{"id":137761,"date":"2015-04-22T19:59:15","date_gmt":"2015-04-22T17:59:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137761"},"modified":"2015-04-22T19:59:15","modified_gmt":"2015-04-22T17:59:15","slug":"workshop-ueber-moeglichkeiten-der-beschaeftigung-von-fluechtlingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137761","title":{"rendered":"Workshop \u00fcber M\u00f6glichkeiten der Besch\u00e4ftigung von Fl\u00fcchtlingen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch m\u00f6chte gerne die deutsche Sprache lernen. Wo kann ich hier Arbeit finden?\u201c Diese beiden S\u00e4tze geh\u00f6ren oft zu den ersten Anliegen, die Fl\u00fcchtlinge an uns richten, wenn Sie einer unserer Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte zugewiesen werden. Sie zeigen den Wunsch sich aktiv in unsere Gesellschaft einbringen und Verantwortung f\u00fcr das eigene Leben \u00fcbernehmen zu wollen. Das wollen wir unterst\u00fctzen. Zu diesem Thema haben sich auf Initiative des AWO Kreisverbands Fulda und der Gemeinde Ebersburg Unternehmer aus Ebersburg und Kreistagsabgeordnete mit Vertreten der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden im B\u00fcrgerhaus Weyhers getroffen und diskutiert. <\/p>\n<p>Herr Latsch (Wirtschaftlicher Leiter des AWO Kreisverbands Fulda) er\u00f6ffnete den Abend mit einer kurzen Beschreibung der Situation. Viele Fl\u00fcchtlinge sind mit dem Wunsch und der Vorstellung nach Deutschland gekommen, m\u00f6glichst schnell eine Arbeit zu finden und auf eigenen Beinen zu stehen. Lange Wartezeiten des Asylverfahrens und hohe Barrieren zum Arbeitsmarkt f\u00fchren dazu, dass viele Fl\u00fcchtlinge \u00fcber Monate und Jahre in Unterk\u00fcnften festsitzen und dringend nach Besch\u00e4ftigung fragen. \u201eGleichzeitig wurden wir in den letzten Monaten von vielen Unternehmern angesprochen, ob und wenn ja wie ein Besch\u00e4ftigung m\u00f6glich sei. Aus diesem Grund wollen wir uns heute zu diesem Thema gegenseitig besser informieren.\u201c<br \/>\nHerr K\u00f6rzell von der Agentur f\u00fcr Arbeit erl\u00e4uterte die komplexe Gesetzesgrundlage zur Besch\u00e4ftigung von Fl\u00fcchtlingen. Besch\u00e4ftigung und Praktika seien zwar grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich aber gerade in den ersten Monaten nur mit \u00dcberwindung hoher H\u00fcrden (Vorangpr\u00fcfung durch die Agentur f\u00fcr Arbeit, Genehmigungen durch Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde, etc.) zu realisieren. Der Vertreter der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde, Herr Michael Wehner, und Frau Schmidt vom Fachdienst Zuwanderung best\u00e4tigten und erg\u00e4nzten die Ausf\u00fchrungen.<br \/>\nHerr Nesemann vom Kreisjobcenter wies darauf hin, dass die beste Form der Besch\u00e4ftigungsaufnahme die Aufnahme einer Ausbildung sei, die ohne gr\u00f6\u00dfere Einschr\u00e4nkungen oder Vorabpr\u00fcfungen m\u00f6glich und mit Blick auf \u00fcber 700 freie Ausbildungsstellen im Landkreis Fulda eine echte Alternative ist. Hierbei gilt es vor allem die Sprachkompetenzen der Fl\u00fcchtlinge so gut wie m\u00f6glich zu verbessern, um einen erfolgreichen Abschluss von Ausbildung und Berufschule zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Frau Pfl\u00fcger, Sozialp\u00e4dagogische Betreuung im AWO Haus Weyhers, zeigte in diesem Zusammenhang am Beispiel der Unterkunft in Weyhers auch unterlegt mit Zahlen auf, wie hoch die Motivation der Fl\u00fcchtlinge ist: Ca. 77% der Bewohner des AWO Haus Weyhers sind in irgendeiner Form bereits in einen Sprachkurs eingebunden. \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil der Bewohner ist bereit auch nach Ablauf des durch den Landkreis finanzierten 60h-Sprachkurs weiterzumachen und selbst zu der Finanzierung mit beizutragen. Das macht den hohen Wunsch eines Spracherwerbs deutlich.\u201c Acht Bewohner arbeiten zudem bereits als 1-EUR-Jobber f\u00fcr die Gemeinde oder gemeinn\u00fctzige Organisationen, weitere 17 Bewohner habe sich f\u00fcr eine solche Besch\u00e4ftigung angemeldet. Auch das zeigt die hohe Motivation. <\/p>\n<p>Auch bei den Unternehmern wurde hohes Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Die Suche nach neuen guten Mitarbeitern und Auszubildenden gestaltet sich \u2013 wie allgemein bekannt ist \u2013 zunehmend schwieriger. Hierbei wurde eindringlich der Wunsch an die Beh\u00f6rden und die Politik formuliert, den Zugang zu potentialen Arbeitnehmern gerade mit Blick auf Praktika und niedrigschwelliger Besch\u00e4ftigung zu vereinfachen und eine deutliche Verbesserung des Deutschkursangebots zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n<p>Frau Kram, B\u00fcrgermeisterin von Ebersburg, formulierte zum Abschluss den Wunsch an die Unternehmen, f\u00fcr dieses Thema Multiplikatoren auch in anderen Netzwerken zu sein. Der starke Wunsch nach Arbeit und Spracherwerb der neuen Bewohner in der Gemeinde sollte genutzt und nicht durch zu langes Warten in Frustration umgewandelt werden. Hierzu k\u00f6nnen Unternehmen durch die Bereitstellung von Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten einen wichtigen Beitrag leisten \u2013 auch in ihrem eigenen Interesse.<br \/>\nHerr Latsch dankte f\u00fcr die offene und \u00fcberaus informative Diskussion und ermutigte die Anwesenden an dem Thema weiterzuarbeiten. Der AWO Kreisverband Fulda wird hierbei gerne im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten unterst\u00fctzen, beraten und Kontakte herstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eIch m\u00f6chte gerne die deutsche Sprache lernen. Wo kann ich hier Arbeit finden?\u201c Diese beiden S\u00e4tze geh\u00f6ren oft zu den ersten Anliegen, die Fl\u00fcchtlinge an uns richten, wenn Sie einer unserer Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte zugewiesen werden. Sie zeigen den Wunsch sich aktiv in unsere Gesellschaft einbringen und Verantwortung f\u00fcr das eigene Leben \u00fcbernehmen zu wollen. 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