{"id":137768,"date":"2015-04-22T20:01:51","date_gmt":"2015-04-22T18:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137768"},"modified":"2015-04-22T20:01:51","modified_gmt":"2015-04-22T18:01:51","slug":"beruflich-durchstarten-in-einer-teilzeit-ausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137768","title":{"rendered":"Beruflich durchstarten in einer Teilzeit-Ausbildung"},"content":{"rendered":"<p>Alleinerziehend, mit zwei kleinen Kindern und ohne Beruf \u2013 aber voller Tatendrang und Willen: Ina-Kristin Sippel hat ihre Zukunft in die Hand genommen. Mit Unterst\u00fctzung von Familie, Arbeitgeber und Kreisjobcenter macht die heute 30-J\u00e4hrige derzeit eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten \u2013 in Teilzeit. Ein solcher Weg muss kein Einzelfall sein.<\/p>\n<p>\u201eIch habe fr\u00fch Kinder bekommen, mich vom Vater der Kinder getrennt und wusste lange gar nicht, dass eine Ausbildung auch in Teilzeit m\u00f6glich ist\u201c, blickt Ina-Kristin Sippel zur\u00fcck. Doch die junge Mutter von einer inzwischen 13-j\u00e4hrigen Tochter und einem 10-j\u00e4hrigen Sohn wollte sich nicht damit abfinden, dass der Bezug von Arbeitslosengeld II alles sein sollte. 2010 holt sie ihren Realschulabschluss nach. Und als ihr eine Freundin von einer Kollegin erz\u00e4hlt, die ihre Ausbildung nach einer Schwangerschaft in Teilzeit fortsetzte, wird sie hellh\u00f6rig. Sie macht sich schlau und erh\u00e4lt beim Kreisjobcenter Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihr Vorhaben. Denn in 2005 wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen, Ausbildungen mit reduzierter Wochenarbeitszeit und dennoch vollwertig absolvieren zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\u201eDabei gibt es zahlreiche, auf den individuellen Fall abgestimmte und kombinierbare Hilfen f\u00fcr Auszubildende in Teilzeit. Das reicht von der sozialp\u00e4dagogischen Unterst\u00fctzung, \u00fcber die schulische Lernhilfe bis hin zu finanziellen Leistungen wie Berufsausbildungsbeihilfe\u201c, erkl\u00e4rt Anke Wehner. Sie ist im Kreisjobcenter die Beauftragte f\u00fcr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Diese Angebote sollen es jungen Menschen auch ohne famili\u00e4ren R\u00fcckhalt und in Krisensituationen erm\u00f6glichen, einen Start in ein geregeltes Ausbildungsleben zu finden und zu bew\u00e4ltigen. <\/p>\n<p>Ina-Kristin Sippel fand den Einstieg dank eigener Initiative. Drei Bewerbungen hat sie schreiben m\u00fcssen: \u201eDarin bin ich erst einmal nicht auf eine Teilzeit-Ausbildung eingegangen.\u201c Ihr jetziger Arbeitgeber, der Fuldaer Neurologe Dr. Ulrich Walter, lud sie zum Bewerbungsgespr\u00e4ch ein. Ein Tag Probe arbeiten, ein Praktikum, dann waren sich Arbeitgeber und die Auszubildende einig. \u201eF\u00fcr mich war es kein Problem, als Frau Sippel den Wunsch \u00e4u\u00dferte, ihre Ausbildung in Teilzeit absolvieren zu wollen\u201c, schildert der Facharzt und erg\u00e4nzt: \u201eEntscheidend war, dass das gesamte Team dies mittr\u00e4gt. Das Praxisteam ist sehr erfahren, und alle haben selbst erlebt, Beruf und Familie miteinander in Einklang bringen zu m\u00fcssen.\u201c  Trotzdem gab es noch eine H\u00fcrde zu nehmen: Die zust\u00e4ndige Landes\u00e4rztekammer gestattete die Teilzeit-Ausbildung nur unter zwei Bedingungen. Die 30-J\u00e4hrige muss zum einen die Ausbildung mit mindestens 30 Wochenstunden absolvieren. Zum anderen muss sie eine sozialp\u00e4dagogische Unterst\u00fctzung in Anspruch nehmen. <\/p>\n<p>Von Beginn ihrer Ausbildung an hat die junge Mutter nun mindestens einmal in der Woche Kontakt zu Patricia Rothmann vom Gr\u00fcmel-Projekt \u201e(Allein)Erziehende in betrieblicher Ausbildung\u201c (kurz: AlibA), ein fester Kooperationspartner des Kreisjobcenters. \u201eIm Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Auszubildende. Wir spannen ein Netzwerk zwischen Schule, Arbeitgeber, Familie und sind Ansprechpartner f\u00fcr alle\u201c, erkl\u00e4rt Patricia Rothmann. Oft setzt ihre Arbeit bereits im Vorfeld einer Ausbildungsplatzsuche ein und geht bis zur konkreten Hilfe etwa beim Stellen von Antr\u00e4gen. \u201eWir helfen dabei, alle M\u00f6glichkeiten auszusch\u00f6pfen, damit Auszubildende w\u00e4hrend ihrer Ausbildung nicht schlechter dastehen als davor.\u201c <\/p>\n<p>Auch Ina-Kristin Sippel wei\u00df diese Hilfe mit Rat und Tat zu sch\u00e4tzen \u2013 auch wenn sie bislang keine Probleme in ihrer Ausbildung hatte. Zur H\u00e4lfte hat die 30-J\u00e4hrige bereits geschafft \u2013 j\u00fcngst hat sie ihre Zwischenpr\u00fcfung abgelegt. Und auch in die Zukunft blickt sie optimistisch: \u201eAm Anfang war alles ungewohnt, der Alltag der gesamten Familie musste umstrukturiert werden, aber inzwischen hat sich das alles eingespielt \u2013 auch dank meiner Kinder und meinem Freund\u201c, wei\u00df die angehende medizinische Fachangestellte.<\/p>\n<p>Zum Bild: Ina-Kristin Sippel absolviert in der Praxis des Fuldaer Neurologen Dr. Ulrich Walter eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, und dies in Teilzeit. <\/p>\n<p>Info<br \/>\nBeratungsb\u00fcro f\u00fcr (Allein)Erziehende<br \/>\nFrau Stern, Frau Linder<br \/>\nTelefon (0661)6006-8557<\/p>\n<p>Beauftragte f\u00fcr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt<br \/>\nAgentur f\u00fcr Arbeit Bad Hersfeld-Fulda<br \/>\nFrau Bonacker<br \/>\nTelefon (06621)209-543<\/p>\n<p>Beauftragte f\u00fcr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt<br \/>\nKommunales Kreisjobcenter Fulda<br \/>\nFrau Wehner<br \/>\nTelefon (0661)6006-8082<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Alleinerziehend, mit zwei kleinen Kindern und ohne Beruf \u2013 aber voller Tatendrang und Willen: Ina-Kristin Sippel hat ihre Zukunft in die Hand genommen. 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