 57 Register, das bedeutet 57 eigenst\u00e4ndige Klagfarben, die beliebig miteinander und gegeneinander kombiniert werden k\u00f6nnen, und somit eine theoretisch millionenfache Klangm\u00f6glichkeit ergeben.\u201c Die Register sind verteilt auf drei Manuale und Pedal. Das dritte Manual ist in einem Schwellkasten, welcher eine feine dynamische Abstimmung dieses Teilwerkes erlaubt. 5291 einzelne Pfeifen sind Bestand der Orgel. Die gr\u00f6\u00dfte Pfeife hat eine L\u00e4nge von fast 10 Metern. \u201eDiese riesige Pfeife kann nur durch eine sogenannte Kr\u00f6pfung, also ein Umbiegen Platz finden im Orgelinnern. Ihr Ton ist an der unteren menschlichen H\u00f6rgrenze\u201c, berichtet Organist Thomas Pieper. Die kleinste Pfeife hat eine L\u00e4nge von nur wenigen Millimetern und ihr Ton ist an der obersten menschlichen H\u00f6rgrenze.<\/p>\n<p>Als Besonderheiten besetzt die Bosch-Bornefeld-Orgel sogenannte \u201eSpanische Trompeten\u201c, dieses Zungenregister ragt horizontal in den Kirchenraum und kann diesen mit einem schmetternden Klang erf\u00fcllen. Ebenso besitzt die Orgel einen sich drehenden Zimbelstern in der Mitte der Orgel, der den Effekt eines Glockenspiels erm\u00f6glicht. \u201eDas ganz besondere dieser Orgel sind jedoch die ganz ungew\u00f6hnlichen Register, welche zur Erbauerzeit das bisherige Klangspektrum des Orgelbaus erweiterten, damals in dieser F\u00fclle selten zu finden waren, in dieser Konsequenz einmalig sind und heute kaum noch zu finden sind\u201c, so Thomas Pieper. Dazu geh\u00f6ren ganz entlegene Obert\u00f6ne und miteinander verbundene Pfeifenreihen, die nur in ihrem Zusammenspiel so Sinn machen. Hier sind die Register Nonenkornett, Terznone, Unruh, Obert\u00f6ne, Basszink und Gl\u00f6ckleinton zu nennen. Andere Registernamen f\u00fchren direkt in die Musikgeschichte und erinnern an Instrumente l\u00e4ngst vergangener Epochen, wie \u201eKrummhorn\u201c, \u201eRohrpommer\u201c und \u201eBasszink\u201c.<\/p>\n<p>Die besondere Klangfarbe wurde von Helmut Bornefeld entworfen. \u201eBornefeld war ein wichtiger Orgelneudenker und das Instrument bietet zahlreiche klangliche M\u00f6glichkeiten, die auch heute noch \u00fcberraschen. Das Klangkonzept des Instrumentes ist ohne Zweifel einzigartig und hat in den zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten zu einer Vielzahl von Urauff\u00fchrun\u00c2\u00adgen und Konsorten mit Neuer Musik gef\u00fchrt\u201c, so Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser (Fulda). Der 1990 verstorbene Bornefeld bezeichnete die neue Orgel der Martinskirche in einem Brief an den Orgelbaumeister Werner Bosch (+ 1992) \u201eein zweites Stadium der Orgelbewegung\u201c und unterstreicht die Bedeutung, die von diesem Orgelneubau ausging. Durch den damalige Kantor der Kasseler Martinskirche, Klaus Martin Ziegler (+ 1993), erlangte das Instrument mit wegweisenden Urauff\u00fchrungen internationale Bedeutung. Eine Vielzahl von kompositorischen Neusch\u00f6pfungen wurde von diesem Instrument inspiriert und fand auf ihm ihre Urauff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Neu installiert wurde in Absprache mit dem Landesdenkmalamt eine computergesteuerte Setzeranlage, wobei die alte Registeranlage erhalten geblieben ist. \u201eDiese neue Setzeranlage erm\u00f6glicht eine 10000fache Speicherm\u00f6glichkeit. Durch USB- Anschluss l\u00e4sst sich diese unendlich erweitern. Auch Spielm\u00f6glichkeiten wie Tastenfessel, Transposition und sogar die M\u00f6glichkeit, Teile der Orgel vorab einzuspielen und zu diesem als Spieler hinzuzutreten. Ebenso wurde eine Crescendowalze eingebaut\u201c, erkl\u00e4rt Thomas Pieper. Die planerische Konzeption \u00fcbernahm Prof. Friedhelm Grundmann (Hamburg). Den L\u00f6wenanteil der Finanzierung hat mit 600.000 Euro das Bistum Fulda \u00fcbernommen. \u00dcber 130.000 Euro muss die Kirchengemeinde durch Spenden, Sponsoren und Pfeifenpatenschaften erwirtschaften, die man auch weiterhin ab 10 Euro erwerben kann.<\/p>\n<p>Konzertprogramm zeigt Orgelvielfalt<\/p>\n<p>Regionalkantor Thomas Pieper und Marcus Leitschuh haben ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm erarbeitet, das jetzt vorgestellt wurde. Pfarrer Peter Bulowski: \u201eDie Elisabethkirche \u00f6ffnet sich mit der Bosch-Bornefeld-Orgel einmal mehr der Stadt, den Menschen und der Kultur.\u201c Am Pfingstwochenende stehen drei Konzerte auf dem Programm, die die vielseitigen M\u00f6glichkeiten der Orgel erlebbar machen. Am 23. Mai gibt es ab 16.00 Uhr das Orgelkonzert f\u00fcr Kinder ab 3 Jahren &#8211; \u201eDie Kirschin Elfriede\u201c.\u00c2\u00a0 Im Laufe der Geschichte lernen die Kinder viele Orgelklangfarben kennen. Am 24. Mai gibt es um 16.00 Uhr ein Konzert f\u00fcr Orgel und Blechbl\u00e4ser mit Thomas Pieper und \u201eKassel Brass\u201c. Geplant sind u.a. Werke von Enjott Schneider und Johann Sebastian Bach.<br \/>\nAm 25. Mai findet von 21.00 bis 22.00 Uhr die Uraufgef\u00fchrt des Tanzoratoriums logos:orfeo IV \u2013 R\u00fcckkehr statt. logos:orfeo ist eine zeitgen\u00f6ssische Tanzperformance. Akteur ist das genre- und generations\u00fcbergreifende Tanzkollektiv Labyrinthos. Rund 30 Beteiligte, professionelle T\u00e4nzerInnen, BewegungschoristInnen, S\u00e4ngerInnen, MusikerInnen werden den Kirchenraum neu erleben lassen. Marcus Leitschuh: \u201eDiese Urauff\u00fchrung wird ein Erlebnis f\u00fcr alle Sinne. Der Umstand, dass die letzte Auff\u00fchrung in der Martinskirche an der Bosch-Bornefeld-Orgel kurz vor dem Abbau stattfand und wir jetzt mit der Auff\u00fchrung diese Orgel sozusagen hier neu er\u00f6ffnen, hat alle Beteiligten von Anfang an fasziniert.\u201c<\/p>\n<p>Ein herausragendes Ereignis folgt am 26. Juni 2015 auf die Freunde der Orgelmusik. Von 18 bis 24 Uhr ist im Rahmen der \u201eNacht der offenen Kirchen\u201c ein Orgelmarathon geplant. Im st\u00fcndlichen Wechsel spielen unterschiedliche Organisten. Besondere H\u00f6hepunkte verspricht ein Konzert mit Filmmusik an der Orgel zu werden. Thomas Pieper verbindet dann um 23 Uhr Orgelmusik mit Laserlicht. Weitere Organisten sind u.a. Wilhelm Ritter, Martin Forcinitti und Peer Schlechta. Mit den Kasseler Verlagen Merseburger, Furore und Pan hat man renommierte Partner, die j\u00e4hrlich\u00c2\u00a0 unter dem Titel \u201eIm Atem der Zeit\u201c Orgelkonzerte in der Elisabethkirche durchf\u00fchren werden. Am Mittwoch, 10. Juni 2015 beginnt diese Konzertreihe mit Orgelmusik j\u00fcdischer Komponisten bis zur Shoa. Au\u00dferdem wird auch die Kooperation mit der Musikakademie der Stadt Kassel \u201eLouis Spohr\u201c fortgesetzt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird die Orgel auch in den Wochenendgottesdiensten zu h\u00f6ren sein, die jeweils um 18 Uhr stattfinden. F\u00fcr den Sommer und Advent sind kleine Matineen geplant. \u201eWir wollen, dass diese Orgel weiterhin in Kassel geh\u00f6rt werden kann, denn ihr Klang geh\u00f6rt zu unserer Stadt. Dieses Instrument forderte den H\u00f6rer stets heraus und provoziert bis heute. Das ist gut. Wir sehen uns in der Pflicht, den Schatz, den wir selber ererbt haben, k\u00fcnftigen Generationen weiterzugeben. Diese Orgel muss in Kassel weiterhin geh\u00f6rt werden k\u00f6nnen\u201c, so Thomas Pieper.<\/p>\n<p>Spenden sind noch erforderlich<\/p>\n<p>Pfarrer Peter Bulowski: \u201eWir hoffen, dass die ideelle Interst\u00fctzung auch zahlreiche Spenderinnen und Spender motiviert, mit kleinen und gro\u00dfen Betr\u00e4gen und einer Orgelpfeifenpatenschaft den Erhalt der Orgel, den Umzug dieses Klangdenkmals und das Konzertprogramm zu erm\u00f6glichen.\u201c Spenden sind m\u00f6glich auf das Konto des Kirchbauvereins Sankt Elisabeth, IBAN : DE30 5206 0410 0000 002569 \/ BIC: GENODEF1EK1.<br \/>\nInfos unter www.facebook.de\/Elisabsethkirche und www.st-elisabeth-kassel.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Am Sonntag, 17. Mai 2015, wird um 18.00 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst die Bosch-Bornefeld-Orgel in der Kasseler Elisabethkirche geweiht. Dazu wird Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke aus Fulda erwartet. 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