{"id":137568,"date":"2015-04-16T20:16:49","date_gmt":"2015-04-16T18:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137568"},"modified":"2015-04-16T20:16:49","modified_gmt":"2015-04-16T18:16:49","slug":"center-for-profs-bei-den-vereinten-nationen-fulda-goes-global","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137568","title":{"rendered":"CENTER for PROFS bei den Vereinten Nationen &#8211; Fulda goes global"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?attachment_id=137573\" rel=\"attachment wp-att-137573\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-137573\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Hauptgeb\u00e4ude-der-Vereinten-Nationen-New-York-265x199.jpg\" alt=\"Hauptgeb\u00e4ude der Vereinten Nationen New York\" width=\"265\" height=\"199\" \/><\/a>Im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York tagte vom 9. \u2013 20.3.2015 die Frauenrechtskommission zum 59. Mal. Anwesend waren 4000 Delegierte der 45 Mitgliedstaaten und rund 1000 bei den Vereinten Nationen zugelassene Nichtregierungsorganisationen. Mit dabei: 4 Vertreterinnen des CENTER for PROFS aus Fulda, das seit 15 Jahren bei den Vereinten Nationen mit beratendem Status akkreditiert ist. Diesj\u00e4hriges Sitzungsthema: Peking plus 20. Im Zentrum der Tagesordnung: die in 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz, Peking, von 189 Mitgliedstaaten gefassten Beschl\u00fcsse und hier die Frage: was haben diese in den 20 Jahren bewirkt ?<\/p>\n<p>Die 361 Punkte starke \u201eBeijing-Aktionsplattform\u201c stellt eine Selbstverpflichtung f\u00fcr die Regierungen dar, die darin enthaltenen Beschl\u00fcsse aktiv umzusetzen, um die Gleichberechtigung von Frauen und M\u00e4nnern in allen gesellschaftlichen Bereichen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Schon damals, auf der Weltfrauenkonferenz in Peking, brachte sich das CENTER for PROFS, unter Leitung der Fuldaer Professorin, Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe, mit einem achtk\u00f6pfigen Team und einem von ihr initiierten Mit-Reiseprojekt, an dem 30 Frauen aus ganz Deutschland teilnahmen, aktiv mit workshops und key-note-speeches in die internationale Debatte zur Gleichberechtigung ein.<\/p>\n<p>Auch an den nationalen Vorbereitungsprozessen der diesj\u00e4hrigen Frauenrechtskommission, die auf nationaler Ebene seit 2013 deutschlandweit stattfanden, hat sich das CENTER for PROFS mit einschl\u00e4gigen Fach- und Diskussionsbeitr\u00e4gen engagiert beteiligt.<\/p>\n<p>Die Bilanz der Frauenrechtskommission in New York zu 20 Jahren \u201ePekinger Aktionsplattform\u201c f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus: Kein einziges Land der Erde \u2013 so die RednerInnen einhellig \u2013 habe geschafft, die Geschlechtergerechtigkeit fl\u00e4chendeckend umzusetzen. Im Gegenteil \u2013 vielerorts w\u00fcrden Frauen und M\u00e4dchen st\u00e4rker als zuvor Opfer von Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch und anderen Menschenrechtsverletzungen.<\/p>\n<p>Freude und Wut<br \/>\nDie Stimmung in New York \u2013 zwiesp\u00e4ltig.<br \/>\nAuf der einen Seite Freude \u00fcber die ausgezeichneten Peking-Beschl\u00fcsse, andererseits Emp\u00f6rung dar\u00fcber, dass die Umsetzung bis jetzt nicht gelungen ist \u2013 auch nicht in Deutschland. Die Bundesministerin f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, spart in der General Discussion im Rahmen der Er\u00f6ffnungsveranstaltung nicht mit deutlichen Worten, die klarstellen, dass es nicht ausreiche, Papiere zu schreiben und Beschl\u00fcsse zu fassen. Es gehe vielmehr darum, die konkrete Lebenswirklichkeit von Frauen zu verbessern \u2013 \u00fcberall auf der Welt. Die Rechte von Frauen mit F\u00fc\u00dfen zu treten, M\u00e4dchen und Frauen zu qu\u00e4len, sie zu unterdr\u00fccken und ihnen Gewalt anzutun, das seien Verbrechen, die endlich gestoppt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Fachkr\u00e4fte werden gebraucht<br \/>\nDas, was vielen \u201ePapieren\u201c und \u201eBeschl\u00fcssen\u201c fehle \u2013 darauf macht Muthgard Hinkelmann-Toewe aus wissenschaftlicher Perspektive auf nationaler wie internationaler Ebene unerm\u00fcdlich aufmerksam. So auch in ihrem Statement an den General-Sekret\u00e4r, das in einem offiziellen Papier der Vereinten Nationen im November 2014 ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Der Kern ihrer Message: \u201eAus wissenschaftlicher Sicht und auf Grundlage jahrzehntelanger Erfahrungen mit den konkreten Umsetzungsprozessen l\u00e4sst sich zweifelsfrei feststellen\u201c \u2013 so Hinkelmann-Toewe \u2013 \u201edass Gleichbehandlungs-Verhalten sich nicht von selbst einstellt \u2013 weder in Ehe \/ Familie, noch am Arbeitsplatz. Gleichbehandlungs-Verhalten will gelernt sein.\u201c Deshalb brauche es Fachkr\u00e4fte, die die hierf\u00fcr erforderlichen F\u00e4higkeiten in Schulen und weiteren gesellschaftlichen Institutionen lehren und vermitteln k\u00f6nnen. Diese Fachkr\u00e4fte \u2013 res\u00fcmiert die Fuldaer Professorin \u2013 fehlten weltweit \u2013 auch in Deutschland.<\/p>\n<p>FULDA-MOSOCHO-PROJEKT punktet bei den Vereinten Nationen<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?attachment_id=137574\" rel=\"attachment wp-att-137574\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-137574\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Workshop-zum-FULDA-MOSOCHO-PROJEKT-im-Rahmen-der-Frauenrechtskommission-New-York-265x199.jpg\" alt=\"Workshop zum FULDA-MOSOCHO-PROJEKT im Rahmen der Frauenrechtskommission New York\" width=\"265\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Workshop-zum-FULDA-MOSOCHO-PROJEKT-im-Rahmen-der-Frauenrechtskommission-New-York-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Workshop-zum-FULDA-MOSOCHO-PROJEKT-im-Rahmen-der-Frauenrechtskommission-New-York-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Workshop-zum-FULDA-MOSOCHO-PROJEKT-im-Rahmen-der-Frauenrechtskommission-New-York.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Was solche Fachkr\u00e4fte k\u00f6nnen m\u00fcssen \u2013 das stellte das Team des CENTER for PROFS unter Leitung von Ulrike Klingelh\u00f6fer im Rahmen der Frauenrechtskommission in einem Workshop den teilnehmenden Delegierten und NGO-Vertreterinnen und \u2013Vertretern durch Film- Foto- und Wortbeitr\u00e4ge vor. Anhand des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES wurde verdeutlicht, wie durch Einsatz solcher Fachkr\u00e4fte M\u00e4nner fl\u00e4chendeckend die Richtung ihrer Macht \u00e4nderten und sich nicht mehr auf Kosten oder gegen ihre Frauen verhielten, sondern zum Wohle der Frauen und Familien. Dies hat in der Projektregion Mosocho \u2013 wie in der 5L\u00e4nderstudie der Vereinten Nationen im Kapitel Kenia beschrieben \u2013 zu einer fl\u00e4chendeckenden Reduzierung der Gewalt gegen Frauen, bis in die kleinste Zelle der Familie hinein gef\u00fchrt und zur \u00dcberwindung der weiblichen Genitalverst\u00fcmmelung.<\/p>\n<p>Die Darbietung traf in New York auf beachtliche Resonanz. Delegierte verschiedener afrikanischer Staaten und Vertreter und Vertreterinnen afrikanischer NGOs \u00e4u\u00dferten den Wunsch, dass diese Arbeit auch in ihrem Land durchgef\u00fchrt werden solle. Auch die Bundesregierung, die wie alle anderen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen nun in der Aufgabe steht, die Anstrengungen zum Voranbringen der Geschlechtergerechtigkeit weiter zu erh\u00f6hen, formulierte Interesse an dem in Fulda entwickelten Wert-Zentrierten Ansatz, der im FULDA-MOSOCHO-PROJEKT zur Anwendung kommt, und lud das CENTER for PROFS noch vor Ort in New York zu einem Gespr\u00e4ch nach Berlin ein. Neben hoch-leveligem Einblick in Strukturen und Events der Vereinten Nationen und zahlreicher internationaler Kontakte war dies ein weiteres \u00fcberaus positives Ergebnis, was das 4-k\u00f6pfige CENTER-Team in New York einfahren konnte.<\/p>\n<p>Neuer Projektabschnitt des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES in Kenia<br \/>\nMosocho und seine Nachbar-Regionen<br \/>\nIn diesen Wochen intensiviert das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT, dank einer finanziellen F\u00f6rderung durch \u201eALTERNAID \u2013 Stiftung f\u00fcr Menschen in Not\u201c, den n\u00e4chsten gro\u00dfen Schritt in seiner Arbeit in den Nachbarregionen Mosochos. Auf Nachfrage der angrenzenden Distrikte Marani und Kisii-South (ca. 240 000 Einwohner) werden die Menschen dort nun in den ersten von achtzehn Gemeinden in den von den B\u00fcrgermeistern einberufenen Dorfversammlungen \u201ezum Wunder des weiblichen K\u00f6rpers\u201c, auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, die entsprechend aufbereitet sind, geschult. Marani und Kisii South haben diese Zusammenarbeit schon lange angefragt, weil sie einen ebensolchen Wandel wie in Mosocho herbeisehnen und ihre T\u00f6chter vor der grausamen Tradition bewahren wollen. Hier sind noch \u00fcber 90% der M\u00e4dchen akut bedroht. Um die Arbeit regional m\u00f6glichst weit auszudehnen, werden noch Spenden ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Hinkelmann-Toewe: \u201eDas neue Wissen verunm\u00f6glicht, den K\u00f6rper der Frau \u2013 so wie er von Gott geschaffen ist \u2013 weiterhin als minderwertig zu behandeln und ihn in der Folge dem grausamen Ritual mit dem Verlust der weiblichen Sexualit\u00e4t zu unterziehen! Der Wandel in der Mosocho-Region ist tiefgreifend: M\u00e4nner schlagen ihre Frauen nicht mehr. Und T\u00f6chter, bis dato der FGM-Bedrohung ausgesetzt, sind nunmehr in Familie \/ Clan \/ Community sicher.\u201c<\/p>\n<p>Die Arbeit des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES habe nach den Worten des Senior-Chiefs der Mosocho-Region, Richard Aminga Nyakundi, der seit den Projektanf\u00e4ngen in 2002 dabei ist, die Menschen zusammen wachsen lassen. Das neue Wissen \u2013 das Wissen zum weiblichen K\u00f6rper \u2013 ist nach seiner Auffassung das verbindende Element, durch das Frieden in die Familien gebracht worden ist.<\/p>\n<p>180 Grad\u2013Dreh<br \/>\nNeuere psychologische Studien besagen, dass Menschen, wenn sie in einem Bereich destruktives Verhalten ganz aufgeben, voll Freude seien. Genau das\u201c, so Professorin Hinkelmann, \u201eerleben seit Jahren M\u00e4nner wie Frauen in Mosocho und mit ihnen die ganze Region. Die M\u00e4nner haben die Richtung ihrer Macht um 180\u00c2\u00b0 ver\u00e4ndert. Statt mit ihrer Macht Frauen weiter zu behindern \/ zu qu\u00e4len, ihnen Gewalt anzutun \u2013 vor allem in der Sexualit\u00e4t \u2013 m\u00fcndet ihre Macht nun in Wertsch\u00e4tzung und Achtung f\u00fcr den weiblichen Menschen und in neuer, liebevoller Kooperation mit ihren Frauen in Ehe \/ Familie \/ Gemeinde. Ehemals gewaltt\u00e4tige Ehem\u00e4nner werden so zu \u201ewirklichen Partnern\u201c.<\/p>\n<p>In diesen Wandlungs-Prozess k\u00f6nnen Interessierte auch anhand der Wanderausstellung<br \/>\n\u201eWonder of the female Body \u2013 Weibliche Genitalverst\u00fcmmelung in Afrika \u2013 WIE ein kultureller Wandel zu erreichen ist\u201c, die seit 2014 durch Deutschland tourt, Einblick nehmen. Eine einmalige Transparenz, die ein Novum in der Entwicklungszusammenarbeit sein d\u00fcrfte. Weitere Infos zur Ausstellung, die auch ausgeliehen werden kann, und zur Arbeit des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES unter: www.fulda-mosocho-project.com.<\/p>\n<p>Insbesondere f\u00fcr die Arbeit des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES in Kenia; aktuell vor allem f\u00fcr das Projektvorhaben in den Nachbarregionen Mosochos, wird die Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung m\u00f6glichst vieler Menschen, auch aus Osthessen, gebraucht und hofft der Fuldaer Tr\u00e4gerverein LebKom e.V. auf Spenden. Spendenkonto von LebKom e.V.: IBAN: DE 45 530 501 800 043 510 203,\u00c2\u00a0 BIC: HELADEF1FDS,\u00c2\u00a0 Bankinstitut: Sparkasse Fulda.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York tagte vom 9. \u2013 20.3.2015 die Frauenrechtskommission zum 59. Mal. Anwesend waren 4000 Delegierte der 45 Mitgliedstaaten und rund 1000 bei den Vereinten Nationen zugelassene Nichtregierungsorganisationen. 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