{"id":137826,"date":"2015-04-23T14:48:41","date_gmt":"2015-04-23T12:48:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137826"},"modified":"2015-04-23T14:48:41","modified_gmt":"2015-04-23T12:48:41","slug":"eine-einzigartige-persoenliche-erinnerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137826","title":{"rendered":"Eine einzigartige pers\u00f6nliche Erinnerung"},"content":{"rendered":"<p>An rund vier Dutzend Orten k\u00f6nnen Pilger auf der Bonifatius-Route die von ihnen bew\u00e4ltigte Strecke in einem Pilgerausweis dokumentieren. In Kirchen und Herbergsbetrieben, aber auch an Orten, die nur der Wanderer auf der rund 180 Kilometer langen Strecke zwischen Mainz und Fulda erreichen kann, liegen Stempel und \u2013kissen bereit \u2013 als individuelles Andenken an ein besonderes Erlebnis. Neu im Fuldaer Land ist unter anderen die Stempelstelle in Blankenau.<\/p>\n<p>Michael Friedrich, Leiter der Volkshochschule Fulda und Vorstandsmitglied des Vereins Bonifatius-Route, freut sich, dass die beiden Studentinnen Lena Leinweber und Katharina Knobloch, beide 21, erstmals zu einem Ort an der  Bonifatius-Route gekommen sind. An einen mehrfach besonderen: zur katholischen Kirche nach Blankenau im Fuldaer Land. <\/p>\n<p>Denn mitten im Ort liegt das einzige ehemalige Kloster der Zisterzienserinnen auf fuldischem Gebiet. Um 1270, weist ein Schild an der Kirchenmauer aus, wurde die Kirche Simon und Judas erbaut \u2013 dem Bau mit dem wohl \u00e4ltesten Vierungsturm Deutschlands. Der Kirche direkt gegen\u00fcber liegt das um 1700 erbaute Propsteischloss. Seit 1906 wird es als Pfarrhaus genutzt. Heute leben und arbeiten Patres des Franziskaner-Ordens aus Kroatien in der Seelsorge der umliegenden Gemeinden. <\/p>\n<p>Pfarrer Stipe Pervan f\u00fchrt die G\u00e4ste durch die neuen \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten im benachbarten alten Schulhaus. Ist alles nicht nur blitzblank, sondern auch sehr komfortabel: mit einer voll ausger\u00fcsteten K\u00fcche, einem weitr\u00e4umigen Bad und neben der M\u00f6glichkeit zu einer Lagerstatt f\u00fcr mehr als zwei Dutzend Personen auch einem Zimmer mit zwei Doppel-Etagen-Betten. Michael Friedrich schw\u00e4rmt: \u201eDas ist sicher eine der komfortabelsten Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Pilger auf der gesamten Route.\u201c Doch zur\u00fcck zur Stempelstelle in der Kirche gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Im Habit der Franziskaner, der braunen Kutte mit dem hellen G\u00fcrtel, begleitet Pater Robert die Erst-Pilgerinnen zur neuen Stempelstelle an der Bonifatius-Route in dem katholischen Gotteshaus. Stempel und Kissen liegen gleich rechts vom Eingang \u2013 und sind damit leichter zu finden als das Abbild des Heiligen Bonifatius. Michael Friedrich schmunzelt, denn um dieses entdecken zu k\u00f6nnen, muss der Pilger oder Wanderer erst den Blick zur Wandmalerei an der Decke richten. <\/p>\n<p>Mit dem Auto nicht erreichbar<br \/>\nDie Idee, dass Pilger ihre zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegte Strecke durch einen Nachweis \u00fcber Stempel l\u00e4ngs ihres Wegs nachweisen k\u00f6nnen, sagt Michaela Brechel, stammt von der bekanntesten Pilgerroute, dem sogenannten Himmelspfad. Besser bekannt als Jakobsweg mit Ziel im spanischen Santiago de Compostela.  \u201eDer Ausweis soll vor allem Missbrauch vorbeugen.\u201c Missbrauch? Eben dass Menschen von sich behaupten, sie w\u00e4ren auf einem Pilgerweg marschiert, ohne ihn je zu Fu\u00df betreten zu haben. \u201eDeshalb ist ein Teil der Stempelstellen auch nur zu Fu\u00df zu erreichen und kann nicht per Auto oder Rad angefahren werden\u201c, erkl\u00e4rt die Diplom-P\u00e4dagogin. Wie auf der Bonifatius-Route. <\/p>\n<p>Michaela Brechel ist bereits 3000 Kilometer auf Jakobswegen gelaufen und wird ihre Erfahrungen, dass \u201ePilgern auch auf der Bonifatius-Route ein  wunderbarer Ausgleich f\u00fcr Berufst\u00e4tige ist, bei dem man mit Gleichgesinnten ein Ziel vor Augen hat und sich nicht st\u00e4ndig neu entscheiden muss\u201c in einem Workshop der Volkshochschule Fulda im Herbst weitergeben. Ihren Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern wird sie auch vermitteln, dass es auch auf der Strecke von Mainz nach Fulda gilt: nur das n\u00f6tigste Gep\u00e4ck mitzunehmen, stets zur Sicherheit Wasser und etwas zu Essen dabei zu haben und am besten mit Hilfe des Wanderpakets oder den Informationen der Bonifatius-Route im Internet eine \u00dcbernachtungsgelegenheit zu buchen.<\/p>\n<p>Stempelstellen unterteilt nach Etappen<br \/>\nPer Klick sind auf der Homepage des Vereins alle Stempelstellen zu finden \u2013 unterteilt nach den Etappen Mainz bis Bad Vilbel, Bad Vilbel bis Gedern und Gedern bis Fulda. Darunter beispielsweise das katholische Pfarramt von Fl\u00f6rsheim-Wicker, die \u201eHerberge\u201c mit G\u00e4stezimmern am Hof in Alt-Niederursel in Frankfurt oder der Landgasthof \u201eKleinheiligkreuz\u201c in Gro\u00dfenl\u00fcder.  M\u00f6gen diese noch per Rad oder Auto zu erreichen sein, die Stempelstelle \u201ehinter den ersten G\u00e4rten von Limeshain-Rommelhausen von Altenstadt kommend auf einem Privatgel\u00e4nde\u201c ist es nicht. \t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>An rund vier Dutzend Orten k\u00f6nnen Pilger auf der Bonifatius-Route die von ihnen bew\u00e4ltigte Strecke in einem Pilgerausweis dokumentieren. 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