{"id":137475,"date":"2015-04-15T19:05:58","date_gmt":"2015-04-15T17:05:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137475"},"modified":"2015-04-15T19:06:18","modified_gmt":"2015-04-15T17:06:18","slug":"trauerarbeit-im-bistum-fulda-im-fuenften-jahr-des-bestehens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137475","title":{"rendered":"Trauerarbeit im Bistum Fulda  im f\u00fcnften Jahr des Bestehens"},"content":{"rendered":"<p>Die Trauerarbeit befindet sich im f\u00fcnften\u00c2\u00a0 Jahr ihrer Existenz. Seit 1999 konnte\u00c2\u00a0 im\u00c2\u00a0 Raum Hanau erste Angebote f\u00fcr Trauernde gemacht werden,\u00c2\u00a0 die dann im Main \u2013 Kinzig-Kreis ausgeweitet wurden. Ein Trauercafe entstand 2005 in Hanau,\u00c2\u00a0 hinzu kamen Salm\u00fcnster, zu Beginn geleitet von Erika Gutheil und sp\u00e4ter Romy Bott, heute Alexander Fiedler und Schl\u00fcchtern.\u00c2\u00a0 Dank der M\u00fche von Brigitte Wittke<br \/>\nwurde Werner Gutheil 2009 entpflichtet von der Arbeit als Klinikpfarrer am Klinikum Hanau und 2010 durch Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und Personalchef Christof Steinert in sein Amt als Trauerseelsorger der Di\u00f6zese Fulda eingef\u00fchrt.\u00c2\u00a0 2010 konnte das Trauerzentrum eingerichtet werden.<br \/>\nDurch die M\u00fche der ersten Angebote und ein Kreis um Christel Korn, die \u00f6kumenische Regenbogengruppe, konnte ein Konzept entstehen, das erprobt und gelebt im Hause Korn, sich \u00fcbertragen hat auf das Trauerzentrum Rh\u00f6nstra\u00dfe 8. Mit der Einrichtung des Di\u00f6zesanb\u00fcros f\u00fcr Trauerarbeit konnte die\u00c2\u00a0 Entwicklung weiter ins Bistum hinein aufgenommen werden.<\/p>\n<p>H\u00e4tte es nicht diese Gruppe von Trauernden ab 2000 gegeben, w\u00e4re nicht der Wunsch nach Kontakt untereinander zum ersten Trauercaf\u00e9\u00c2\u00a0 geworden, w\u00fcrde es nicht die Trauercaf\u00e9s geben.<br \/>\nFrucht dieser Anf\u00e4nge ist im f\u00fcnften Jahr, dass \u00fcber 12.300 Personen Hilfe und Unterst\u00fctzung in ihrer Trauersituation gefunden haben.<\/p>\n<p>Dies schl\u00e4gt sich in differenzierten Zahlen nieder. So gab es erste Kontakte in Gruppen. Insgesamt haben\u00c2\u00a0 sich seit der Gr\u00fcndung des Trauerb\u00fcros insgesamt fast 10. 724\u00c2\u00a0 Besuche Trauernder\u00c2\u00a0 in Gruppenangeboten zusammengefunden. Davon allein konnten in den drei bestehenden Trauercafes, die seit 2011 um Fulda (Leitung: Eva Maria Bott und Gisela Jahn) , Bad Orb (Romy Bott)\u00c2\u00a0 und im Jahr 2014 in Hasselroth\/ Freigericht , Leitung Elisabeth Weber und zuvor sogar in Homberg\/ Efze unter Leitung von Christine Foerster, entstanden sind,\u00c2\u00a0 1.233 Besucher gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>W\u00e4re nicht das Schicksal der Familie Kuske passiert, die ihre Tochter bei einer Schulfahrt nach Spanien verloren hat,\u00c2\u00a0 dann w\u00fcrde es die Angebote f\u00fcr die Trauernden Eltern und M\u00e4nner, sowie auch Kinder im Verein und im Raum Hanau in dieser Form nicht\u00c2\u00a0 geben.\u00c2\u00a0 Derzeit besteht eine Elterngruppe, geleitet von Tatjana Kuske und eine M\u00e4nnergruppe, von Dieter Kuske begleitet.\u00c2\u00a0 So kam es zur Gr\u00fcndung des Vereines Trauernder Eltern und Kinder e.V. Main-Kinzig-Kreis. Zwischenzeitlich gab es durch Maria Moreth zwei Etappen mit Kindergruppenangeboten.<br \/>\nInsgesamt sind bis zum 5. Jahr fast 600 Kontakte trauernder Eltern und Kinder entstanden. Derzeit verlagert sich hier der Schwerpunkt auf Einzelbegleitung von Eltern, Elternteile und Kinder, so dass seit Herbst 2014 bereits \u00fcber 12 Einzelbegleitungen und im ersten Quartal 2015 bereits fast 20 Einzelbegleitungen durch Ehrenamtliche entstanden sind.<\/p>\n<p>Neben dem Verein Trauernder Eltern und Kinder wurde noch ein F\u00f6rderverein Trauerarbeit e.V. gegr\u00fcndet. Hier unterst\u00fctzen gut 40 Mitglieder die Arbeit durch einen finanziellen Beitrag. Neu wird sein, dass die aktiven Mitarbeitenden als aktive Mitglieder in die Vereine integriert werden. Weitere Sponsoren und F\u00f6rderer k\u00f6nnen mit finanziellen Beitr\u00e4gen deren Arbeit unterst\u00fctzen und damit indirekt den Trauernden helfen.<\/p>\n<p>Von Anfang an war das Konzept in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen ausgerichtet.<br \/>\nWenn es nicht die ersten Trauerbegleiterkurse\u00c2\u00a0 seit 2002 dreimal zusammen\u00c2\u00a0 mit Jutta Beil, Fulda,\u00c2\u00a0 und sp\u00e4ter drei weitere Kurse, geleitet von Werner Gutheil, der neben klinischer Weiterbildung vor allem die gro\u00dfe Trauerbegleiterweiterbildung mit \u00fcber 250 Stunden sowie Basisbegleitung von Kindern und Eltern machen konnte, so w\u00fcrde es die Ehrenamtlichen nicht geben.\u00c2\u00a0 Qualit\u00e4t geht vor Quantit\u00e4t, denn gut 40 Personen haben die Ausbildung gemacht, davon sind\u00c2\u00a0 16 nun in der aktiven Arbeit, gut begleitet und fortgebildet. Kontinuierlich werden die Ehrenamtlichen durch Dr. Valentina Veneto Scheib in Supervision und regelm\u00e4\u00dfigen Fortbildungen begleitet. Zweimal im Jahr findet ein \u201eTag der Begegnung der Ehrenamtlichen\u201c als Fortbildungsma\u00dfnahme statt, mit Themen wie Traumatisierung von Trauernden (2014) und Depression und schwere Trauer in 2015.<\/p>\n<p>Seit Beginn der Trauerarbeit konnte mit der KAB Freigericht Neuses \u201eIn Freundschaft unterwegs\u201c ein Reiseangebot gemacht werden, ohne selbst daf\u00fcr aktiv zu sein. Hier sind Trauernde in einer bestehenden Gruppe gut aufgenommen. Seit einigen Jahren kam Erwin Kress mit Tagesfahrten und Kurzreisen ins politische Stra\u00dfburg und Br\u00fcssel, sowie zu Weihnachtsm\u00e4rkten hinzu. Seit zwei Jahren bietet die Trauerarbeit eine Israelreise an und im kommenden Jahr eine Reise nach Jordanien. Hinzu kommt einmal im Jahr zum 15. August eine Tagesfahrt, diesj\u00e4hrig nach Fritzlar. Kooperationen mit der \u00f6kumenischen Wallfahrt nach Retzbach im September wollen Trauernde miteinander in Kontakt bringen.<\/p>\n<p>Trauerarbeit ist in st\u00e4ndiger Entwicklung und wird den Notwendigkeiten der Menschen angepasst. Dies zeigt sich deutlich in der Verlagerung der Arbeit. War am Anfang noch verst\u00e4rkt die Gruppenarbeit im Zentrum der Arbeit, so zielt der Begleitungsschwerpunkt seit einiger Zeit in Richtung Einzelbegleitung. So sind seit 2010 mehr als 1827 Einzelgespr\u00e4che gef\u00fchrt worden. Seit Ende 2014 auch durch Ehrenamtliche, mit Schwerpunkt in Hanau. Weitere Einzelgespr\u00e4chsorte sind daneben beim Sozialdienst Katholischer Frauen in Salm\u00fcnster und im Priesterseminar in Fulda. Hier sind mittwochnachmittags und ganzt\u00e4gig donnerstags hinzugekommen.<\/p>\n<p>Personell ist die Stelle mit zwei Mitarbeiterinnen im Sekretariat, seit 2004\u00c2\u00a0 Elisabeth Weber und seit 2010 Susanne Matthias. Daneben wird das Zentrum f\u00fcr Trauerarbeit in der Rh\u00f6nstra\u00dfe in zwei Wohnungen mit gut 100 m2\u00c2\u00a0 einschlie\u00dflich einer Reinigungskraft vom Bistum getragen. So sind die personelle Ausstattung und die Sachkosten von seitens des Bistums geschaffen worden, die eine Weiterentwicklung und Ausbreitung derzeit einschr\u00e4nkt.\u00c2\u00a0 Kleine Auftr\u00e4ge werden von Mitarbeitenden im Bereich PC, Internet, Handarbeiten, N\u00e4harbeiten, usw. erledigt.<\/p>\n<p>Seit 2012 wird ein additives Bistumsprogramm erstellt, dessen Verbreitung durchaus noch ausbauf\u00e4hig ist, damit Trauernde einen leichteren Zugang zu konkreten Hilfen bekommen. Dieses Programm enth\u00e4lt \u00fcber 100 Angebote, davon einen Teil eigener Art und vieler Angebote anderer Anbieter. Angestrebt ist eine noch weitere Kooperation mit anderen Anbietern und mit Angeboten in anderen Bist\u00fcmern. Erstrebenswert w\u00e4re eine bundesweite Internetseite f\u00fcr Trauerangebote sowohl im kirchlichen als auch in anderen Bereichen.<br \/>\nDerzeit ist die Internetseite www.trauern-warum-allein.de in die Jahre gekommen. Technische Probleme machen eine \u00dcberarbeitung notwendig. Dynamik soll mit verst\u00e4rktem Einsatz der neuen sozialen Medien, wie Facebook, k\u00fcnftig mit der statischen Internetseite verbunden werden, so dass aktuelle Termine dort gelistet sind. So sind verschiedene Publikationswege gefunden.<\/p>\n<p>Seit 2014 gibt es eine regelm\u00e4\u00dfige Kolumne \u201eTrauerimpulse\u201c\u00c2\u00a0 in der Fuldaer Zeitung, die das Tabuthema Trauer verst\u00e4rkt in die \u00d6ffentlichkeit bringt. Werner Gutheil hat seit Beginn seiner Arbeit insgesamt acht B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht, darunter eine gemeinsame Publikation mit Rechtsanwalt Michael Roth\u00c2\u00a0 zum Thema Patientenverf\u00fcgung, die bereits in der dritten Auflage erschienen\u00c2\u00a0 ist,\u00c2\u00a0 zwei Sachb\u00fccher\u00c2\u00a0 (Lahnverlag und St. Bennoverlag) und zwei Geschichtenb\u00fccher sowie zwei Kartensammlungen f\u00fcr Trauernde. Hinzu kommen noch unz\u00e4hlige Trauerkarten im Verlag Butzon und Bercker.\u00c2\u00a0 Derzeit sind im Beuroner Kunstverlag weitere Trauerkarten in Vorbereitung. Eines der Sachb\u00fccher, \u201eIn Gottes Hand geborgen\u201c, ein Ratgeber f\u00fcr die Zeit zwischen Tod und Beerdigung, soll in diesem Jahr erg\u00e4nzend noch als e-book erscheinen und ist aktuell im St. Bennoverlag verlegt. Die neuste Ver\u00f6ffentlichung im St. Bennoverlag\u00c2\u00a0 unter dem Titel \u201e Sterben, Himmel, Ewiges Leben?\u201c wurde zur Buchmesse 2014 herausgegeben.<\/p>\n<p>Viele der Publikationen konnten durch Beitr\u00e4ge in Radio Horeb trauernden Menschen n\u00e4her gebracht werden.<\/p>\n<p>H\u00e4tte nicht Personalchef Christof Steinert den Mut zur Schaffung einer Di\u00f6zesanstelle Trauerseelsorger gehabt, dann w\u00e4ren wir im Horizont lokalen Daseins geblieben. Die F\u00f6rderung der aktiven Ehrenamtlichen und die Aus- und Weiterbildung weiterer ehrenamtlicher Mitarbeitende wird durch eine Ausbildung im Laufe des Jahres geschaffen. Die F\u00f6rdervereine Trauernde Eltern und Kinder e.V. sowie der F\u00f6rderverein Trauerarbeit e.V. nimmt gerne weitere f\u00f6rdernde Mitglieder auf.<\/p>\n<p>Trauerarbeit ist ein dynamisches Konzept, das sich an den Notwendigkeiten orientiert. Trauerarbeit will den Menschen, im Sinne von Papst Franziskus, dienen, ohne konfessionelle Grenzziehungen vorzunehmen, sondern allen Menschen am Rand der Lebenssituation beistehen. Trauerarbeit will sich weiterentwickeln und nicht in Strukturen und Vorgaben erstarren. Deshalb ist die Hoffnung, dass nach f\u00fcnf Jahren eine Perspektive auf Weiterentwicklung besteht und mehrere Generationen von Trauernden wieder ins Leben gefunden haben, denn\u00c2\u00a0 das ist ein Ziel der Arbeit ein anderes ist , neue soziale Kontakte zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen k\u00f6nnen erfragt werden bei Werner Gutheil, Di\u00f6zeanseelsorger f\u00fcr Trauernde im Bistum Fulda, Trauerzentrum Rh\u00f6nstra\u00dfe 8, 63 450 Hanau. Tel. 06181 \u2013 42 898 44, Fax: 06181- 42 898 55 Mail: info@trauern-warum-allein.de<br \/>\nKontakt f\u00fcr Fulda: 0661. 87 579<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Trauerarbeit befindet sich im f\u00fcnften\u00c2\u00a0 Jahr ihrer Existenz. Seit 1999 konnte\u00c2\u00a0 im\u00c2\u00a0 Raum Hanau erste Angebote f\u00fcr Trauernde gemacht werden,\u00c2\u00a0 die dann im Main \u2013 Kinzig-Kreis ausgeweitet wurden. Ein Trauercafe entstand 2005 in Hanau,\u00c2\u00a0 hinzu kamen Salm\u00fcnster, zu Beginn geleitet von Erika Gutheil und sp\u00e4ter Romy Bott, heute Alexander Fiedler und Schl\u00fcchtern.\u00c2\u00a0 Dank der &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":137479,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,51],"tags":[],"class_list":["post-137475","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite","category-medizin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137475","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137475"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137480,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137475\/revisions\/137480"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/137479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=137475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=137475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}